Die Nachrichten
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26. November 2020Die Wirtschaftspresseschau

Die Kommentatoren blicken heute nach Großbritannien und nach Frankreich. Dort wendet die Regierung jetzt die vorübergehend ausgesetzte Digitalsteuer an; erste Bescheide an große internationale Konzerne wurden verschickt.

Jemand sitzt mit einem Laptop und einer Tasse Kaffee auf einem Holzboden und hat eine Amazon-Website geöffnet (Imago/STPP)
Digitale Großkonzerne aus den USA wie das Onlinewarenhaus Amazon oder Google und Facebook erwirtschaften erwirtschaften in Europa Milliarden-Profite, zahlen aber kaum Steuern (Imago/STPP)

"Ist das ein unfreundlicher Akt gegenüber Joe Biden, der im Januar ins Amt des US-Präsidenten eingeführt wird?", fragt das HANDELSBLATT und gibt auch gleich die Antwort:

"Nein, es ist die letzte Konsequenz einer der vielen Stinkbomben, die Donald Trump über den Atlantik geschickt hat. Als Begrüßungsgeschenk für Biden eine vom Parlament verabschiedete Abgabe auszusetzen, die sich nicht nur auf die USA bezieht, wäre möglich, aber schwierig gewesen. Politisch heikel wäre es dazu, weil Trump die Strafzölle gegen Frankreich nicht zurückgenommen hat und man nicht weiß, wie Biden sich verhalten wird. Man wird ein paar Monate mit dem Schaden leben müssen."

In Großbritannien hat Finanzminister Sunak nach Ansicht der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG einen

"Haushaltsbericht der Superlative vorgestellt. Inmitten eines Corona-Wirtschaftseinbruchs um elf Prozent steigt das Defizit auf 19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Trotz gigantischer Einnahmeausfälle hält die Regierung Johnson an Rekordinvestitionen in Infrastruktur, Krankenhäuser, Schulen und Forschung fest. In den kommenden Jahren wird Sunak um schmerzhafte Einschnitte zur Haushaltskonsolidierung aber nicht herumkommen. Auch Steuererhöhungen sind unausweichlich."

Derweil widersprach der britische Notenbankchef Bailey dem Finanzminister, der erneut betonte, dass es dem Land nach dem endgültigen EU-Austritt wirtschaftlich besser gehen werde. Dazu schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

"Ausgerechnet Bailey, der als Notenbanker einer gewissen Zurückhaltung verpflichtet ist, entlarvte die Brexit-Märchen der Regierung als das, was sie in Wahrheit sind: irreführend und verantwortungslos. Der Notenbanker machte klar, dass der langfristige wirtschaftliche Schaden eines No-Deal-Brexit größer wäre als jener der Corona-Pandemie."

Mit den unterschiedlichen Krisen-Strategien der Fluggesellschaften beschäftigt sich der WIESBADENER KURIER:

"Wenn Airlines wie die australische Qantas künftig eine Impfung voraussetzen, bevor ein Reisender einen Flug antritt, ist das nichts anderes als eine Impfpflicht durch die Hintertür. Lufthansa setzt sinnvollerweise auf Schnelltests. Die sind zwar weniger zuverlässig, dafür zeigen sie aber eine hohe Viruslast an. Die Antigentests können damit den Weg in eine neue Normalität ebnen."