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StartseiteCorso"Durch die Pandemie ist ein Denkraum freigeworden" 12.02.2021

Zukunft von Fridays for Future "Durch die Pandemie ist ein Denkraum freigeworden"

Die Fridays-for-Future-Proteste hätten weltweit das Bewusstsein für den Klimawandel gestärkt, sagte Jugendforscher und Aktivist David Fopp im Dlf. Durch die Corona-Pandemie seien derzeit zwar keine Streiks möglich. Es sei aber ein Denkraum entstanden, in dem man die Folgen unserer Lebensweise diskutieren könne.

David Fopp im Corsogespräch mit Bernd Lechler

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Eine große Gruppe von Menschen. Einzelne halten Schilder in die Höhe, auf denen Botschaften für Klimaschutz stehen. (picture alliance / AP)
Menschen bei einer Fridays for Future - Kundgebung im September 2019 (picture alliance / AP)
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"Die Krankheit selber ist mit unglaublichem Leiden verbunden, daher bin ich skeptisch, wenn man das eine Lösung auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft sieht", sagte der Jugendforscher und Philosoph im Corsogespräch. Doch im Gegenzug sähen wir Menschen jetzt ein, dass wir unser Wirtschaften umstellen müssten. "Die Pandemien werden sich weiter häufen, wenn wir unser Verhältnis zur Natur und der Tierwelt nicht ändern", so Fopp.  

Große Kraft ohne viele Worte

Der gebürtige Schweizer, der an der Universität Stockholm arbeitet, engagiert sich selbst bei "Scientists for future". Mit dieser Initiative wollen Forscher die Schülerproteste wissenschaftlich begleiten und unterstützen. Fopp hat die Anfänge in Stockholm miterlebt, als Greta Thunberg noch ganz alleine für die Einhaltung von Klimazielen demonstrierte. "Für uns alle, die wir das ernst genommen haben, waren diese Anfangswochen sehr eindrücklich. Das hatte so eine Kraft, ohne dass die Schüler groß etwas sagen mussten", erinnert sich Fopp. 

Das sei eine ganze Generation, die sich da zu Wort meldet. Eine weltweite Bewegung sei aber erst dadurch entstanden, dass einige wenige junge Personen den Mut gehabt hätten, jede Woche zurückzukommen und zu sagen: wir akzeptieren die Art nicht, wie die Gesellschaft mit dem Klima umgeht. Dennoch könne man den gesellschaftlichen Wandel nicht den Kindern und Jugendlichen aufbürden. "Wir Erwachsene sind in der Verantwortung." Vertrauen in die Jugend hat Fopp dennoch: "Die sind sehr belesen und sehr engagiert. Und die Bedrohung der Erderwärmung verschwindet ja nicht."

Lokal und national reicht nicht 

Die Ablösung von US-Präsident Trump durch den Demokraten Joe Biden stimmt Fopp optimistisch. "Es ist unglaublich wichtig als Öffnung eines Denk- und Handlungsraums, dass dieses Dominanzverherrlichende plötzlich weg ist". Das Wichtigste sei für ihn aber, dass die Frage überhaupt wieder möglich wird, wie man eine globale und gerechte Gesellschaftsverändung organisieren kann, sagte der Wissenschaftler und Aktivist im Dlf: "Man kann nicht nur lokal oder national denken".

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