Die Nachrichten
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24. September 2021Die Wirtschaftspresseschau

Die EU-Kommission will USB-C zum einheitlichen Standard beim Laden von Handys und Tablets machen.

Ein rot-schwarzes Kabel mit einem USB-C-Stecker und ein Lightning-Stecker von Apple an einem weißen Kabel.  (Christoph Dernbach/dpa )
EU-Kommission schlägt USB-C als einheitliche Handy-Ladebuchse vor (Christoph Dernbach/dpa )

Das STRAUBINGER TAGBLATT betont:

"Dass die Kommission mit dem Gesetzentwurf Apple zu mehr Verantwortung für die Umwelt verpflichtet, ist im Sinne aller. Denn der US-Elektroriese hat bewiesen, dass es ihm allein um die Gewinnmarge geht. Außerdem greift das Argument des Konzerns, strikte Vorgaben gefährdeten Innovationen, keineswegs. Der Traum einer kabellosen Zukunft, wie ihn schon Apple-Gründer Steve Jobs hatte, ist nicht ausgeträumt, nur weil Kabel standardisiert werden. Neuerungen sind willkommen. Aber diese sollten in die Endgeräte fließen - und nicht in eine Vielzahl von Ladebuchsen, die allein der Geldmacherei von Großkonzernen dienen."

Die GLOCKE aus Oelde meint:

"Die Idee ist gut, sie kommt aber leider zu spät. Man hätte den USB-C-Anschluss schon vor Jahren als Standard vorschreiben sollen - mit der Option, dass innovationsfreudige Hersteller gegen Zahlung einer Gebühr an die EU andere Ladetechnik nutzen dürfen. So wäre die große Masse an Geräten mit USB-C als Standardanschluss ausgestattet gewesen und Edelhersteller hätten weiter ihre innovativen Luxus-Smartphones anbieten können. Diese Chance ist vertan."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ist anderer Auffassung:

"Die Industrie hat schon durch freiwillige Selbstverpflichtungen die Zahl der Ladekabeltypen binnen zehn Jahren von 30 auf drei verringert. Die Verbraucher haben also viel weniger Ärger als früher. Und wäre der Leidensdruck wirklich noch so groß, könnten die Kunden den Apple-Konzern für seinen Sonderweg ganz einfach abstrafen: indem sie lieber ein Smartphone von Samsung oder anderen Rivalen kaufen. Doch die Kommission vertraut nicht dem Urteil des Marktes. Stattdessen setzt sie auf Dirigismus und detaillierte Vorgaben von ganz oben. Das ist ein beunruhigendes Signal für eine Behörde, die über Europas Wirtschaftspolitik mitbestimmt."

Auch die gestiegenen Gaspreise sind weiter Thema. Der TAGESSPIEGEL betont:

"Energie muss teurer werden, damit der Verbrauch und damit die Emissionen sinken. Das ist die eine Seite. Aber Regierungen müssen diese Entwicklung und den öffentlichen Diskurs so steuern, dass steigende Energiepreise nicht Existenzängste auslösen und der soziale Zusammenhalt bewahrt wird. Wenn größere Bevölkerungsgruppen sich abwenden und Regierungen die Unterstützung der Mehrheit verlieren, haben sie keine Verhandlungsmacht mehr und stürzen: in der Legislaturperiode oder bei der nächsten Wahl. Die Balance zwischen Klima und Sozialem wird zur neuen Priorität bei den Koalitionsverhandlungen."