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StartseiteDas FeatureDas Metall des Krieges oder: 100 Briefe aus Pleskau12.09.2014

Zweiter WeltkriegDas Metall des Krieges oder: 100 Briefe aus Pleskau

"... abgehärmte Gestalten, die sich kaum auf ihren Beinen halten können. Von denen haben wir schon einen kleinen Friedhof", schrieb Unteroffizier Stemmer seiner Liebsten nach Deutschland. Im November 1941 bewachte er das "Stammlager 372" in der russischen Stadt Pskow, die die Nazis Pleskau nannten.

Von Mario Bandi

Stadtpanorama Pleskau (Mario Bandi)
Stadtpanorama Pleskau (Mario Bandi)

75.000 russische Kriegsgefangene kamen in Pskow um. Ein Massengrab wurde erst kürzlich entdeckt, als man auf dem Lagerterritorium Baugruben aushob. Um diese Zeit etwa ersteigerte Andrej Iwanow auf Ebay die Briefe des deutschen Wachmanns. Iwanow interessiert sich als Ortschronist für die drei Jahre Naziherrschaft.

Nach dem Krieg war von der alten Stadt nichts mehr übrig. Die Rückzugsgefechte hinterließen nur Trümmer und Schlachtfelder. Die durchwühlen junge Russen heute nach Waffen und Orden. Besonders gut verkaufen sich Originalhakenkreuze. Andrej Iwanow kämpft gegen die Gleichgültigkeit der Behörden und die Schwarzgräber, die auch die Totenruhe stören: Die sterblichen Überreste der Soldaten beider Seiten werfen sie weg - nur auf das Metall des Krieges sind sie scharf.

Produktion: DLF 2014

Bildergalerie - Das Metall des Krieges oder: 100 Briefe aus PleskauDenkmal für russische Soldaten Ein BetonbunkerDrachenflieger vor der Kathedrale von Pskov.Krankenschwester Marianne Amft

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