Die Nachrichten
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9. April 2021Die Wirtschaftspresseschau

Die Themen: Die Forderung des amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla nach einer Reform der Genehmigungsverfahren für Projekte in Deutschland zugunsten des Klimaschutzes und ein Ausblick auf die Hannover Messe 2021.

Straßenschild mit der Aufschrift "Tesla" an er Baustelle für das künftige Werk des Autobauers in Grünheide/Brandenburg (imago / Bildgehege)
Straßenschild mit der Aufschrift "Tesla" an er Baustelle für die Tesla Gigafactory in Grünheide/Brandenburg (imago / Bildgehege)

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG spricht mit Blick auf Tesla von einer "Generalkritik" nach den Erfahrungen des Unternehmens beim Bau seiner Fabrik in Brandenburg:

"Richtig ist, dass es immer noch keine endgültige Baugenehmigung für das Werk gibt. Richtig ist auch, dass beim Bau einer Fabrik viel berücksichtigt werden muss, vom Wasserverbrauch bis zur Zauneidechse. Zugleich erfährt Tesla Unterstützung, vor allem von der Landesregierung Brandenburg. So ist der Prestige-Bau in Grünheide ein gemeinsamer Lernprozess. Eines der, wie es unter Managern so schön heißt, Learnings dabei: Deutschland ist nicht die USA und auch nicht China. Bürgerbeteiligung gilt hier als Wert an sich."

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus dem brandenburgischen Frankfurt wundert sich über die Partner, die sich Tesla für die Kritik ausgesucht hat:

"Tesla unterstützt ungefragt die Klage eines Umweltverbandes - obwohl es Umweltverbände waren, die zweimal gegen Tesla selbst geklagt haben. Ungewöhnlich ist auch der Weg, den das Unternehmen wählt. Es hat seine Stellungnahme an ein Gericht geschickt. Das mag in den USA durchaus üblich sein, in Deutschland ist es das nicht. Wenn Tesla eine öffentliche Diskussion anregen will - warum dann diese seltsame Verrenkung? Warum kein offener Brief?"

Das DARMSTÄDTER ECHO gibt generell zu bedenken:

"Projekten wie in Grünheide mit Verweis auf positive Klimaeffekte Vorrang einzuräumen, wäre fatal. Gerade solche Investitionen in der Natur verlangen Sensibilität. Und eine offene Kommunikation ohne Wildwest-Attitüde. Natürlich: Dem Standort Deutschland tut Tesla gut. Aber Sozial- und Umweltstandards sind keine Manövriermasse für schnelle Geschäfte. Zumal viele in der Autobranche an der Transformation und Verkehrswende arbeiten - regelkonform."

Das HANDELSBLATT blickt bereits in die kommende Woche. Dann beginnt die Hannover Messe:

"Pandemiebedingt findet die weltgrößte Industrieschau erstmals in ihrer Geschichte als rein digitales Event statt. Videostreams und Chaträume dienen dabei als Ersatz für die großen Messehallen, in denen noch vor zwei Jahren die Aussteller ihre mannshohen Maschinen präsentierten. Dezentral und digital – für die vierte industrielle Revolution, die 2011 auf der Hannover Messe ausgerufen wurde, hätte es wohl kein besseres Sinnbild gegeben."