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StartseiteSport am WochenendeBilanz: gespalten25.02.2018

Wie kam Olympia in Südkorea an?Bilanz: gespalten

Die sportliche Bilanz der Südkoreaner falle zufriedenstellend aus, berichtet ARD-Reporter Frank Hollmann, und die Bevölkerung sei erleichtert über den störungsfreien Ablauf der Spiele. Viele Südkoreaner seien allerdings skeptisch, ob die Annäherung an Nordkorea von Dauer sei.

Frank Hollmann im Gespräch mit Klaas Reese

Mit einer bunten Bühnenshow und einem Feuerwerk über dem Olympiastadion werden bei der Schlussfeier die Winterspiele beendet.  (Hendrik Schmidt/dpa)
Farbenprächtige Schlussfeier in Pyeongchang (Hendrik Schmidt/dpa)
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In Südkorea blicke man sehr unterschiedlich auf die olympischen Winterspiele. "Man wollte ein paar Goldmedaillen mehr", berichtet ARD-Korrespondent Frank Hollmann, "auf der anderen Seite konnte sich Südkorea in Sportarten etablieren, in denen man noch nie eine Medaille gewonnen hatte." Südkoreanische Sportler, die im Bobfahren, Skeleton, Snowboard oder auch im Curling erfolgreich waren, seien nun "neue kleine Nationalhelden." 

Die Bevölkerung bewerte die Spiele als "erfolgreiche, weil störungsfreie Spiele - vor allem dadurch, dass man sich vorher mit Nordkorea geeinigt hatte." Positiv bewertet werde auch, dass nordkoreanische Sportler und eine hochrangige nordkoreanische Delegation anwesend waren.

Bislang keine dauerhafte Annäherung über den Sport

Viele Südkoreaner seien jedoch skeptisch, ob die Annäherung an Nordkorea von Dauer sein wird: Gemeinsame Olympia-Mannschaften habe es etwa auch schon 2004 und 2006 gegeben. Doch solche sportliche Kooperationen hätten bislang nicht viel bewirkt, sagt Hollmann: "Danach hat Nordkorea angefangen, Nuklearwaffen zu entwickeln." 

Die leeren Ränge aus der Anfangsphase der Spiele würden in Deutschland "zu kritisch" gesehen: "Eigentlich war die Stimmung sehr gut", berichtet Hollmann. Aus seiner Sicht hätten die Spiele auch etwas bewegt: "Südkorea investiert Milliarden in den Sport" und habe den Anspruch, bei Sommer- wie Winterspielen künftig immer unter den besten zehn oder fünf Nationen zu sein. Dass die olympischen Sportstätten auch nach den Spielen weiter ausgelastet sein werden, bezweifelt Hollmann allerdings: "Ich bin mir nicht sicher, ob man in einer Stadt mit ca. 240.000 Einwohnern fünf Eishallen braucht."

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