• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteDas FeatureAxt und Feder02.12.2014

Schriftsteller Akram Ailisli Axt und Feder

Wie der aserbaidschanische Schriftsteller vom lebenden Klassiker zum Volksfeind wurde

2004 hackte ein aserbaidschanischer Leutnant namens Ramil Safarow einem armenischen Offizier mit einer Axt den Kopf ab. Es geschah bei einem NATO-Lehrgang in Ungarn. Angeblich hatte der Armenier im Beisein von Safarow einem anderen Armenier irgendetwas zugeflüstert und dabei gegrinst.

Von Ernst von Waldenfels

Die Flagge von Aserbaidschan. (picture-alliance / dpa / RIA Nowosti)
Schriftsteller Akram Ailisli wurde über Nacht zum Volksfeind. (picture-alliance / dpa / RIA Nowosti)

2012 kehrte Safarow nach langer Haft in Ungarn nach Aserbaidschan zurück, wo man ihn unter dem Jubel des Volkes mit Ehrungen überschüttete und sofort beförderte. Doch für einen Mann war dies unerträglich.

Es war der schon über 70 Jahre alte Schriftsteller und lebende Klassiker der aserbaidschanischen Literatur Akram Aylisli. Als Reaktion gab er eine Novelle zur Veröffentlichung frei, die von der Vernichtung der Armenier in der Türkei und den antiarmenischen Pogromen in Aserbaidschan Ende der 80er-Jahre handelt. Womit er über Nacht zum Volksfeind Nr. 1 wurde. Seine Bücher wurden verbrannt, Frau und Kinder verloren die Arbeit, er selbst wurde mit Verstümmelung bedroht und im Parlament wurde angeregt, seine Gene auf armenische 'Verunreinigung' untersuchen zu lassen.

Produktion: DLF 2014

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk