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StartseiteKommentare und Themen der WocheDeutsches Team noch weit von der Titelverteidigung entfernt24.06.2018

WM-Spiel Deutschland - SchwedenDeutsches Team noch weit von der Titelverteidigung entfernt

Die Mannschaft von Joachim Löw müsse sich weiter steigern, um die Vorrunde zu überstehen, kommentiert Kerstin von Kalckreuth im Deutschlandfunk. Von der Titelverteidigung sei sie noch weit entfernt.

Von Kerstin von Kalckreuth

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Toni Kroos schießt in der Nachspielzeit das 2:1 für Deutschland und wendet damit das Vorrundenaus ab. (picture alliance / dpa)
Toni Kroos schießt in der Nachspielzeit das 2:1 für Deutschland und wendet damit das Vorrundenaus ab. (picture alliance / dpa)
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Drama! Wahnsinn! Geschafft! So lange hat sich der Weltmeister an diesem atemberaubenden Abend in Sotschi im Weg gestanden. So lange hatte Toni Kroos seine Weltklasse gegen defensive Schweden versteckt. Sehr gut versteckt sogar.

Er hatte sich den entscheidenden Fehler vor dem 0:1 geleistet, er hatte so viele Fehlentscheidungen in diesem Alles-oder-Nichts-Spiel getroffen und dann dieser eine Moment, dieser brillante Schuss, dieses fantastische Tor. Dieser Moment, der nur den großen Spielern, den Weltklassespielern vorbehalten ist - und der die Deutschen im Turnier hält.

Der Weltmeister hat sein erstes Endspiel bei dieser WM überstanden. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Auch, wenn die Erleichterung bei den Spielern riesig war, wenn der Bundestrainer jubelte und strahlte; mir fehlt der Optimismus, daran zu glauben, dass die deutsche Mannschaft ihr Ziel bei diesem Turnier erreichen könnte, nämlich wie 2014 den Titel zu holen.

Drei Halbzeiten, bis die DFB-Auswahl begreift, was zählt

Drei Halbzeiten lang hat es gedauert, bis die DFB-Auswahl überhaupt begriffen hatte, was bei diesem Turnier zählt. Mit was für einer Haltung, was für einer Leidenschaft sie auftreten muss, um als Weltmeister die Chance zu behalten, überhaupt die Vorrunde zu überstehen. Und als sie es dann endlich begriffen hatten, als Marco Reus das 1:1 gegen biedere Schweden gelungen war, auch da fehlte noch die Souveränität, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Defensive schwächelte weiterhin. Und die Offensive verprasst fahrlässig Torchancen.

Und dann kam Kroos - und die Erlösung. Jetzt ist die Hoffnung da, dass dieser Schuss, dieses Tor die Wende bringen könnte. Dass der Weltmeister nun wieder weltmeisterlich spielt. Ich befürchte nur, dass da noch viel Arbeit wartet. Gegen Südkorea steigt am Mittwoch das nächste Endspiel, das die Deutschen möglichst hoch gewinnen müssen.

Die Mannschaft von Joachim Löw muss sich weiter steigern, um die Vorrunde zu überstehen - und dann ist sie noch immer weit von der Titelverteidigung entfernt.

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