Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

Wissenschaftliche StudieMikroplastik auch im Schnee

Ein Schiff fährt auf dem Eisfjord Ilulissat in Grönland.  (picture alliance / Julia Wäschenbach/dpa)
Eisfjord Ilulissat in Grönland (picture alliance / Julia Wäschenbach/dpa)

Auch in entlegenen Gegenden wie der Arktis weist Schnee inzwischen hohe Konzentrationen von Mikroplastik auf.

Das zeigen Untersuchungen des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Science Advances" veröffentlicht wurden. Danach gehen die Forschenden davon aus, dass sich feinste Kunststoffteile durch die Atmosphäre verbreiten und dann mit dem Schnee aus der Luft ausgewaschen werden. Demnach liegt nahe, dass die Luft erheblich mit Mikroplastik verschmutzt ist. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen sollten künftig genau untersucht werden, so die Expertinnen und Experten.

Werte deutlich höher als früheren Schätzungen zufolge

Die höchste Mikroplastikmenge wurde an einer Landstraße in Bayern mit 154.000 Partikeln pro Liter gefunden, in der Arktis betrug der Wert knapp ein Zehntel davon. Bei den Partikeln handelt es sich den Angaben zufolge unter anderem um Lackteilchen, Nitrilkautschuk und Polyamide. Sie können aus Beschichtungen von Fahrzeugen oder Gebäuden stammen, aus Abrieb von Reifen oder auch Schuhsohlen und aus zahlreichen anderen verbreiteten Kunststoffen.

Dass Mikroplastik über die Luft transportiert wird, ist nicht grundsätzlich neu. Doch die Werte sind deutlich höher als früheren Schätzungen zufolge. Die Verbreitung von Plastik über die Atmosphäre fand bisher - anders als das Plastik in den Weltmeeren - wenig Beachtung.