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StartseiteKommentare und Themen der WocheMethode Trump - anstrengend für die Welt, erfolgreich für ihn20.01.2019

Zwei Jahre im AmtMethode Trump - anstrengend für die Welt, erfolgreich für ihn

Donald Trump habe mit seiner 'Rüpel-Taktik' international viel Porzellan zerschlagen - und doch nach seinen Maßstäben äußerst erfolgreich gehandelt, kommentiert Arthur Landwehr zur Halbzeit im Amt des US-Präsidenten.

Von Arthur Landwehr

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US-Präsident Donald Trump am Telefon (AFP/ Mandel Ngan)
Hat nach nur zwei Jahren seine Macht in Partei und Weißem Haus gesichert: US-Präsident Donald Trump (AFP/ Mandel Ngan)

Zwei Jahre leben die Vereinigten Staaten jetzt mit Donald Trump als Präsidenten. Das waren aufregende, vor allem aber aufgeregte zwei Jahre. Lieblingsbegriff trumpkritischer Medien: "Chaos im Weißen Haus". Belege sind Minister, die kommen und gefeuert werden. Und Bücher, in denen Trump als geistig Fünfjähriger und planloser Einzelkämpfer beschrieben wird, der sich von superreichen Großindustriellen manipulieren lässt.

Und gleichzeitig: Zustimmungsrate von über 80 Prozent unter Republikanern? Bei einer von nur 39 Prozent insgesamt. Der Mann spaltet, nach wie vor.

Entscheidend ist einzig seine Perspektive

Seine Gegner werfen ihm vor, das Land zu verändern. Werfen ihm vor, wichtige Errungenschaften wie Krankenversicherung, Umweltschutz, internationale Beziehungen und verlässlichen Handel zu zerstören. Würde man Donald Trump danach fragen, würde er vermutlich ungerührt "Ja, das stimmt" sagen. Warum auch nicht, denn er hat nie etwas anderes versprochen.

Will man Donald Trump nach der Frage von Erfolg und Misserfolg beurteilen, dann ist eines nicht entscheidend: was man selbst für richtig hält. Entscheidend ist dafür einzig seine eigene Perspektive.

Versprechen, Obamas Reformen zurückzudrehen

Sein wichtigstes Ziel hat er bisher erreicht: Seine Wählerbasis aus unzufriedenen, von der Politik angewiderten und in ihrem Selbstverständnis verunsicherten Menschen bei der Stange zu halten. Auch wenn es seit dem Shutdown leicht nach unten geht. Die Marke "Donald Trump" ist stabil, seine Kommunikation mit dieser Klientel wie aus dem Lehrbuch. Er spricht ihre Sprache, hat ein klares Gefühl für ihre Gefühlslage, vermittelt, ihr Vertreter mit Rückgrat in Washington zu sein.

Angetreten war er mit dem klaren Versprechen, Barack Obamas Reformen zurückzudrehen. Beispiel Krankenversicherung. Das hat er nur teilweise geschafft, sie aber massiv durchlöchert. Verordnungen zum Umweltschutz, Baustopp für Pipelines, Klimaschutzregelungen – zum großen Teil weg. Eine Steuerreform durchgesetzt.

Die 'Rüpel-Taktik' als Werkzeug

Donald Trumps Mantra, seine Überschrift der Wahlkampagne: "America First". Dem hat er die letzten zwei Jahre verschrieben und dabei die 'Rüpel-Taktik' als Werkzeug gewählt. Anderen Regierungschefs vor den Kopf gestoßen, einen regelrechten Handelskrieg mit China und Europa vom Zaun gebrochen, internationale Verträge gekündigt, große internationale Unternehmen erpresst. Maßlose Forderungen. Alle Regeln des politischen Umgangs und der Höflichkeit missachtet.

In der Folge werden China und die EU Zugeständnisse machen, wurden Handelsverträge neu geschrieben, bauen große Unternehmen wieder Produktionsanlagen in den USA. Und selbst in das Problem Nordkorea ist Bewegung gekommen. Bei Iran deutet sich das ebenfalls an. Kaum dagegen im Nahen Osten.

Macht gesichert innerhalb von nur zwei Jahren

Ein weiteres Beispiel: Mehr als ein Dutzend hochrangiger Mitarbeiter im Weißen Haus gefeuert, ersetzt und zum Teil wieder ersetzt. Wirkt chaotisch, und manchmal hat man tatsächlich den Eindruck, niemand habe mehr einen Plan. Tatsächlich aber ist Trump nicht bereit, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die nicht 100 Prozent loyal sind. Er kennt keine Gnade, handelt schnell.

In der Folge arbeitet das Weiße Haus jetzt nach seinen Vorgaben. Die republikanische Partei hat er mit ebensolcher Härte, persönlichen Angriffen unter der Gürtellinie und auch schmutzigen Tricks auf Linie gebracht. Niemand, der noch etwas werden will, stellt sich gegen Trump. Innerhalb von zwei Jahren hat er seine Macht gesichert.

Der Präsident steht auch unter Druck

Nicht alles hat geklappt. Die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. Das tut richtig weh. Oder bisher keine Mauer zu Mexiko. Man sollte nur nicht vergessen, dass es gar nicht um die Mauer geht. Trump nutzt das hoch emotionalisierte Thema Einwanderung um seine Wählerbasis einzuschwören. Für oder gegen die Mauer zu sein, hält das Feindbild aufrecht, das seine Klientel in der Anti-Establishment-Wagenburg zusammenrücken lässt.

Trump steht zur Halbzeit unter Druck. Es können wegen der Russlandaffäre riesige juristische und politische Probleme auf ihn zukommen. Das Gesetz und Sonderermittler lassen sich eben nicht mit rhetorischen Gags wegkommunizieren.

Anstrengend für die Welt, erfolgreich für Trump

Die Methode Trump, die Methode Bully aber hat den politischen Stil in den USA, vielleicht weltweit verändert und anderen Populisten den Weg geebnet. Seine Methode hat funktioniert, weil sie überrascht und gültig geglaubte Regeln missachtet.

Wie immer lernen auch die anderen schnell und entwickeln passende Strategien dagegen. Die ersten zwei Jahre aber war die Methode Trump für die Welt sehr anstrengend, aus seiner Sicht aber erfolgreich.

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