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Zum 20. JuliHistoriker: Begriff "Widerstand" nicht in der Pandemie nutzen

Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Stille Helden in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, steht an einem Redner-Pult. (Arne Immanuel Bänsch/dpa)
Der Historiker Johannes Tuchel (Archivbild) (Arne Immanuel Bänsch/dpa)

Zum Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 haben sich Historiker gegen die Verwendung des Begriffs "Widerstand" in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Der Geisteswissenschaftler Johannes Tuchel sagte der "Rheinischen Post", die Nutzung des Widerstandsbegriffs durch Querdenker verwechsle schlicht Widerstand gegen totalitäre Diktaturen mit Widerspruch und Opposition im demokratischen Rechtsstaat. Damit werde das Andenken an Menschen herabgewürdigt, die unter Lebensgefahr Widerstand gegen Diktaturen geleistet hätten. Der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand fügte hinzu, dieser "Okkupation" eines Begriffes müsse energisch widersprochen werden. Der Berliner Historiker Martin Sabrow erinnerte daran, dass der 20. Juli als Tag des Widerstands in den 1950er Jahren "im gesellschaftlichen Bewusstsein mühsam errungen" worden sei. Dies gebe ihm "eine eigene Dignität, die über die Zeitläufte hinausreicht und auch durch Modeerscheinungen wie Querdenken nicht ernsthaft in Frage gestellt werden kann".

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