Die Nachrichten

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27. Februar 2020Die Wirtschaftspresseschau

Heute geht es zunächst um Medienberichte, nach denen erstmals zwei Ökonominnen gleichzeitig in den Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen einziehen sollen, nämlich die Münchner Volkswirtin Monika Schnitzer und die Nürnberger Verhaltensökonomin Veronika Grimm.

Monika Schnitzer zieht in den Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen ein - als eine von zwei Frauen. (www.imago-images.de)
Monika Schnitzer zieht in den Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen ein - als eine von zwei Frauen. (www.imago-images.de)

Für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG markiert dies einen Einschnitt:

"Den Wirtschaftsweisen tut das gut. Es ist zu hoffen, dass sie künftig öfter jenseits politischer Rechts-Links-Muster debattieren. Was sie zu Herausforderungen wie Globalisierung oder Eurokrise empfahlen, war zuletzt arg berechenbar, wodurch ihre Bedeutung schwand. Die Berufung der beiden neuen Wirtschaftsweisen könnte nun mehr Offenheit bringen. Ökonominnen arbeiten oft empirischer. Das folgt dem internationalen Trend, der sich in der Volkswirtschaft durchsetzt."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hält eine grundsätzliche Reform des Gremiums für notwendig:

"Zuerst muss die Arbeitsbelastung der Mitglieder reduziert werden. Es gibt keinen Grund dafür, dass das Jahresgutachten 400 Seiten dick ist. Das schreckt absolute Spitzenforscherinnen und -forscher ab, die an der Zahl ihrer Veröffentlichungen in Fachjournalen gemessen werden. Zum anderen sollte es kurzfristigere Mitgliedschaften für Gast-Forscher geben, die ihre Expertise für bestimmte Themen einbringen. Fünf Forscher, und seien sie auch noch so weise, können niemals die gesamte Bandbreite der relevanten Forschung abdecken."

Kommentiert wird außerdem der Vorschlag von Wirtschaftsminister Altmaier, es den Ländern zu überlassen, ob sie sich an die geplante 1.000-Meter-Abstandsregel für neue Windräder halten wollen. "Damit ist längst nicht gesagt, dass der zuletzt fast völlig eingebrochene Windenergie-Ausbau wieder auf breiter Front in Schwung kommt", meint die FRANKFURTER RUNDSCHAU:

"Unionsgeführte Länder wie Bayern und NRW werden trotzdem weiter auf der Bremse stehen – und sie riskieren damit die Gefahr einer Stromlücke, wenn in den nächsten Jahren eine Reihe AKW und Kohlemeiler abgeschaltet werden. Um das zu verhindern, braucht es ein ganzes Maßnahmenpaket, etwa Regelungen, um Anwohner an den Gewinnen der Windpark-Betreiber zu beteiligen und die Bürger über Energiegenossenschaften wieder zu Trägern der Energiewende zu machen."

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg findet es

"gut, dass Altmaier nun einen Rückzieher macht und die Abstandsregelung den Ländern überlassen will. Windkraft-Kritiker aber müssen sich fragen lassen, wo der Strom nach dem Abschalten der Atom- und Kohlekraftwerke herkommen soll."