Seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Antisemitismus in UngarnDie Blutanklage

Das Budapester Parlamentsgebäude in Ungarn. (imago / McPHOTO)

Im April 1882 verschwand das 14-jährige christliche Dienstmädchen Esther Solymosi aus dem von mehrheitlich armen Ungarn und Juden bewohnten nordungarischen Dorf Tiszaeszlár. Der tragische Fall ereignete sich am Vorabend der Osterfeier und des Pessachfestes und schuf eine hysterische Atmosphäre.


Ein Mann raucht einen Joint. (imago)

Weed im Wilden WestenColorados neue Kiffer-Kultur

"Das bislang ehrgeizigste soziale Experiment des 21. Jahrhunderts" - so nennt der Gouverneur von Colorado die Marktfreigabe von Marihuana. Seit mehr als einem Jahr darf Cannabis im Rocky-Mountains-Staat frei verkauft werden. In der Hauptstadt Denver, ebenso wie in den schicken Skiorten wie Aspen und Vail ist das lang verteufelte Kraut aus der Schmuddelecke der Stoner-Subkultur gezogen.


Die Porträts von Hitler, Mussolini und Franco auf einer Postkarte aus dem Jahr 1937 (imago / United Archives International)

Best of Mao, Hitler, StalinDiktatoren als empfindsame Künstler

Saddam Hussein schrieb Liebesromane, Muammar al-Gadafi verfasste Gedichte. Ob Hitler, Mao, Mussolini, Stalin oder Karadžić- diese Männer zählen nicht nur zu den größten Verbrechern der Menschheitsgeschichte, sie alle verstanden sich zugleich auch als Autoren.


Neben- und übereinandergestapelte Container in blau, rot, gelb und weiß auf einer Baustelle, davor ein Schild mit dem Text "Hier entsteht eine Unterkunft für Flüchtlinge". (imago / Jürgen Heinrich)

Asyl in PankowÜber die Organisation einer Willkommenskultur

Im November 2013 wurde im Berliner Bezirk Pankow ein neues Flüchtlingsheim in Betrieb genommen. Befürchtete Proteste blieben weitestgehend aus, da das Bezirksamt unter dem Motto "Wir in Pankow - tolerant und weltoffen" eine Informationsoffensive aufgelegt hatte, mit der Anwohner von Anfang an für das Projekt gewonnen werden konnten.


Der britische Staatsmann Sir Winston Churchill (1874-1965) grüßt aus einem Fahrzeug heraus mit der für ihn typischen Geste, dem Victory-Zeichen. (picture alliance / dpa  / Central Press)

Winston ChurchillAuf dem Schlachtfeld der Worte

In der letzten Maiwoche des Jahres 1940 befand sich Churchills Großbritannien in einer hoffnungslosen Lage: Fast die gesamte Armee saß im Hafen von Dünkirchen in der Falle und drohte in deutsche Gefangenschaft zu geraten.


Der Sänger Rex Joswig hält singend ein Mikrofon in der Hand. (imago / Seeliger)

DDR"Bakschischrepublik"

Nachklänge eines Wende-Songs der Band Herbst in Peking

Sommer 89, die alternative Band Herbst in Peking nimmt Musik für ein Hörspiel des DDR-Rundfunks auf. Als der Abspann produziert wird, trifft sie ein Auftrittsverbot. Sänger Rex Joswig hatte bei einem Konzert in Brandenburg die Staatsmacht provoziert, indem er das Publikum zu einer Gedenkminute für die Opfer des Massakers vom Platz des Himmlischen Friedens in Peking aufrief.


Ein Teil der Mauer zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten, aufgenommen bei Bethlehem am 08.07.2011. Die Mauer hat Deutschland jahrzehntelang geteilt und die Bürger der DDR an der Ausreise gehindert. (picture-alliance / dpa / Abed Al Hashlamoun)

Israelisch-ostdeutsche Verwicklungen und VerwirrungenSchalom und Sozialismus - immer bereit!

Es beginnt bei den Gruppengesängen, geht musikalisch weiter im fröhlichen Aufbaugestus für Geschwistertum im Arbeiter- und Bauernvolk.Yossi B. macht eine Sendung über "Das revolutionäre deutsche Lied" im israelischen Radio. Der Israeli und die deutsche Journalistin Charlotte Misselwitz stellen fest, dass das zionistische und ostdeutsche Liedgut ähnlich klingt.


Der Publizist und Hamburger Senatsdirektor Erich Lüth (1902 - 1989) sprach am 11.02.1952 in der Aula der Frankfurter Universität über "Frieden mit Israel" und wandte sich erneut gegen den Regisseur V. Harlan. (picture-alliance / dpa)

50 Jahre deutsch-israelische BeziehungenSprachstunde null

Wie die Bundesrepublik über Juden und Israel zu sprechen lernte

Für die an den Juden begangenen Verbrechen fand die bundesrepublikanische Öffentlichkeit in den frühen Jahren nach dem Krieg noch keine Sprache. Das Thema wurde verdrängt oder geleugnet, und Fragen von Schuld und Verantwortung erschienen fast ausschließlich im Zusammenhang der geplanten, äußerst unpopulären Entschädigungszahlungen.


Der US-amerikanische Regisseur und Schauspieler Orson Welles (1915-1985) begrüßt im Februar 1982 bei der Verleihung des Filmpreises "Cesar 82" in Paris das Publikum.

Orson WellesEin Puzzle

"Rosebud!": Es ist eines der großen Rätsel der Filmgeschichte, das letzte Wort des Tycoons Citizen Kane in jenem Film, der regelmäßig an erster Stelle genannt wird, wenn es um Kinoranglisten geht. Zum 100. Geburtstag begibt sich der Schriftsteller Thomas von Steinaecker wie der Reporter in Citizen Kane auf die Suche nach den Puzzlesteinchen.


Schaufenster eines Lebensmittelgeschäfts mit Jüdischen Spezialitäten in Berlin. (imago / Lem)

Berlins jüdische Israelis Meschugge Mischpoke und West-Ost-Divan

Wenn Ronit Land am Denkmal "Züge ins Leben - Züge in den Tod" vor dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin steht, dann denkt sie an ihre Mutter. Ende August 1939 saß das zwölfjährige jüdische Mädchen Cilly Salomon hier und wartete auf den Kindertransport, mit dem ihr die Flucht aus Nazideutschland gelingen sollte.


Afrikanische Einwanderer ernten Orangen in Rosarno, Kalabrien. (picture-alliance / dpa / Franco Cufari)

Arbeitssklaven in Kalabrien Labor des Wegwerf-Menschen

Rosarno ist eine Kleinstadt im Süden Kalabriens, deren Wirtschaft seit jeher auf dem Anbau von Zitrusfrüchten gründet. Einst ein florierendes Städtchen, hat es seit den 70er-Jahren einen stetigen Niedergang erlebt. Denn irgendwann konnten die kalabrischen Orangen der billigen Konkurrenz aus dem Ausland nicht mehr standhalten.


Ein Panzerfahrzeug der Wehrmacht, gefolgt von Soldaten auf Motorrädern, in der Stadt Minsk während des Rußland-Feldzuges im August 1941. (picture-alliance / dpa / UPI)

PartisanenNicht kampflos sterben!

Jüdischer Widerstand im weißrussischen Gedächtnis

Im offiziellen weißrussischen Geschichtsbild nehmen die heldenhaften Partisanen im Kampf gegen die Nazibesatzung einen zentralen Platz ein. Was wenig bekannt ist: Zwei Partisanenverbände bestanden aus gläubigen Juden. Nirgendwo sonst in dieser Zeit gab es einen vergleichbaren jüdischen Widerstand.


Der Bildhauer Hans Uhlmann neben seinen Plastiken "Fetisch 1963" und "Stahlplastik 1961" am 15.03.1968 in der Akademie der Künste in Berlin. (picture-alliance/ dpa / Konrad Giehr)

TagebuchIm Käfig

Hans Uhlmanns Aufzeichnungen während der Haft 1934/35

"Vorbereitung zum Hochverrat", lautete die Anklage, die Hans Uhlmann 1934 für eineinhalb Jahre ins Gefängnis Berlin-Tegel brachte. Der Künstler war einer von 60.000 Kommunisten, die damals festgenommen wurden. Um dem Haftalltag zu entfliehen, führte der Bildhauer ein Tagebuch, dem er seine Zukunftspläne, seine Empfindungen und Beobachtungen anvertraute.


Der südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Autor Luis Trenker, aufgenommen vor einer Bergkulisse. Undatierte Aufnahme. (picture-alliance / dpa / Roelen)

Mythos Luis TrenkerEin Mann, ein Berg

Wer den Namen Luis Trenker hört, denkt sofort an die Südtiroler Berge. Dabei war Luis Trenker in Wirklichkeit nur ein mittelmäßiger Kletterer. In den fast 98 Jahren seines Lebens arbeitete er als Architekt, Unternehmer, Dolomitenführer, Skilehrer, Soldat, Schauspieler, Filmemacher, Schriftsteller sowie als Märchenonkel für den Bayerischen Rundfunk.


Graffiti des ehemaligen Präsidenten Hugo Chavez in Caracas, Venezuela. (imago / Xinhua)

VenezuelaAuf dem Weg zur Diktatur?

Eindrücke aus einem gebeutelten Land

15 Jahre nach dem Amtsantritt von Hugo Chávez, zwei Jahre nach seinem Tod befindet sich Venezuela in einer tiefen Krise. Im ölreichsten Land Lateinamerikas herrscht heute ein Mangel an Benzin und Elektrizität, an Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. Was ist aus der einstigen "bolivarischen Revolution" geworden?

Nächste Sendung: 29.05.2015 20:10 Uhr

Das Feature
"Die Sprache hat mich wiedergeboren"
Der Weg des Schriftstellers Hanns-Josef Ortheils aus dem Schweigen
Von Burkhard Reinartz
Regie: der Autor
Produktion: DLF 2015
Noch mit sieben Jahren sprach Hanns-Josef Ortheil kein einziges Wort. Die Diagnose lautete damals: autistische Ich-Versenkung. Heute spricht man von Mutismus, wenn Kinder jahrelang schweigen. Ortheils Mutter, durch den Tod von vier Söhnen traumatisiert, schwieg in dessen Kindheit ebenfalls. Inzwischen hat Hanns-Josef Ortheil 24 Romane veröffentlicht, etliche Literaturpreise erhalten und eine Professur für Literarisches Schreiben. 'Das Feature' zeichnet den Weg vom sprach- und schreibfernen 'Idioten' zum besessenen Literaten nach. Wie lernt jemand sprechen, mit dem als Kind nicht gesprochen wurde? Schon als Kind war Ortheil ein begnadeter Pianist. Welche Rolle spielt die Musik bei der Wiedergeburt in die Sprache? Und: Wie wirken sich Ortheils frühe Erfahrungen heute auf sein Schreiben aus?
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Vorschau - Das Feature

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil (Lotta Ortheil)

Mutismus"Die Sprache hat mich wiedergeboren"

Noch mit sieben Jahren sprach Hanns-Josef Ortheil kein einziges Wort. Die Diagnose lautete damals: autistische Ich-Versenkung. Heute spricht man von Mutismus, wenn Kinder jahrelang schweigen. Ortheils Mutter, durch den Tod von vier Söhnen traumatisiert, schwieg in dessen Kindheit ebenfalls.

29.05.2015 | 20:10 Uhr

"Alle für Wasser, Wasser für alle!" ist am 22.03.2014 in Berlin auf einem Schild bei einer Demonstration der Organisation Viva con Aqua zu lesen, die anlässlich des Weltwassertages für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser stattfand. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

HilfsorganisationViva con Agua - Eine Initiative aus St. Pauli

Sie gilt als die etwas andere Hilfsorganisation aus dem etwas anderen Milieu - die Initiative Viva con Agua, die sich für sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung in Entwicklungsländern engagiert. Der international tätige Verein entstand im Hamburger Stadtteil St. Pauli und ist eng verbunden mit dem dortigen Fußballclub.

02.06.2015 | 19:15 Uhr

Ein Becken am National September 11 Memorial am Ground Zero in New York (dpa / picture alliance / Alexandra Schuler)

Dark tourismVergnügungsreisen ins Grauen

In Scharen strömen moderne Reisende in ehemalige Kerker und Konzentrationslager, urlauben am liebsten dort, wo einst Kriege tobten, wo Natur- und Atomkatastrophen Land und Leben zerstörten. Mit prickelndem Ekel inhalieren sie den Gestank indischer Slums, inspizieren mit kundigem Blick Folterzentren wie die berüchtigte Tuol-Sleng-Schule in Phnom Penh.

05.06.2015 | 20:10 Uhr

Die Königsstraße der ostbrandenburgischen Kurstadt Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland). (picture-alliance / dpa / Patrick Pleul)

DDR-JugendhilfeKinderleben in einem preußischen Gefängnis

Kinder wurden von der DDR-Jugendhilfe aus ihren Elternhäusern genommen, um sie vor familiärer Gewalt zu schützen. Ihre erste Heimerfahrung sammelten einige dieser Kinder im Durchgangsheim Bad Freienwalde, einem ehemaligen preußischen Gefängnis.

09.06.2015 | 19:15 Uhr

Eine eingerollte Zeitung im Querschnitt vor einem schwarzen Hintergrund. (imago/Westend61)

GeschichtenDeutschland in Kleinanzeigen

Sie erscheinen täglich auf schwarzen Brettern, an Laternenpfählen, im Internet, in überregionalen Blättern oder Stadtmagazinen: Annoncen, in denen Tod und Geburt verkündet, Arbeit und Glück gesucht, Karriere, Liebe, Erleuchtung und Zugehörigkeit verheißen werden. Ob es um die Folgen des Neoliberalismus oder die Überalterung der Gesellschaft geht.

12.06.2015 | 20:10 Uhr

Freistil

Drei Köche mit Kochmützen arbeiten in einer Restaurantküche. (picture alliance / ZB / Jens Büttner)

Haute CuisineDie Sterne über Berlin

Spätestens seit dem 7. November 2013 ist es offiziell: Die Deutschen haben kochen gelernt. Und zwar so gut, dass sie von den Franzosen mit Auszeichnungen nur so beschmissen werden. 274 deutschen Restaurants haben die Gralshüter des Guide Michelin Sterne verliehen, so viele wie nie.

Dossier

Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am 27.09.2012 in Berlin am Eingang eines OP-Saales vorbei getragen. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

OrganspendeAuf Leben oder Tod

Wartelisten todkranker Patienten wurden manipuliert und Regeln zur Vergabe der raren Spenderorgane vielfach gebrochen. Die Ursachen: falsche Anreize, lasche Kontrollen und die erbitterte Konkurrenz der Transplanteure um die Organe.

Hörspiel

Das SWR Vokalensemble Stuttgart (SWR / Thomas Müller)

SWR VokalensembleThe Moon Tapes

In einem Raumschiff umrunden zwei Koala-Bären die Welt. Mit hoch aufgestellten Antennenohren lauschen sie den Gesängen der Lakonikerin, der Semantikerin und des Antipoden, die (unterstützt von ihren Chören) unten auf der Erde das hohe Lied von der Ankunft einer Raumkapsel anstimmen.

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