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StartseiteVerbrauchertippUrlaub mit dem Faltcaravan20.07.2018

Zelten auf RädernUrlaub mit dem Faltcaravan

Faltcaravans sind deutlich schneller aufgebaut als ein herkömmliches Zelt, mit dem Auto einfach zu transportieren und bieten viel Platz. Neben den relativ hohen Neuanschaffungskosten sollten Campingfans aber noch einiges beachten, bevor sie sich für den Kauf entscheiden.

Von Bernd Debus

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Drei Menschen sitzen unter einer hellen Zeltkonstruktion (dpa)
Die Anschaffung eines Faltcaravans ist relativ teuer (dpa)
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Äußerlich sieht ein Faltcaravan aus wie ein ganz normaler Transportanhänger für Baumaterial oder Brennholz: einachsig mit einer Ladefläche und Seitenwänden rundum, darüber eine Schutzplane. Doch hebt man die Plane an, kommen Zeltbahnen zum Vorschein. Norbert Gröll, ist selbst Faltcaravan-Besitzer und betreibt im Internet ein Diskussionsforum zum Thema:

"Ich habe einen klassischen Rechts-links-Falter, insgesamt vier Schlafplätze. Von der Größe her so ziemlich das Gefährt, was für eine Familie mit Kindern geeignet ist optional ein Vorzelt davor, Küchenerker, Sonnensegel. Wenn man alles aufbaut, kann es groß werden."

Rechts-links-Falter bedeutet, dass sich zu beiden Seiten des Anhängers jeweils eine Schlafkabine mit einem Doppelbett entfaltet. Darüber ist dann ein durchgehendes Dach. Und das mit dem Entfalten muss man wörtlich nehmen, denn:

"Dadurch dass man diese Konstruktion aufklappt, stellt sich der größte Teil des Gestänges von selbst auf."

Schneller aufgebaut als ein Zelt

Das heißt: Die bei einem Hauszelt sonst übliche und vor Publikum eher peinliche Suche nach der richtigen Kombination der zahlreichen Zeltstangen bleibt einem erspart.

Je nach Ausführung ist ein Faltcaravan deshalb deutlich schneller als ein Zelt aufgebaut. Michael Krämer ist Inhaber von Campwerk, einem Bochumer Hersteller von Faltcaravans:

"Also wir sagen immer, das erste Mal eine Stunde fluchend, beim zweiten und dritten Mal sind Sie schon in 20 Minuten komplett fertig."

Dazu muss man allerdings noch die Zeit rechnen, um den Anhänger abzukuppeln und zu parken, ihn einigermaßen waagerecht auszurichten und später das Zelt mit Heringen abzuspannen. Plus das Aufstellen der Küche und von Tisch und Stühlen.

Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil des Faltcaravans gegenüber einem Hauszelt zeigt sich dann nachts:

"Wenn wir das Zelt aufklappen, ist tatsächlich da, wo das Zelt auch darauf liegt, direkt die Matratze."

Den Vorteil eines festen Bettes bietet jeder Faltcaravan. Allerdings sind auch die Nachteile allen Modellen gemeinsam. Norbert Gröll:

"Die Nachteile sind begründet in der Konstruktion 'Zelt'. Abbau bei Regen ist die Katastrophe beim Zelt wie auch beim Zelt-Caravan."

Wer die Stoffbahnen nicht in den nächsten Tagen trocknet, riskiert muffige Gerüche und Stockflecken.

Deutlich einfacher zu ziehen als ein Wohnwagen

Einmal unterwegs ist ein Faltcaravan dann allerdings deutlich einfacher zu ziehen als ein Wohnwagen mit starren Wänden. Findet jedenfalls Norbert Gröll:

"Ich kann drüber gucken und ich brauche keine speziellen Außenspiegel. Ich kann rechts und links vorbeigucken. Überall, wo ich mit dem Zugfahrzeug durch komme, kommt auch mein Hänger durch."

Neuanschaffung ist relativ teuer

Und als Zugfahrzeug braucht man auch keine hoch motorisierte Limousine oder gar einen SUV:

"Wir reden über 650 bis 750 Kilo maximal. Es gibt allerdings auch schon einige Modelle, die nur mit 450 Kilo daherkommen und das wird ein Kleinwagen schaffen."

Auf dem Gebraucht-Markt findet man Faltcaravans für unter 1.000 Euro. Wer neu kauft, muss jedoch deutlich mehr investieren. Die Grundpreise beginnen bei etwa 6.000 Euro. Mit Zubehör kommen aber schnell elf- oder zwölftausend Euro zusammen.

Viel Geld für einen Transportanhänger mit Zelt. Warum es ihm die Sache trotzdem wert ist? Norbert Gröll zögert etwas mit der Antwort:

"Das Feeling. Es klingt einfach anders, wenn Regentropfen auf einem gespannten Baumwollstoff tropfen, als wenn es so ein Alublech von einem Wohnwagen ist. Der Sound ist definitiv der, den ich haben möchte."

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