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StartseiteVerbrauchertippRechte und Pflichten von Immobilienmaklern01.08.2018

WohnungssucheRechte und Pflichten von Immobilienmaklern

Wer eine Wohnung kaufen will oder zur Miete sucht, der hat es häufig mit Immobilienmaklern zu tun. Diese haben in der Regel viele Fragen: Und bei einigen Fragen der Makler dürfen Interessenten sogar lügen.

Von Daniela Siebert

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Ein Frau steht in München vor dem Büro eines Immobilienmaklers (dpa / picture alliance / Peter Kneffel)
Ein Frau steht in München vor dem Büro eines Immobilienmaklers (dpa / picture alliance / Peter Kneffel)
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Hohe Hürden um als Makler tätig zu werden gibt es nicht: Minimum ist eine Anmeldung beim Gewerbeamt. Ab 1. August werden die Anforderungen immerhin etwas hochgeschraubt, dann müssen Immobilienmakler regelmäßige Fortbildungen absolvieren.

Eine Berufshaftpflichtversicherung brauchen Immobilienmakler dagegen auch weiterhin nicht, sagt Thomas Storch, Verbraucherschutzanwalt in Berlin. Er sieht in solch einer Versicherung ein Qualitätsmerkmal und auch der Maklerverband IVD nimmt nach eigenen Angaben nur Mitglieder mit solch einer Versicherung auf.

Ziemlich sofort nach der ersten Kontaktaufnahme senden die meisten Makler sogenannte Widerrufsbelehrungen an die Interessenten. Die sind gemeinhin für Laien unverständlich formuliert. Daran ließe sich allerdings wenig verbessern, weil die Makler dabei den Vorgaben des Gesetzgebers folgten erklärt Michel Sawall, selbst Makler in Berlin und Regionalvorstand im Immobilienverband Deutschland IVD. Und Rechtsanwalt Storch beruhigt:

"Als Verbraucher braucht man da überhaupt keine Angst vor zu haben, weil es ist eigentlich umgekehrt: wenn der Makler falsch belehrt oder wenn er überhaupt nicht belehrt, dann hat der Kunde das Recht, auch wenn die Widerrufsfrist von zwei Wochen abgelaufen ist, zu widerrufen. Dann wird der Maklervertrag sozusagen unwirksam, ich muss die Provision nicht zahlen."

Abschlagszahlungen vorab sind verboten

Sobald man im Austausch über eine konkrete Kauf- oder Mietimmobilie ist, sind die Makler verpflichtet, wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Michel Sawall: "Absolut wahrheitsgemäß. Grundsätzlich gilt: alles was der Makler weiß, an Informationen hat, muss er weitergeben."

Geld bekommen Immobilienmakler grundsätzlich erst nach Unterzeichnung des Kauf-oder Mietvertrags. Abschlagszahlungen vorab sind verboten.

Auch sogenannte Koppelungsgeschäfte dürfen Mietinteressenten nicht aufgezwungen werden erklärt Rechtsanwalt Storch:

"Man sagt: Du kriegst den Mietvertrag erst dann, wenn Du beispielsweise den Umzug bei dem Umzugsunternehmen XY beauftragst. Solche Koppelungsgeschäfte, also die mit dem ursprünglichen Maklervertrag verbunden sind, die sind per se bei Mietimmobilien verboten."

Bei Mietwohnungen gilt: Einkommensnachweise und Bonitätsauskünfte dürfen erst direkt vor Mietvertragsunterzeichnung verlangt werden, so die Berliner Datenschutzbeauftragte.

Bestimmte Fragen sind unzulässig

Wenn es schon konkret um einen Kaufvertragsabschluss geht, müssen sich Makler den Personalausweis geben lassen bestätigt Thomas Storch, bei Mietimmobilien gelte das nicht.

Dass sich heute manche Makler schon für eine Besichtigung den Personalausweis zeigen lassen und die Nummer notieren, gehe auf eine frühere Verpflichtung aus einer inzwischen überholten Fassung des Geldwäschegesetzes zurück, erklärt Michel Sawall.

"Ich würde vermuten, dass es noch nicht komplett bekannt ist, dass das mittlerweile nicht mehr gesetzlich notwendig ist - Name, postalische Adresse und eine E-Mail-Adresse, das ist notwendig, sonst kann man keinen Kontakt aufnehmen."

Genau genommen seien aber selbst diese Angaben freiwillig ergänzt Sawall. Ziel sollte sein, eine funktionierende zeitgemäße Kommunikation sicher zu stellen.

Bei den oft gewünschten Fragebögen für Mietinteressenten sind viele Fragen unzulässig: Etwa Fragen nach Vorstrafen, zu Heiratsabsichten, zu einer bestehenden Schwangerschaft, zu Kinderwünschen, Mitgliedschaft in einer Partei oder einem Mieterverein. Sollten solche Fragen dennoch gestellt werden, dürfen die Mietinteressenten bei der Antwort sogar lügen.

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