Die Nachrichten

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10. August 2020Die Wirtschaftspresseschau

Wenig überzeugend finden die Kommentatoren die von US-Präsident Trump per Erlass angeordneten zusätzlichen Corona-Hilfen für die Bevölkerung.

Trump Press Conference (Consolidated News Photos)
Trump Press Conference (Consolidated News Photos)

Das HANDELSBLATT schreibt:

"Der Republikaner will die Lohnsteuer vorerst aussetzen, Zwangsräumungen für bestimmte Mieter verbieten, verschuldete Studenten unterstützen und das Arbeitslosengeld statt bislang um 600 immerhin noch um 400 Dollar pro Woche aufstocken. Doch Trumps Initiative ist ein Eigentor. Zum einen ist unklar, ob die Erlasse überhaupt juristisch wasserdicht sind. Zum anderen braucht die größte Volkswirtschaft der Welt deutlich größere und umfangreichere Hilfen, um mit den Folgen der Coronakrise fertig zu werden."

"Der Präsident tut mit ein paar halbgaren Dekreten so, als kümmere er sich um seine von Armut bedrohten Mitbürger", meint die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.

"In Wahrheit schauen alle auf die Wahl, und jeder tut das, wovon er sich einen taktischen Vorteil verspricht. Das ist den Menschen gegenüber, die dringend Hilfe brauchen, verantwortungslos. Und es ist für das Land höchst gefährlich. Man konnte im Sommer sehen, wie explosiv die Lage in den USA ist. Nichts garantiert, dass der große Knall nicht noch bevorsteht."

Ähnlich kritisch urteilt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG über die Pläne der italienischen Regierung:

"Die drei Ausgabenpakete dieses Jahres mit einem Volumen von insgesamt 100 Milliarden Euro lassen nichts Gutes ahnen für den künftigen Umgang mit den 209 Milliarden Euro aus dem europäischen Aufbaufonds, die für Italien reserviert sind. Offiziell sollen sie, finanziert mit zusätzlichem Defizit im laufenden Haushalt, die Konjunktur und die sozial Schwachen stützen. Doch in der Praxis dient der Großteil der Mittel der Besänftigung einzelner Klientel- und Wählergruppen. Die Folge sind komplizierte Beschlüsse ohne Kontinuität, wenig berechenbar."

Zum Schluss kurz ins Inland: Für die Bundesregierung ist es "nicht nachvollziehbar", dass die Lufthansa trotz staatlicher Milliarden-Hilfen ihren Kunden das Geld für stornierte Flüge nicht schneller zurückerstattet. Und die SÜDWEST-PRESSE aus Ulm sieht es genauso:

"Dass sich ausgerechnet eine Staats-Airline so viel weniger an geltendes Recht hält als ausländische Billigflieger, ist grundsätzlich ein Armutszeugnis. Dass man als Begründung auf Callcenter in Indien verweist, während im Inland Mitarbeiter wegen Corona Däumchen drehen, ist schlicht dreist."