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StartseiteWissenschaft im BrennpunktGefährliche Forschung10.02.2019

Wissenschaft und EthikGefährliche Forschung

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki haben das zerstörerische Potenzial gezeigt, das Forschung entfalten kann. Seitdem stellt sich die drängende Frage nach der ethischen Verantwortung gerade für die sicherheitsrelevante Forschung - welche Antworten hat die Forschergemeinde gefunden?

Von Michael Böddeker

Atombombenabwurf auf Hiroshima - historische Aufnahme. (picture alliance / AP Images)
Durch den Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 starben 140.000 Menschen (picture alliance / AP Images)
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Hiroshima und Nagasaki. Spätestens nach dem ersten Einsatz von Atombomben 1945 wird klar, wie sehr neue Technologien der Menschheit schaden können.

1955 unterzeichnen zunächst 18 Nobelpreisträger auf der Insel Mainau im Bodensee einen Appell gegen den Einsatz, darunter Otto Hahn und Werner Heisenberg:
 
"In äußerster Gefahr wird keine Nation sich den Gebrauch irgendeiner Waffe versagen, die die wissenschaftliche Technik erzeugen kann."

Die Gefahr von Atomwaffen ist auch ein Antrieb für die Friedensbewegung während des Kalten Krieges. Daher stammt auch die Idee, Zivilklauseln zu erlassen. Mit so einer Klausel verpflichten sich Forschungseinrichtungen dazu, nur für zivile Zwecke zu forschen, und nicht für das Militär.

1986 erlässt die Universität Bremen die erste Zivilklausel Deutschlands. Inzwischen gibt es über 60 Zivilklauseln, die meisten sind in den vergangenen Jahren dazugekommen.

Ethisch verantwortbare Forschung

Seit einigen Jahren werden auch neue Gefahren deutlich. 2012 zeigen neue Forschungsergebnisse, wie leicht sich veränderte Vogelgrippe-Viren auch auf Säugetiere übertragen lassen.

2014 veröffentlichen die DFG und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina Empfehlungen für den Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung. Sie setzen vor allem auf Selbstverantwortung und Sensibilisierung.
 
"Wissenschaft braucht Freiheit – Freiheit erfordert Verantwortung! Forscher haben aufgrund ihres Wissens, ihrer Erfahrung und ihrer Freiheit eine besondere ethische Verantwortung, die über die rechtliche Verpflichtung hinausgeht. Darüber hinaus sollen Forschungsinstitutionen die Rahmenbedingungen für ethisch verantwortbare Forschung schaffen."

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