Die Nachrichten

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18. Oktober 2019Die Wirtschaftspresseschau

Dass die EU und Großbritannien nun doch noch eine Brexit-Vereinbarung erzielt haben, interessiert auch die Wirtschaftsredaktionen.

Die Flaggen der EU und Großbritanniens nebeneinander (Imago/ snapshot)
Die Flaggen der EU und Großbritanniens nebeneinander (Imago/ snapshot)

Die BÖRSEN-ZEITUNG erinnert daran, dass eine Übereinkunft so noch vor kurzem als undenkbar galt:

"Dies ging nur, weil sich beide Seiten flexibel gezeigt und auf den letzten Metern doch noch substanzielle Zugeständnisse gemacht haben. Ist der gestrige Durchbruch nun also das Ende der mittlerweile mehr als dreijährigen Brexit-Saga? Keineswegs. Denn wie Premierminister Johnson sein Abkommen durchs britische Parlament bekommen will, dürfte noch äußerst interessant werden. Die ersten Reaktionen aus London stimmen nicht gerade optimistisch. Doch das Abkommen macht Hoffnung, dass ein geregelter Austritt Großbritanniens doch noch möglich ist und die Brexit-Kosten für die EU-Wirtschaft damit in Grenzen gehalten werden."

"Nach einem Brexit müsste Deutschland eine aktivere Rolle in der Bewahrung marktwirtschaftlicher Prinzipien in der Europäischen Union spielen", glaubt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

"Aber eine Bundesregierung, die schon im Inneren den marktwirtschaftlichen Geist vermissen lässt, wird ihn kaum auf der internationalen Bühne propagieren. Großbritannien wird wirtschaftlich nicht untergehen und sich zumindest zuerst einmal seiner neuen Souveränität erfreuen. Aber auch für Britannien wird es schwierig."

Spannend finden die Kommentatoren auch ein höchstrichterliches Urteil über Sonntagsbrötchen. Diese seien "zubereitete Speisen" und Bäckereien mit Café Gaststätten, befand der Bundesgerichtshof. Deshalb dürfen sie sonntags länger öffnen. Die HESSISCHE/NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE aus Kassel hält das Ganze für

"... eine Posse. Muss nun jeder Bäcker eine Kaffeemaschine, einen Tisch und zwei Stühle aufstellen, um zum Café geadelt zu werden? Warum werden Geschäftsleute und Verbraucher dermaßen bevormundet? Wird es nicht langsam Zeit, es den Unternehmern zu überlassen, ob sich für sie ein Sonntagsverkauf rechnet. Dies hätte etwas von unternehmerischer Freiheit."

Die HEILBRONNER STIMME sieht es genauso:

"Die Länder sollten es jedem Bäcker selbst überlassen, wie lange er sonntags seine Waren verkaufen möchte. Schließlich ist das der Tag, an dem die Menschen Zeit haben, in Ruhe zu frühstücken und nachmittags Kuchen zu besorgen. Die Branche hat es bereits schwer genug, da sind solche kundenunfreundlichen Beschränkungen fehl am Platz."