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WirtschaftswissenschaftlerinEnergieverbauch beim Streamen so hoch wie beim Fliegen

Eine Frauenhand mit lackierten Fingernägeln hält das Handy mit der Werbung, aus dem ein weißes Kabel ragt. Dahinter unscharf ein roter Boden und bunte Lichter. (dpa / Jens Kalaene)
Streamen ist laut Forschern so klimaschädlich wie das Fliegen. (dpa / Jens Kalaene)

Das Streamen von Daten ist inzwischen ähnlich klimaschädlich wie das Fliegen.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Anja Höfner sagte im Deutschlandfunk, laut Zahlen des Freiburger Öko-Instituts befinde sich der CO2-Abdruck der weltweiten Kommunikations- und Informationstechnologie bereits auf der Ebene der Emissionen des Flugverkehrs - und damit bei zwei Prozent der menschlichen Gesamtemissionen. Es sei sehr datenintensiv und damit auch energieintensiv, Filme oder Musik zu streamen, sagte die Mitarbeiterin des Think-Tanks "Konzeptwerk Neue Ökonomie". Der hohe Energieverbauch entstehe vor allem in den großen Rechenzentren.

Energieverbrauch wird noch steigen

Nach den Erwartungen Höfners wird dieser Energieverbrauch in den kommenden Jahren noch steigen - und das, obwohl die Rechner und Prozessoren der Serverparks immer energieeffizienter würden. Doch was auf technologischem Wege eingespart werde, komme durch einen immer höheren Streaming-Verbrauch in größerer Menge wieder hinzu.

Der wachsende Verbrauch entsteht nach Ansicht der Wirtschaftswissenschaftlerin vor allem dadurch, dass das ganze System darauf angelegt ist, dass die Nutzer immer mehr streamen. Kaum sei ein Video oder eine Serien-Folge beendet, starte nach wenigen Sekunden automatisch der nächste Film. Es sei für den Verbraucher dann viel schwieriger, auszuschalten als einfach weiterzuschauen.

Maßnahmen für weniger Streamen sind möglich

Lösungen, die Streaming-Mengen zu reduzieren, gäbe es laut Höfner: So könnten bei Musikstreaming-Diensten wie Spotify jene Songs automatisch auf das Gerät runtergeladen werden, die der Nutzer besonders oft hört - dann müssten sie in der Folge nicht immer wieder gestreamt werden. Die Autoplay-Funktion bei den Diensten könnte standardmäßig ausgeschaltet werden - derzeit müsse das vom Nutzer per Hand geschehen. Leider hätten die Streaming-Unternehmen an solchen Maßnahmen aber kein Interesse, bedauerte Höfner. Schließlich seien sie daran interessiert, dass immer mehr gestreamt werde.