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StartseiteBüchermarktLouisiana On My Mind06.11.2019

Zum Tod von Ernest J. GainesLouisiana On My Mind

Die Diskriminierung von Schwarzen während der Rassentrennung im US-amerikanischen Süden war sein Schreibthema: Nun ist Ernest J. Gaines mit 86 Jahren gestorben. Als Kind von Plantagenarbeitern musste er sich sein Recht auf Bildung erkämpfen und ging als Schriftsteller einen eigenen Weg.

Gisa Funck im Gespräch mit Tanya Liekse

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Ernest J. Gaines 2013 bei einer Ehrung durch den damaligen Präsidenten Obama (DPA/Consolidated/ Ron Sachs)
Ernest J. Gaines 2013 bei einer Ehrung durch den damaligen Präsidenten Obama (DPA/Consolidated/ Ron Sachs)

Ernest James Gaines hat insgesamt acht Romane veröffentlicht. Sein bekanntester ist der 1993 in den USA erschienene Roman "A lesson before dying" - "Eine Unterrichtslektion vor dem Sterben". Darin geht es um ein typisches Topos der afro-amerkanischen US-Literatur, nämlich die unschuldige Verurteilung eines Schwarzen zum Tode durch eine weiße Gerichtsjury. Die Hauptfigur des Romans, der Lehrer Jefferson, aber macht dem unschuldig verurteilten jungen Schwarzen in Gaines' Roman klar, dass er selbst als Todgeweihter (der dem elektrischen Stuhl nicht mehr entgehen kann) immer noch eine menschliche Würde besitzt - und eben nicht nur ein unwertes "Hausschwein" ist, als das ihn sein Anwalt bezeichnet, so Tanya Lieske im Gespräch. Das sei die "entscheidende Lektion" dieser berühmtesten Geschichte von Ernest James Gaines.

Gaines wusste, wovon er schrieb. Als Schwarzer aus dem Süden war es ihm während der Rassentrennung verboten, Bibliotheken zu betreten oder eine weiterführende Schule zu besuchen. Seine ersten Schreibversuche machte er als Briefeschreiber für schwarze Arbeiter, die auf der Plantage schuften mussten. Mit 15 zog Gaines von Louisiana nach Los Angeles um, weil er hier zur Highscool gehen konnte. "Sein Talent setzte sich durch", so Lieske. Gaines wurde als Student sogar an die Elite-Universität Stanford berufen. Er sei mit der Zeit zu einem "Chronisten des US-amerikanischen Südens" geworden, so Lieske, der weniger von anderen afro-amerikanischen Autoren wie etwa James Baldwin beeinflusst war als von den großen russischen Romanciers Tolstoi und Turgeniev.

Doch so weit weg er sich auch räumlich und bildungsmäßig von seiner Heimat entfernte: Schriftstellerisch hat Gaines das einfache, ländliche Leben seiner Jugend in Louisiana nie verlassen. Fast alle seine Bücher spielen hier. Schließlich kehrte der hochgeehrte Autor und Vorkämpfer gegen Rassismus dann auch persönlich wieder nach Louisiana zurück: Er kaufte das Friedhofsgelände auf jener Plantage, auf der er aufgewachsen war - und wo seine Vorfahren als Sklaven gearbeitet hatten.

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