• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 02:07 Uhr Kulturfragen
StartseiteDas FeatureMein Vater, der Maler01.06.2012

Mein Vater, der Maler

Ein Familienleben im Lichte der Kunst

Mit 16 wird Jürgen Hans Grümmer (1935 – 2008) jüngster Meisterschüler an den Kölner Werkschulen, mit 20 gilt er als Geheimtipp der Kunstszene. Mit 22 hat er Frau und Tochter.

Von Judith Grümmer

Familie Grümmer: Tochter Judith und ihr Vater, der Maler Jürgen Hans Grümmer, und Mutter Irma im Jahr 1978 (Judith Grümmer)
Familie Grümmer: Tochter Judith und ihr Vater, der Maler Jürgen Hans Grümmer, und Mutter Irma im Jahr 1978 (Judith Grümmer)

Das Kind atmet Ölfarbe und Basaltstaub, spielt in Baubuden, Werkstätten und Steinbrüchen. Es wächst in einer Künstlerkommune auf und trotz aller Geborgenheit sagt es tatsächlich: "Wenn ich groß bin, werde ich Spießer!"

Denn der früh vom Erfolg verwöhnte Grümmer hält den eigenen Ansprüchen nicht stand. Die Kunst nährt umso mehr Selbstzweifel, je weniger sie die Familie sättigt. Irgendwann kommt der Vater der Familie abhanden. Einzig seine Kunst bleibt ihm, auch wenn niemand sie mehr will.

20 lange Jahre hört und sieht seine Tochter nichts von ihm. Sie ist Mutter von drei Söhnen, als er wieder auftaucht, und langsam, sehr langsam entdecken Vater und Tochter füreinander längst verloren Geglaubtes: Respekt, Liebe. Nach seinem Tod sieht Grümmers Tochter, dass sein Spätwerk die Trauer um die verlorenen 20 Jahre Gemeinsamkeit spiegelt. Es sind seine stärksten Arbeiten.

Regie: Ulrike Bajohr
DLF 2012

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk