Sonntag, 16.12.2018
 
StartseiteVerbrauchertippTipps für den altersgerechten Umbau02.10.2018

Wohnen im AlterTipps für den altersgerechten Umbau

Die meisten Menschen möchten das Alter in vertrauter Umgebung verbringen. Um möglichst lange und uneingeschränkt in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, sind deshalb oft Umbauten nötig. Wo gibt es Beratung und wie sieht es mit finanzieller Unterstützung aus?

Von Margret Bielenberg

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Eine Frau hält ihren Mann fest, während dieser den Treppenlift benutzt. (dpa / Daniel Naupold)
Im Alter werden zu Hause mitunter größere Umbauten nötig (dpa / Daniel Naupold)
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Der Einstieg in die Badewanne, die niedrige Toilette oder die Treppe nach oben ins Schlafzimmer: Was in jungen Jahren keine Probleme bereitete, wird im Alter häufig zur Herausforderung. Wer ein Eigenheim oder eine Wohnung besitzt oder kaufen will, sollte deshalb beim Renovieren die sich ändernden Ansprüche im Alter im Blick haben, empfiehlt Jörg Huber von der Verbraucherzentrale Hamburg:

"Beispielsweise lassen sich Sachen kombinieren, wo man zu Anfang gar nicht dran denkt. Das ist zum Beispiel: Man hat Probleme mit dem Keller und muss aufgraben und kann dabei beispielsweise die Eingangssituation so anpassen, dass sie gleich barrierefrei ist, wo man vorher Stufen hatte."

Sind später Umbauten erforderlich, dann wird es häufig vergleichsweise teuer. Zum Beispiel beim Umbau vom Badezimmer, sagt Karin Dieckmann vom Verein "Barrierefrei Leben" in Hamburg. Bodengleiche Duschen können zum Beispiel im Alter und bei eingeschränkter Beweglichkeit helfen. Allerdings kostet eine Badrenovierung selbst bei sehr kleinen Bädern schon rund 10.000 Euro. Wer wegen akuter Pflegebedürftigkeit dringend umbauen muss, kann aber unter Umständen Zuschüsse und Fördergelder bekommen.

"Bei Baumaßnahmen gibt es zum Beispiel, wenn man einen Pflegegrad hat, die Möglichkeit einen Zuschuss bis zu 4.000 Euro zu bekommen. Es gibt über die KFW bundesweit Möglichkeit, einmal ein Darlehen zu erhalten oder einen Zuschuss. Aber dazu muss ich bestimmte Gelder erst mal verbraucht haben, um dann prozentual einen Zuschuss zu bekommen. Und dann gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hohe Förderprogramme, in denen man Ganz wichtig: Erst beantragen, genehmigen lassen und dann umbauen. Es müssen allerdings nicht immer große Baumaßnahmen sein, sagt Karin Dieckmann. Mieter brauchen dafür außerdem in der Regel die Zustimmung des Vermieters. für altengerechtes, behindertengerechtes Bauen im Bestand Geld kriegt."

Es muss nicht immer gleich ein Umbau sein

Erleichterung bringen aber oft auch schon Hilfsmittel, die es auf Rezept von der Krankenkasse gibt. Badewanneneinstiegshilfen, Badewannenlifter oder Toilettensitzerhöhungen zum Beispiel. Ärzte und Physiotherapeuten informieren über geeignete Hilfsmittel. Es wird immer individuell geprüft. Bei bestimmten Diagnosen stehen den Betroffenen deshalb unter Umständen auch Hilfsmittel zu, die nicht im Katalog der Krankenkassen gelistet sind, betont Karin Dieckmann.

"Manchmal werden die Leute von der Krankenkasse informiert: Es gibt nur das was im Katalog ist - aber das ist nicht richtig, da muss man sich auch schon dagegen wehren. Es gibt in Deutschland ja inzwischen in vielen Bundesländern sogenannte Pflegestützpunkte, da kriegt man auch gute Beratung, Informationen, wenn keine Wohnberatungsstelle vor Ort ist zum Beispiel."

Auch Wohlfahrtsverbände, ambulante Pflegedienste, die Online-Wohnberatung im Internet und der Verein "Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung" beispielsweise informieren über Umbau und Finanzierungsmöglichkeiten. Genau wie der Ratgeber "Clever umbauen" der Verbraucherzentralen, sagt Jörg Huber. Darin stehen auch Informationen, um gemeinsam mit Handwerkern auf Augenhöhe zu sprechen und passende Lösungen zu finden.

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