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Zweifelhafte AuktionBayern sagt Versteigerung wertvoller Kulturgüter ab

Ein Auktionshammer schwebt am 13.11.2005 im Hotel Mercure Tempelhof Airport in Berlin über dem Pult. Zum ersten Mal fand im Haus eine Kunstauktion statt, deren Erlös der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" zugute kommen soll. Foto: Soeren Stache +++(c) dpa - Report+++ (picture-alliance/ ZB)
Auktion abgesagt: Die fragwürdigen Kulturgüter werden in Bayern erst einmal nicht versteigert. (picture-alliance/ ZB)

Der bayerische Staat hat Auktion in München abgesagt, die eigentlich im September hatte stattfinden sollen und bei der wertvolle antike Kulturgüter versteigert werden sollten.

Nach Recherchen des Deutschlandfunks waren mehrere Länder, aus denen die Gegenstände stammen, im Vorfeld nicht über die Verkaufsaktionen informiert worden. Es besteht jetzt der Verdacht, dass Bayern mit seiner Vorgehensweise das Kultugutschutzgesetz umgangen hat.

Die Stücke sollten teils zu Schleuderpreise angeboten werden: Dazu zählten unter anderem eine präkolumbische Bronzemaske, eine altägyptische Mumienmaske und prähistorische Kleinwerkzeuge aus Knochen. Auf dem internationalen Kunstmarkt werden für solche antiken Objekte hohe Summen gezahlt, denn das Angebot ist in den vergangenen Jahren knapp geworden: Viele Staaten mit antiken Kulturen haben für Kulturgüter generelle Ausfuhrverbote erlassen.

Das zuständige bayerische Landesamt will "aus Datenschutzgründen" nicht bekanntgeben, woher die Kulturgüter stammen. Nach Informationen des Deutschlandfunks wurden sie 1997/98 bei einem in Bayern lebenden Antiquitätenhändler beschlagnahmt. Woher dieser die Stücke wiederum hatte, ist nicht in allen Fällen geklärt.