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StartseiteKultur heuteWeltweiter Ruhm durch Bach und Jazz07.03.2019

Zum Tod von Jacques LoussierWeltweiter Ruhm durch Bach und Jazz

Die Kombination von Bach und Jazz machte den Pianisten Jacques Loussier weltberühmt. Seine swingenden Versionen verkauften sich millionenfach - und neben Bach interpretierte Loussier unter anderem auch Händel, Chopin und Eric Satie. Am 5. März 2019 ist Jacques Loussier mit 84 Jahren gestorben.

Von Beate Sampson

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Der französische Pianist Jacques Loussier spielt während des International Jazzfestivals 2006 in San Sebastian (dpa picture alliance / Echezarret)
Der französische Pianist Jacques Loussier, 2006 (dpa picture alliance / Echezarret)
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Man könnte sagen: Seine Karriere begann mit einem Malheur. Jacques Loussier war noch Student am Konservatorium in Paris, das ihn mit 16 Jahren aufgenommen hatte, als er bei einem Wettbewerb ein Bach Präludium spielte, den Faden verlor und dann einfach weiter improvisierte. Damit folgte er einem großen Idol und einer langen Tradition.

"Ich habe eine große Liebe für Bach; er ist für mich der größte Komponist aller Zeiten. Es gibt viele Leute, die nicht wissen, dass während des 18. Jahrhunderts die Musiker - Bach und viele andere - viele Improvisationen gemacht haben."

Mit Jazz das Studium finanziert

Zur großen Liebe für Bach kam der Jazz, den der am 26. Oktober 1934 in Angers geborene Pianist in Pariser Clubs spielte, um sein klassisches Studium finanzieren. Den swingenden Puls und die Kunst der Fuge zusammenzubringen war dann der Coups, der ihm weltweiten Ruhm, millionenfache Plattenverkäufe und ein Lebenswerk bescherte. 1959 gründete Jacques Loussier sein Trio namens "Play Bach".           

In den mehr als 50 Jahren seiner Karriere hat sich Jacques Loussier auch noch vielen anderen Komponisten unterschiedlicher Epochen im swingenden Stil gewidmet. Vivaldi, Händel, Beethoven, Chopin und Schumann, Debussy, Ravel und auch Eric Satie hat er interpretiert.

Musik für Kino und TV

Und er komponierte auch selbst: Musik für über 100 TV- und Kinofilme, eine symphonische Messe, ein Trompeten- und ein Violinkonzert und sogar eine Ballettmusik. Dass er als Komponist verhältnismäßig wenig wahrgenommen wurde, störte Jacques Loussier nicht. 

"Ich bin zwar als Komponist etwas weniger bekannt, aber meine Kompositionen sind doch auch berühmt. Ich versuche so gut wie möglich, das zu machen, was ich fühle. Und wenn das funktioniert - dann bravo. Wenn es nicht funktioniert - bravo."

Auch privat gern Bach

Nach einer fünfjährigen Pause erweckte Loussier sein stillgelegtes Trio 1985 zu Bachs 300stem Geburtstag zu neuem Leben und feierte noch weitere 25 Jahre weltweit Erfolge mit ihm. Dann erlitt er während eines Auftritts beim Klavierfestival Ruhr am 14. Juli 2011 einen Schlaganfall und zog sich in Folge von der Bühne zurück. Im Alter von 84 Jahren ist Jacques Loussier am 5. März gestorben und hinterlässt eine große Fangemeinde, die er mit seinem wohltemperierten Swing begeisterte - Kenner ebenso wie Neulinge im klassischen Fach. Und privat spielte er Bach dabei gerne auch mal im Original. "Natürlich - mit viel Vergnügen. Bach ist Bach!"                    

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