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StartseiteUmwelt und VerbraucherAus der Studentenbude die Welt erobert03.02.2014

Zehn Jahre FacebookAus der Studentenbude die Welt erobert

Es ist eine der Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahren: Am 4. Februar 2004 starten Mark Zuckerberg und seine Mitgründer Facebook. Schon ein halbes Jahr später nutzen eine Million Menschen den Online-Dienst. Inzwischen sind es mehr als eine Milliarde. Wirklich geliebt wird das Netzwerk dennoch nicht.

Von Wolfgang Stuflesser

Weiterführende Information

Der Netzexperte Holger Schmidt über 10 Jahre Facebook (Deutschlandfunk, Markt und Medien, 01.02.2014)

Gerade mal 18 Jahre alt war Mark Zuckerberg, als er in seiner Studentenbude eine Idee hatte – so erzählt es zumindest der Film "The Social Network" von 2010. Dass Hollywood sich überhaupt eine Webseite zum Thema für einen Spielfilm nimmt, zeigt schon die Bedeutung von Facebook. Entstanden ist das Netzwerk als eine Art besseres Adressbuch für Studenten der US-Elite-Uni Harvard. Vieles, was das Angebot heute ausmacht, gab es damals schon: Die persönlichen Profile, das virtuelle Befreunden und natürlich Status-Updates, also die Info, was einen gerade beschäftigt. Für Facebook selbst würde sich das wohl so lesen:

2006: Auch Nicht-Studis können Mitglied werden.

2008: Die deutsche Version startet.

2009: Facebook führt den Gefällt-Mir-Knopf ein.

2012: Facebook geht an die Börse (mit wachsendem Erfolg).

Und mit Datum von Heute könnte Facebook schreiben, was im Netzwerk in nur zwanzig Minuten alles passiert: Die 1,2 Milliarden Mitglieder starten zwei Millionen Freundschaftsanfragen, laden drei Millionen Fotos hoch und schicken fünf Millionen Kurznachrichten.

Facebook und der Datenschutz

Wohl kaum ein Anbieter sammelt so viele persönliche Daten über das Leben seiner Kunden wie Facebook. Und genau mit diesen Daten verdient die Firma natürlich ihr Geld. 2007 etwa gab es einen Aufschrei der Mitglieder, als der Dienst "Beacon" die virtuellen Einkäufe der Nutzer automatisch deren Freunden als Werbung anzeigte. Facebook schaltete den Dienst ab, und Zuckerberg bezeichnete ihn später als Fehler. Die Journalistin Kara Swisher beschreibt Zuckerbergs Taktik so:

Ein Smartphone zeigt das Facebook-Logo vor einer Anzeigetafel der Dax-Kurve (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)Facebook: Gigant auch an der Börse (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)
"Er tut so, als wisse er nicht, was in Sachen Datenschutz passiert – dabei ist er der Chef, er leitet den Laden. Erst schränkt er den Datenschutz massiv ein, und dann rudert er ein bisschen zurück. Das ist eine gute Taktik: So bekommt er langsam, was er will."

Mögliche Konkurrenz? Aufkaufen!

Von einer treuen Fangemeinde wie etwa Apple ist Facebook weit entfernt. Der Technik-Journalist Leo Laporte sieht die Zukunft der Firma deshalb kritisch:

"Die Leute benutzen Facebook, um mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Aber sie mögen es nicht. Wie lange kann etwas überleben, dass die Leute nicht mögen?"

Mögliche Konkurrenten, die dem Netzwerk gefährlich werden könnten, kauft Facebook bislang einfach auf, vor zwei Jahren zum Beispiel den Bilderdienst Instagram für rund eine Milliarde Dollar. Doch eine Angst müsste Mark Zuckerberg eigentlich ständig umtreiben: Dass irgendwo auf der Welt in der Bude eines Studentenwohnheims gerade das nächste Facebook entsteht.

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