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16. August 2018Die Wirtschaftspresseschau

Für eine Überraschung sorgt derzeit der bayerische Zahlungsdienstleister Wirecard. Er ist an der Börse erstmals mehr wert als die Deutsche Bank und ein aussichtsreicher Kandidat für den DAX.

Die Anzeigetafel der Dax-Kurve an der Börse in Frankfurt (dpa)
Die Anzeigetafel der Dax-Kurve an der Börse in Frankfurt (dpa)

Es sei zwar nur eine Momentaufnahme, aber eine mit Symbolcharakter, meint die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Nun ist die Deutsche Bank, gemessen an Mitarbeiterzahl und Umsatz, immer noch ein Riese im Vergleich zu Wirecard. Doch die gegenläufige Kursentwicklung beider Konzerne spricht Bände über die Umbrüche in der Finanzwelt. Für einen Abgesang auf die Großbanken ist es dennoch zu früh. Die Vermittlerfunktion zwischen Sparern und Kreditnehmern bleibt ihnen genauso wie ein bekannter Name und ein großer Kundenstamm. Doch Trägheit können sie sich nicht mehr erlauben."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hält fest:

"Jenseits der beiden Unternehmen und jenseits des konkreten Auf und Abs der Börsen zeugt diese Ablöse vom tiefgreifenden Strukturwandel, dem die gesamte Wirtschaft unterlegen ist, auch die Finanzindustrie. Kunden kaufen online und sie zahlen online. Unternehmen, die diese Bedürfnisse gut bedienen und ihren Kunden die besten und effizientesten digitalen Lösungen anbieten, haben langfristig die besten Chancen."

Natürlich ist der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua auch in den Wirtschaftsredaktionen ein Thema. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG weist auf die überfällige Sanierung maroder Brücken auch hierzulande hin:

"Dem wachsenden Ansturm der Frachtflotten halten vor allem die Spannbeton-Bauwerke aus den sechziger und siebziger Jahren nicht mehr gut stand. Kommt es zu Sperrungen, müssen die Transporteure lange Umwege fahren. Das ist katastrophal für eine Wirtschaft, in der Zeit Geld ist. Öffentliche Infrastruktur kostet. Diese Erkenntnis ist in der Politik längst eingesickert. Dennoch fährt Deutschland weiter auf Verschleiß. Die Politik muss beherzter gegen den Investitionsstau angehen."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER betont, vor allem in Westdeutschland gebe es Probleme:

"Von den rund 40.000 Brücken im Fernstraßennetz sind 12,5 Prozent in einem schlechten Zustand. Ein Achtel aller Brücken sind so kaputt, dass sie möglichst schnell abgerissen und neu gebaut werden müssen. Und dennoch: Deutschland hat kein Sicherheitsproblem. Auch die marodeste Brücke ist nicht einsturzgefährdet. Das Überwachungssystem ist engmaschig. Kümmern wir uns also lieber um das eigentliche Problem. Die Verkehrswende ist zwar in den Köpfen angekommen. Aber nicht auf der Straße."