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Zika-VirusWHO erklärt weltweiten Gesundheitsnotstand

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf bei der Verkündung des weltweiten Gesundheitsnotstands wegen des Zika-Virus. (picture alliance / dpa / Salvatore Di Nolfi)
WHO-Generaldirektorin Margaret Chan verkündete in Genf den weltweiten Gesundheitsnotstand. (picture alliance / dpa / Salvatore Di Nolfi)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt wegen des Zika-Virus Alarm. Die UNO-Behörde hat den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, weil sich der Krankheitserreger rasant ausbreite. Der Kampf gegen Zika müsse global koordiniert werden.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan sagte in Genf, die Staaten müssten einen Impfstoff gegen das Virus entwickeln und produzieren. Es bestehe der starke Verdacht, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Erreger und den Verformungen bei Neugeborenen sowie neurologischen Schädigungen bestehe. Chan sagte, die Lage sei alarmierend - Reise- oder Handelsbeschränkungen seien aber nicht notwendig.

Wissenschaftlicher Beweis fehlt noch

Die WHO fürchtet, dass sich aufgrund des Wetterphänomens El Niño die Aedes-Aegypti-Stechmücken stark vermehren, die das Virus übertragen. Eine Zika-Infektion führt zu grippeähnlichen Symptomen und gilt vor allem für Schwangere als riskant. Allein in Brasilien haben die Behörden von Oktober bis Januar mehr als 3.800 Fälle von Schädelverformungen bei Neugeborenen registriert. Ein Zusammenhang mit Zika ist bisher allerdings noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Das Virus breitet sich zurzeit vor allem in Nord-, Mittel- und Südamerika aus. Auch Länder in Afrika, Asien und im westpazifischen Raum sind betroffen. Die WHO fürchtet nun, dass sich Millionen Menschen infizieren könnten. Vergangene Woche hatte sie bereits vor einer explosionsartigen Ausbreitung des Virus gewarnt. Es wurde erstmals 1947 in einer Forschungsstation in Uganda bei Rhesus-Affen entdeckt.

Gesundheitsnotstand zuletzt wegen Ebola

In besonders stark betroffenen Staaten wie Brasilien wird derzeit mit allen Mitteln versucht, die Brutstätten der Aedes-Aegypti-Mücke zu beseitigen. Den brasilianischen Gesundheitsbehörden ist es dazu sogar erlaubt, jedes Haus zu betreten, selbst wenn der Besitzer nicht anwesend ist. Auch Polizeirazzien sind möglich, wenn in einem Haus oder Wohngelände stehendes Wasser vermutet wird.

Den globalen Gesundheitsnotstand hatte die WHO zuletzt im August 2014 wegen Ebola in Westafrika erklärt. Davor alarmierte sie wegen der Schweinegrippe (2009) sowie der Verbreitung der Kinderlähmung (2014). Im Rahmen der Notfallregelung können Staaten außerhalb der Seuchengebiete aufgefordert werden, Maßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers verhindern sollen.

(tj/pr)

 

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