Afrika
BBC: Miliz im Sudan griff absichtlich Krankenhäuser an

Laut Recherchen der BBC hat die RSF-Miliz im Sudan systematisch Krankenhäuser angegegriffen. Während der Belagerung und der anschließenden Einnahme der Stadt El-Fasher in Darfur vor einem Jahr sei das Gesundheitssystem dort zerstört worden.

    Ein zerstörtes Krankenzimmer in einem Gesundheitszentrum in der Stadt El-Fasher im Land Sudan.
    Zerstörungen im Tambasi-Gesundheitszentrum in El Fasher, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Darfur im Sudan durch einen Artillerieangriff der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im August 2024. (picture alliance / Xinhua News Agency / North Darfur State's Health Ministry)
    Unter Berufung auf Quellen vor Ort in El-Fasher sammelte die BBC Einzelheiten zu mehr als 40 Angriffen auf Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen zwischen Mai 2024 und Oktober 2025. Einige davon wurden mehrfach getroffen. Auch Krankentransporte wurden den Recherchen zufolge gezielt von Drohnen angegriffen, Dutzende Menschen dabei getötet.
    Der UNO-Menschenrechtsbeauftragte Türk bezeichnete die Ergebnisse der Recherchen laut dem Bericht als zutiefst beunruhigend. Die Angriffe stellten schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dar und könnten Kriegsverbrechen sein, sagte Türk. Die RSF-Miliz wies die Anschuldigungen zurück.
    Die Armee und die Miliz kämpfen seit April 2023 um die Vorherrschaft im Sudan und wirtschaftliche Interessen. Zehntausende Menschen wurden getötet, mehr als 14 Millionen vertrieben.
    Diese Nachricht wurde am 23.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.