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StartseiteEine WeltNeue Präsidentin will Krise beenden01.02.2014

Zentralafrikanische RepublikNeue Präsidentin will Krise beenden

In der Zentralafrikanischen Republik liefern sich muslimische und christliche Milizen seit Monaten blutige Auseinandersetzungen. Etwa eine Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die neue Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza soll das Morden in dem Krisenland beenden und die Sicherheit widerherstellen.

Von Antje Diekhans

Die neue Präsidentin der Zentralafrikanischen Republik, Catherine Samba-Panza (AFP / Issouf Sanogo)
Übergangspräsidentin Samba-Panza fordert mehr ausländische Unterstützung für die französischen Truppen in der Zentralafrikanischen Republik. (AFP / Issouf Sanogo)
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Catherine Samba-Panza hat sich in einer Stichwahl gegen den Sohn eines früheren Präsidenten durchgesetzt und ist die neue starke Frau in der Zentralafrikanischen Republik. Die 59-Jährige soll das Morden in dem Krisenland beenden. Eine Aufgabe, die fast unlösbar erscheint.

"Die Zentralafrikanische Republik ist groß und wir fangen mit der Hauptstadt Bangui an, dann werden wir mit anderen großen Städten weitermachen", sagte Samba-Panza. Ziel sei es, sobald wie möglich die Sicherheit im Land wiederherzustellen. Zu ihrer ersten Pressekonferenz als Übergangspräsidentin hatte sich Samba-Panza einen Sessel in den Garten bringen lassen - ein kluger Schachzug: Inmitten der grünen Idylle fällt es leichter, über ihre Pläne und nicht nur über Gewalt zu reden.

Seit Monaten kämpfen in der Zentralafrikanischen Republik christliche und muslimische Milizen gegeneinander. Etwa eine Million Menschen sind auf der Flucht. Samba-Panza will die Bedingungen dafür schaffen, dass sie in ihre Häuser zurückkehren können. "Es wird Zeit, dass wir mit der Arbeit beginnen", sagte sie. Sie brauche Fachleute um sich herum, um gute Ergebnisse erzielen zu können. Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten werde sie die Regierung bestimmen. "Wir müssen nicht alle derselben Meinung sein, aber wir müssen uns austauschen."

Samba-Panza ist dritte Frau an der Spitze eines afrikanischen Landes

Nach Ellen Johnson Sirleaf aus Liberia und Joyce Banda in Malawi ist Samba-Panza die dritte Frau an der Spitze eines afrikanischen Landes. Sie studierte Jura in Paris. Ihre Spezialität: Versicherungsrecht. In dieser Branche hat sie eine eigene Firma gegründet. Gleichzeitig engagierte sich die Mutter dreier Kinder in unterschiedlichen Politikbereichen. Sie arbeitete ehrenamtlich für Amnesty International und leitete politische Dialogrunden, um die immer wiederkehrenden Krisen in der Zentralafrikanischen Republik zu beenden. Im vergangenen Jahr wurde sie Bürgermeisterin von Bangui.

Samba-Panza ist Christin. Sie scheint aber auch von Teilen der muslimischen Seleka-Rebellen anerkannt zu werden - das macht Gespräche wahrscheinlicher. Sie wolle die bewaffneten Gruppen treffen und ihnen zuhören. "Sie haben zu den Waffen gegriffen, weil sie etwas erreichen wollen. Wir müssen ihre Gründe erfahren. Wir werden klären, welche Wünsche realistisch sind und welche nicht erfüllt werden können."

Die neue Übergangspräsidentin fordert mehr ausländische Unterstützung für die französischen Truppen in der Hauptstadt Bangui. Der neuen Präsidentin ist klar, dass sie diese Aufgabe nicht ohne Unterstützung von außen schultern kann. Vor ihrer Amtseinführung forderte sie, dass mehr ausländische Soldaten in die Zentralafrikanische Republik kommen sollen:

Neue Übergangspräsidentin fordert ausländische Unterstützung

"Ich habe einen Appell veröffentlicht, um deutlich zu machen, dass ich die internationale Gemeinschaft brauche. Wenn ich heute die komplette Verwaltung wieder einsetzen wollte, würde kein Angestellter zur Arbeit kommen. Sie hätten nicht mal das Geld für ein Busticket. Ich brauche also Hilfe, um zumindest die wichtigsten Dinge wieder ans Laufen zu bringen."

Ihre Zeit ist begrenzt. Anfang kommenden Jahres sollen Wahlen stattfinden. Samba-Panza wird dann nicht antreten dürfen - das war eine der Bedingungen der Wahlkommission für ihre Kandidatur. Damit hat sie gut zwölf Monate, um das Unmögliche möglich zu machen.

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