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Seit 13:30 Uhr Eine Welt
StartseiteFreistilZwischen Prüderie und Porno04.05.2014

Sex in RusslandZwischen Prüderie und Porno

In russischen Schulen gibt es so gut wie keine Sexualaufklärung. Im dritten Jahrtausend ist Russland auf dem Weg zurück zur Prüderie der Sowjetunion. Offiziell gab es zu sozialistischen Zeiten weder Prostitution noch Pornografie noch Sexshops. Dann zerbrach die UdSSR und die Menschen wurden offener.

Von Thomas Franke

Das Protestplakat gegen Homophobie in Russland zeigt eine Begrüßungsszene zwischen Präsident Wladimir Putin und dem Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill.  (picture alliance / dpa)
Bürger, die nicht streng heterosexuell und monogam orientiert leben, sind dem Russischen Staat und der Kirche suspekt. (picture alliance / dpa)

Überall entstanden Stripclubs, Prostituierte warteten sogar vor der Geheimdienstzentrale Lubjanka auf ihre Freier, und Mafiosi ließen sich mit nackten Mädchen in Pools ablichten. Sex war etwas zum Protzen und aufgebrezelte Russinnen wurden für viele Männer in ganz Europa ein Inbegriff der Erotik. Heute wird der "moralische Zerfall" in Russland gestoppt, vom Staat. Sex wird aus der Öffentlichkeit verdrängt, Menschen, die nicht streng heterosexuell und monogam orientiert leben, sind dem Staat suspekt, gelten als krank, pervers oder zumindest als Bedrohung der wiedererlangten Ordnung. Das Putin-System propagiert Kinderreichtum in heterosexuellen Musterfamilien, unterstützt von Gesetzen, die eng mit der Kirche abgestimmt sind.

Produktion: DLF 2014

Achtung: Die Sendung ist für Hörer unter 18 Jahren nicht geeignet!

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