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StartseiteHörspielAbschied von Lucienne 19.05.2018

MitternachtskrimiAbschied von Lucienne

Paul Chavane ist Speisewagenkellner im "Mistral". Die meiste Zeit ist er auf Schienen zwischen Paris und Marseille oder Nizza unterwegs. Zuhause wartet seine Frau Lucienne. Bis zu jenem Unfall ...

Von Pierre Boileau und Thomas Narcejac

Speisewagen im Mistral. Der Mistral pendelte von 1950 - 1981 zwischen Paris und Nizza. (imago stock&people)
Arbeitsplatz von Paul Chavane. (imago stock&people)

Paul und Lucienne kennen sich schon seit früher Jugend, aus Algerien. Sie waren beide Waisenkinder und hatten eigentlich nur aus jeweiliger Einsamkeit geheiratet. Jahrelang leben sie nun schon nebeneinander her. Paul ist das nicht mehr genug, und er bereitet die Scheidung vor. An diesem Tag will er Lucienne die Papiere übergeben. Doch nach seiner Rückkehr aus Nizza erwartet Paul eine schlechte Nachricht: Lucienne liegt im Krankenhaus, im Koma. Sie ist mit dem Wagen in einem entlegenen Pariser Stadtteil gegen einen Laternenpfahl geprallt. Es sieht sogar danach aus, als sei ihr Peugeot verfolgt und mehrfach von hinten angefahren worden.
Unvorstellbar für Paul, dass seine ängstliche Lucienne sich nachts hinter das Steuer gesetzt haben soll, um in dieses Viertel zu fahren! Sie fürchtet sich im Dunkeln und verlässt abends nie mehr das Haus.
In ihrer Handtasche findet Paul die Einladungskarte einer Galerie und einen ihm unbekannten Schlüsselbund. Dass sich Lucienne für Malerei interessiert, ist Paul neu. Neugierig mischt er sich unter das Vernissage-Publikum und traut seinen Augen nicht: Eines der Gemälde ist das Portrait einer Frau namens Leyla - Lucilles vollkommenes Ebenbild.
Paul findet die Adresse zu den Schlüsseln. Sie gehören zu einem Luxusappartement im 12. Arrondissement, mit Luciennes Mädchennamen Leyla Ketani an der Tür. Ebenso schockiert wie fasziniert zieht Paul in die Wohnung ein, und während Lucienne reglos in ihrem Krankenhausbett liegt, erkundet er Stück für Stück das geheime Leben der Frau, die er so gut zu kennen glaubte.

Komposition: Charles Kalman
Bearbeitung und Regie: Wolf Gremm
Mit Rita Engelmann, Helmut Wöstmann, Gisela Keiner, Hans Wyprächtiger, Christel Koerner, Friedrich von Bülow, Eike Gallwitz, Andreas Mannkopff, Margarete Salbach u.a.

Produktion: SWF 1984
Länge: ca. 54'

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