Die Nachrichten
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14. Juni 2021Die Wirtschaftspresseschau

Thema ist zunächst die Abschlusserklärung des G7-Gipfeltreffens der großen, westlichen Industrienationen.

Flugzeuge von Tuifly parken auf dem Flughafen Hannover.  (Julian Stratenschulte/dpa)
Flugzeuge auf dem Flughafen Hannover: Sollte es mehr Alternativen zu Kurzstreckenflügen geben? (Julian Stratenschulte/dpa)

Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle schreibt dazu:

"Der Ton ist bemerkenswert klar. Unfairer Handel, schwere Menschenrechtsverletzungen, Klimasünden und die harte Linie gegenüber Hongkong - darüber können die G-7-Staaten nicht mehr hinwegsehen. Sie haben aber keine festen Strukturen für solche Absprachen. Dass in dieser Runde die EU immer mit am Tisch sitzt, macht das Vorhaben nicht leichter."

"Das vielleicht wichtigste Ergebnis", findet die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG,

"ist die von US-Präsident Biden angeregte Investitionsoffensive in ärmeren Ländern. Sie signalisiert, dass man China nicht länger tatenlos zusehen will, wie es immer mehr Länder in seine Einflusszone zieht. Biden ist seinem Ziel einen Schritt nähergekommen, die Zusammenarbeit demokratischer Staaten in Abgrenzung zu China zu stärken."

Der Berliner TAGESSPIEGEL analysiert den Parteitag der Grünen, auf dem auch Ex-Siemens-Chef Kaeser gesprochen hat.

„Vor einigen Jahren noch wäre Kaeser auf einem Grünen-Parteitag vermutlich ausgebuht worden, diesmal gab es anhaltenden Applaus. Auch das zeigt: Die Welt und die Grünen haben sich verändert: Die Klimakrise ist präsenter, die soziale Spaltung sichtbar, eine Transformation der Wirtschaft gilt als überfällig. Selbst, wenn die Werte in Umfragen zuletzt schlechter waren, steht sie stabil bei 20 Prozent. Auch die Verbündeten der Grünen sind mehr geworden: Gewerkschaftsvertreter, Wissenschaftler, Ökonomen, Investoren zeigen Sympathien. Wie die Grünen sich verändert haben, hat nicht zuletzt der Parteitag eindrucksvoll belegt. 3.280 Änderungsanträge für das Wahlprogramm hatte es vorab gegeben. Der Parteitag hätte im Chaos versinken können, doch die Basis verzichtete auf die ganzen radikalen Forderungen. Kein Tempo 70 auf Landstraßen, kein Spitzensteuersatz von 53 Prozent, keine Enteignung von Immobilienkonzernen."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG geht noch einmal auf die Debatte um Kurzstreckenflüge ein:

„CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet kann sich vorstellen, Kurzstreckenflüge einzuschränken. Schon zuvor hatte SPD-Kandidat Olaf befunden, dass Mindestpreise eine gute Sache seien, um etwas für den Klimaschutz zu tun. Und dass Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Grüne, Kurzstreckenflüge infrage stellt, versteht sich eh von selbst. Doch ein Blick auf die schlichten Zahlen lässt nur den Schluss zu, dass Beschränkungen praktisch nichts bringen. Laut Daten der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol sind 30 Prozent der Flüge Kurzstrecken bis zu 500 Kilometern. Sie verursachen aber nur 4,3 Prozent der Emissionen."