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Yanis VaroufakisAuf klares "Nein" folgt überraschender Rücktritt

Yanis Varoufakis  (picture alliance/dpa/Orestis Panagiotou)
Yanis Varoufakis legt sein Amt nieder. (picture alliance/dpa/Orestis Panagiotou)

"Minister No More!" So hat Yanis Varoufakis im Kurznachrichtendienst Twitter seinen Rücktritt als Finanzminister bekanntgegeben. Die Entscheidung kommt überraschend, hatte er dies eigentlich nur für den Fall einer Niederlage beim Referendum angekündigt. Doch mit Blick auf weitere Verhandlungen mit den Geldgebern ist der Schritt wohl gut überlegt.

Wenige Stunden nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der internationalen Geldgeber hat der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Er sei aus Kreisen der Eurogruppe darauf hingewiesen worden, dass es eine "gewisse Präferenz" gebe, dass er bei den Beratungen der Eurogruppe nicht mehr mit dabei sei, schrieb Varoufakis am Montag in seinem Blog. Der Rücktritt könne Ministerpräsident Alexis Tsipras möglicherweise helfen, eine Vereinbarung mit den Geldgebern zu erreichen. "Aus diesem Grund verlasse ich heute das Finanzministerium", erklärte Varoufakis.

Sein Nachfolger soll noch heute nach einem Treffen der griechischen Führung benannt werden. Mögliche Nachfolger sind Wirtschaftsminister Georgios Stathakis und der Koordinator der Gespräche mit den Gläubigern, Euclid Tsakalotos.

Ministerpräsident Tsipras dankte Varoufakis für seine unaufhörlichen Bemühungen, im Streit mit den Gläubigern für die Position der Regierung zu werben, "unter sehr schwierigen Bedingungen", sagte ein Regierungssprecher.

Bosbach: Keine Lösung der Probleme

Varoufakis' Rücktritt bezeichnete der frühere EU-Kommisar Günter Verheugen als "gutes Zeichen". Es sei hilfreich für den Streit um Griechenland, wenn man es nun mit neuen Personen zu tun habe, sagte Verheugen im DLF.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hofft nach Varoufakis´ Rücktritt auf einfachere Euro-Verhandlungen. Das löse jedoch nicht die Probleme. "Entscheidend sind weniger die Personen als die politischen Inhalte", sagte der Politiker im ZDF-Morgenmagazin. Neue milliardenschwere Hilfspakete lösen laut Bosbach zufolge nicht die Probleme des Landes: "Es fehlt an Wirtschaftskraft, an Wettbewerbsfähigkeit, an einer wirklich effizienten Verwaltung."

(tzi/bor)

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