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Wissenschafts-Philosoph zu Corona-Demonstrationen"Es fehlt der Überblick in der Informationsflut"

Impression von einer sog. "Hygiene-Demo" in Berlin-Mitte mit Teilnehmern unterschiedlicher Lager.  (picture-alliance/Sulupress.de )
Hygiene-Demo in Berlin Mitte (picture-alliance/Sulupress.de )

Der Wissenschaftler und Philosoph Claus Beisbart führt die jüngste Massendemonstration in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung unter anderem auf eine Überforderung durch zu viele Informationen zurück.

Es fehle angesichts der Informationsflut rund um die Pandemie an einem einordnenden Überblick, sagte der Philosoph von der Universität Bern im Deutschlandfunk. Ein einzelnes Wissensfragment – z.B. dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Ansteckungsrisiko laut Studien verringere – führe noch nicht zwangsläufig zu einem entsprechenden Handeln.

Eine Vielzahl von Nachrichten und unterschiedlichen Studien prasselten jeden Tag auf die Menschen ein, erklärte Beisbart. Dabei würden Informationen teilweise durch neue Studien revidiert. Aspekte wie die Langzeitfolgen von Covid-19 seien noch nicht hinreichend erforscht. Dies führe zu einer allgemeinen Verunsicherung.

Abwehrreaktion von jungen Menschen

Zudem können Verbote nach Ansicht des Philosophen insbesondere bei jungen Menschen zu einer Abwehrreaktion führen. Eine gewisse Zeit könne man mit Corona-Beschränkungen leben, doch je länger diese andauerten, desto schwerer falle es, sich daran zu halten - oder desto mehr reize es, das Verbot zu übertreten. Zumal das Phänomen des sogenannten "wishful thinkings" hinzukäme, dass junge Menschen denken lasse, sie seien nicht betroffen, sondern nur Ältere oder Vorerkrankte. Dadurch trauten sich diese eher, auf Partys zu gehen oder bei Demonstrationen mitzulaufen.

In Berlin hatten gestern zehntausende Menschen dicht gedrängt und teils ohne Maske gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Auch in anderen Städten gehen regelmäßig Menschen auf die Straße, um ihren Unmut über die seit Monaten anhaltenden Beschränkungen zum Ausdruck zu bringen. 

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