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Nostradamus und die Nazis

Astrologie und Aberglaube unter dem Hakenkreuz

Von Christian Blees

Ein mit einem Hakenkreuz beschmierter jüdischer Grabstein (AP Archiv)
Ein mit einem Hakenkreuz beschmierter jüdischer Grabstein (AP Archiv)

Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, hat die Astrologie in Deutschland Hochkonjunktur. Noch 1936 schickt Adolf Hitler den Teilnehmern des internationalen Astrologenkongresses in Düsseldorf ein persönliches Grußtelegramm. Schon zwei Jahre später aber wird jegliche astrologische Betätigung verboten: "Eine Lehre, die gleich gut sein soll für Neger, Indianer, Chinesen und Arier steht in schroffstem Widerspruch zu unserer Erkenntnis von der Rassenseele."

Insgeheim aber nutzen die Nazis mit Beginn des Zweiten Weltkrieges astrologische "Erkenntnisse" zur psychologischen Kriegsführung: Politisch opportune Astrologen werden beauftragt, die rätselhaften Weissagungen des Nostradamus aus dem 16. Jahrhundert im Sinne der NS-Ideologie zu deuten. Die entsprechenden Voraussagen werden in Form anonymer Flugblätter und Broschüren im Ausland veröffentlicht, um die Moral der gegnerischen Truppen zu untergraben. Auch lassen Astrologen ihre Pendel im Auftrag der Nazis über Seekarten kreisen, um gegnerische U-Boote aufzustöbern.

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