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Zehn Jahre KeupstrasseBundespräsident fordert Land ohne Angst

Bundespräsident Joachim Gauck (M) steht zusammen mit dem Mitgliedern der "Arsch Huh AG" am 09.06.2014 beim Kulturfest "Birlikte - Zusammenstehen" zum Gedenken an den NSU-Anschlag in Köln vor zehn Jahren (Nordrhein-Westfalen) auf der Bühne. (dpa / Henning Kaiser)
Bundespräsident Joachim Gauck fordert von den Menschen in Deutschland Engagement gegen Rassismus. (dpa / Henning Kaiser)

Bundespräsident Joachim Gauck hat am zehnten Jahrestag des Kölner Nagelbombenanschlags alle Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, gegen fremdenfeindliche Gewalt zusammenzustehen. Zum Auftakt einer großen Kundgebung in der Nähe des Anschlagsorts erinnerte Gauck an den Terror der Neonazi-Zelle NSU.

"Mehr als zehn Jahre lang haben die Mitglieder einer rechtsextremistischen Bande unerkannt rauben, morden und Anschläge wie den in der Keupstraße tätigen können", sagte das Staatsoberhaupt. Köln beantworte den Hass der Wenigen mit dem Mitgefühl und der Solidarität der Vielen, sagte Gauck.

Das dreitägige Kölner Gedenkfest am Pfingstwochenende sei ein Geschenk für ganz Deutschland. Gauck: "Heute stehen wir zusammen." Es gehe ihm um ein "Land, in dem wir ohne Angst verschieden sein können". Jeder könne und müsse dazu im Alltag seinen Beitrag leisten.

Birlikte heißt Zusammenstehen

Am 9. Juni 2004 war in der Keupstraße in Köln-Mülheim eine Nagelbombe explodiert. 22 Menschen wurden verletzt, manche lebensgefährlich. Die Polizei glaubte lange nicht an einen rechtsextremen Hintergrund. Erst Ende 2011 wurde deutlich, dass die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wohl auch für diesen Anschlag verantwortlich gewesen waren.

Als Zeichen gegen Rechts organisierte Köln das Fest "Birlikte - Zusammenstehen". An drei Tagen wurde fröhlich gefeiert in den Geschäften und Hinterhöfen der Keupstraße, die als ein Zentrum des türkischen Geschäftslebens in Köln gilt. Auf über 30 Bühnen spielte Musik, liefen Filme, wurde vorgelesen.

Versagen der deutschen Behörden

Immer wieder wurde in diesen Tagen das Versagen der deutschen Behörden angesprochen. "Die falschen Verdächtigungen der Behörden waren für mich der eigentliche Anschlag, fast noch schlimmer als die Tat selbst", sagte Uzay Özdag, der in einer Familienkonditorei in der Keupstraße arbeitet.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte bei einer Podiumsdiskussion: "Ich schäme mich dafür, dass der deutsche Staat es nicht geschafft hat über so viele Jahre, dafür zu sorgen, dass unbescholtene Bürgerinnen und Bürger besser geschützt wurden."

(tzi/ach)

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