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Wirtschaftshistoriker Tooze"Wirtschaftswunder ist Effekt politischer Rhetorik"

Der britische Wirtschaftshistoriker Adam Tooze lacht in die Kamera.  (picture alliance / Ger Harley / EdinburghElitemedia)
Der britische Wirtschaftshistoriker Adam Tooze (picture alliance / Ger Harley / EdinburghElitemedia)

Zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise steht Deutschland nach Ansicht des britischen Wirtschaftshistorikers Tooze weniger gut da, als viele Menschen glauben.

Das neue deutsche Wirtschaftswunder sei ein Effekt der politischen Rhetorik, sagte Tooze im Deutschlandfunk. Langfristig setze man sich mit einer exportorientierten Strategie großen Risiken aus. Im Falle einer Rezession an anderen Märkten - beispielsweise in China, anderen europäischen Ländern oder in den USA - würden diese Exporte wegfallen, warnte Tooze. Zwar habe die Binnennachfrage in den vergangenen Jahren angezogen, räumte er ein; Deutschland habe aber keine selbsttragende konjunkturelle Entwicklung.

Folgen der globalen Finanzkrise erkennt der Wirtschaftshistoriker auch auf politischer Ebene: Eine Linie zum US-Präsidentschaftswahlkampf sei klar erkennbar, erklärte Tooze. Außerdem gebe es eine geo-ökonomische Machtverschiebung zwischen dem Westen und China.