Sonntag, 03. Juli 2022

Programm: Vor- und RückschauSonntag, 03.07.2022

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  • 00:05 Uhr

    „Kinder, schafft Neues“
    Eine Lange Nacht über Richard Wagner als deutsche Affäre
    Moderation: Julia Spinola und Simon Strauß
    Gäste: Andrea Moses, Rüdiger Safranski, Sergio Morabito, Jascha Nemtsov
    Autorin: Julia Spinola
    Regie: Heike Tauch und Tobias Barth

    Kein Komponist des 19. Jahrhunderts vermag es, die Gemüter so zu erhitzen wie Richard Wagner. Nach wie vor wird er verfemt, verlacht und still bewundert - Wagner ist und bleibt eine Herausforderung für das deutsche Bewusstsein. Als Revolutionär und Exilant, als Bankrotteur und als Protegé wohlhabender Mäzene tritt er uns als schillernde Figur und unberechenbarer Lebemann entgegen. Der Diskussionsabend nimmt Richard Wagner aus verschiedenen Perspektiven in den Blick: Andrea Moses hat als Regisseurin verschiedene Opern von Wagner inszeniert, zuletzt 'die Meistersinger von Nürnberg' an der Deutschen Staatsoper Berlin. Aus „Lohengrin“, einer ihrer früheren Inszenierungen, hat sie eine „packende Studie über die Manipulierbarkeit der Massen und die Undurchschaubarkeit von allgegenwärtigen Strukturen gemacht“. Der Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski beschreibt Wagner als einen dionysischen Künstler und Meister des musikalischen Rausches. Der Pianist und Professor für Jüdische Musik Jascha Nemtsov fragt danach, wie sich Wagners aggressiver Antisemitismus auch in seinem musikalischen Werk niederschlug. Sergio Morabito setzt sich seit vielen Jahren als Dramaturg und im Regieteam mit Jossi Wieler künstlerisch mit Wagner auseinander - am 12. Juni feierte ihre gemeinsame Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ an der Deutschen Oper Berlin Premiere. In der dritten Stunde dieser Langen Nacht wird das Thema erweitert um das Feature: Richard Wagner und Karl Marx - zwei paradigmatische Größen der deutschen Kultur- und Geistesgeschichte - von Julia Spinola.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Alte Musik: Rheingau Musik Festival 2021: Brandenburgische Konzerte, Teil 2

    Johann Sebastian Bach

    Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur, BWV 1048
    Akademie für Alte Musik Berlin

    Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur, BWV 1050
    Raphael Alpermann, Cembalo
    Georg Kallweit, Violine
    Johanna Bartz, Traversflöte
    Akademie für Alte Musik Berlin

    Brandenburgisches Konzert Nr. 6 B-Dur, BWV 1051
    Sabine Fehlandt, Viola
    Clemens-Maria Nuszbaumer, Viola
    Jan Freiheit, Violoncello
    Akademie für Alte Musik Berlin

    Aufnahmen vom 15. und 16.7.2021 aus der Basilika Kloster Eberbach

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Max Bruch

    Konzert für zwei Klaviere und Orchester, op. 88a

    Suite nach russischen Volksmelodien, op. 79b

    Mona Bard, Klavier
    Rica Bard, Klavier
    Staatskapelle Halle
    Leitung: Arne Matiakh, Dirigent

  • 06:05 Uhr

    Tarifpolitik in Inflationszeiten: Konzertierte Aktion ist ein Rohrkrepierer

  • 06:10 Uhr

    Johann Gottlieb Naumann
    "Lobe den Herrn, meine Seele". Der 103. Psalm für Soli, Chor und Orchester
    Bettina Eismann, Sopran
    Elisabeth Wilke, Alt
    Werner Güra, Tenor
    Egbert Junghanns, Bass
    Körnerscher Sing-Verein Dresden
    Dresdner Instrumental-Concert
    Leitung: Peter Kopp

    Charles Piroye
    aus: "Pièces d'orgue" (1712)
    "L'Immortel. Dialogue à deux choeurs"
    Lucile Dollat, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    "Ach Herr, mich armen Sünder". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 135
    Robin Tyson, Altus
    Vernon Kirk, Tenor
    Jonathan Brown, Bass
    Monteverdi Choir
    English Baroque Soloists
    Leitung: John Eliot Gardiner

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Festival der jüdischen Kultur in Krakau

    Zivile Dienstpflicht für Katastrophenfälle - Ein Interview mit dem Philosophen Jörg Phil Friedrich

    Von der Koalition zur Fusion - Ein Interview mit der Politikwissenschaftlerin Sabine Kropp

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Tschechien, Europa und die EU - Ein Interview mit dem Schriftsteller Jaroslav Rudis

    Denk ich an Deutschland: der Künstler Anselm Kiefer

    Am Mikrofon: Benedikt Schulz

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    „Zur Hölle mit Euch! Oder wohin?"
    Ist Gott gerecht oder barmherzig angesichts des Krieges?
    Von Fra‘ Georg Lengerke
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 125 Jahren: Das Riesenrad im Wiener Prater wird in Betrieb genommen

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

  • 09:30 Uhr

    Rückblick 2014 - Gespräche über die Ukraine (1/2)
    Mit Juri Andruchowytsch und Tanja Maljartschuk im Dialog mit Katja Petrowskaja
    (Wdh. v. 2014)

    Im Rückblick liegt Weitsicht: Vier Gespräche mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus der Ukraine führte Katja Petrowskaja für „Essay und Diskurs” im Herbst 2014. Sie eröffnen eine teils erstaunliche Weitsicht intellektueller Stellungnahmen. Es ging dabei weniger um die aktuelle Nachrichtenlage zum Euromaidan 2014 als um einen diskursiven Hintergrund für die realistische und sichere Zukunft der Ukraine in Europa aus der Sicht der Schreibenden. Alle fünf ukrainischen Intellektuellen hatten zu diesem Zeitpunkt Essays und Texte zur Lage der Ukraine verfasst. Juri Andruchowytsch hatte 2014 das Buch „Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht“ herausgegeben. Katja Petrowskaja war 2014 in Deutschland durch ihr Buch „Vielleicht Esther“ bekannt geworden. Tanja Maljartschuk veröffentlichte 2013 die „Biografie eines zufälligen Wunders“.
    Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft im estnischen Tartu und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitete als Journalistin für russische und deutsche Medien. Für „Vielleicht Esther“, ihren Erzählband über die NS-Verbrechen in ihrer Heimatstadt, erhielt sie 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis und wurde um 2014 zu einer feuilletonistischen Stimme der Ukraine in den Medien.
    Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, studierte in Lemberg und Moskau und lebt nach Aufenthalten in Westeuropa und den USA heute wieder in Iwano-Frankiwsk. Er debütierte als Lyriker, publizierte Essays und zahlreiche Artikel zu aktuellen Themen. Drei Romane erschienen in den 90er-Jahren. 2006 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung ausgezeichnet. 2020 erschien „Die Lieblinge der Justiz. Parahistorischer Roman“ sowie 2016 „Kleines Lexikon intimer Städte. Autonomes Lehrbuch der Geopoetik und Kosmopolitik“.
    Tanja Maljartschuk, geboren 1983 in Iwano-Fankiwsk, Westukraine, schloss an der dortigen Prykarpattia National Universität ein Philologiestudium ab. Sie arbeitete einige Jahre als Journalistin bei verschiedenen Fernsehsendern in Kiew. Seit 2011 lebt sie in Wien. 2009 veröffentlichte sie den Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“, begeistert aufgenommen als der „kraftvolle, poetische Ruf einer ukrainischen jungen Autorin, der gehört werden muss“. 2019 erschien der Roman „Blauwal der Erinnerung“ über den vergessenen ukrainischen Volkshelden Wjatscheslaw Lypynskyj.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Inselkirche auf Hiddensee
    Predigt: Pastor Konrad Glöckner
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Rüdiger von Fritsch, ehemaliger deutscher Botschafter in Moskau

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Prähistorische Grotte
    Mit dem Entdecker Henri Cosquer durch den Nachbau der Höhle

    Mysteriöse Begebenheit
    Hameln und die Sache mit dem Rattenfänger

    Der Tourismus kehrt zurück
    Israel im Sommer 2022

    Die Jäger des grünes Schatzes
    Smaragde in den Hohen Tauern

    Der wilde Südwesten Sardiniens
    Am Golf von Oristano

    Am Mikrofon: Susan Zare

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Bürgerrechtler Zoni Weisz im Gespräch mit Tanja Runow
    (Wh. vom 22.07.2018)

    Der Sinto Zoni Weisz entging als Kind in den Niederlanden nur knapp der Deportation nach Auschwitz, wo der Großteil seiner Familie ermordet wurde. Seit Jahrzehnten engagiert sich der erfolgreiche Unternehmer und Florist für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und setzt sich für die Rechte und Belange von Sinti und Roma ein. 2011 sprach er vor dem Deutschen Bundestag.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Jürgen Becker: „Die Rückkehr der Gewohnheiten. Journalgedichte“
    (Suhrkamp Verlag, Berlin)

    Jürgen Becker: „Gesammelte Gedichte. 1971-2022“
    Mit Collagen von Rango Bohne und Fotos von Boris Becker
    (Suhrkamp Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Insa Wilke

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Auf stiller Mission im Urwald
    Sich selbst ausbreitende Impfstoffe für die Wildnis
    Von Claudia Doyle
    Produktion: Deutschlandfunk 2020

    Tollwut, Ebola oder das nächste Coronavirus: Wildtiere tragen Viren in sich, die dem Menschen gefährlich werden können. Würde man die Tiere impfen, ließen sich Krankheitsausbrüche vielleicht verhindern. Doch mit herkömmlichen Methoden ist das nicht zu schaffen, schließlich kann niemand tausende Nagetiere oder Fledermäuse einfangen. Wissenschaftler forschen deshalb an Impfstoffen, die sich genau wie Viren selbstständig in einer Population ausbreiten. Kann das funktionieren?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Antisemitismus, Postkolonialismus, Kunst
    Politologin und Rassismus-Forscherin Saba-Nur Cheema, Universität Frankfurt am Main, im Gespräch mit Ludger Fittkau

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Macbeth - Andriy Zholdak inszeniert Verdi am Theater Freiburg

    Angekommen im "unterirdischen Himmel" - Martin Walser übergibt sein Archiv an das Deutsche Literaturarchiv Marbach
    Ulrich von Bülow, Archivleiter, im Gespräch

    "Die Figur werden" - Berlinde De Bruyckere im Arp-Museum in Remagen

    Zusammenspiel - Ein Konzert des Youth Symphony Orchestra of Ukraine und des Bundesjugendorchesters

    Den Krieg im Blick - Das Festival der jüdischen Kultur in Krakau

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr   Sporttelegramm
  • 18:40 Uhr

    Raushalten reicht nicht mehr: Wie die Schweiz über ihre «Neutralität» diskutiert

  • 19:10 Uhr

    Radsport - Tour de France: 3. Etappe. Vejle - Sonderborg (182 km)
    Streckenplanung Tour de France

    Triathlon - Challenge Roth

    Schwimm-Weltmeisterschaft in Budapest - Bilanzgespräch

    Hockey-WM - Interview mit Bundestrainer Valentin Altenburg
    Hockey - WM der Damen in den NL und E: Deutschland gegen Niederlande

    Tennis - Grand Slam Turnier in Wimbledon

    Play the game - Ist der Sport noch zu heilen?

    Fußball - EM der Frauen in England: Ankunft des deutschen Teams
    Gefördert oder ausgebremst ? Frauenfußball in Europa
    Fußball - Multi-Club-Ownership

    Formel 1 - Großer Preis von Großbritannien

    Reiten - Weltfest des Pferdesports CHIO in Aachen
    Galopp - Derby in Hamburg

    Inklusionstrainer - Neuer Lehrgang in Aachen

    Basketball - WM Qualifikation in Bremen

    Am Mikrofon: Astrid Rawohl

  • 20:05 Uhr

    Infrasound und Ultraschall
    Erfahrungen jenseits des Hörbaren
    Von Olaf Karnik und Volker Zander
    Regie: Philippe Brühl
    Produktion: Deutschlandfunk 2019

    Unser Gehör ist eingeschränkt. Alle Schallereignisse unter 20 Hertz und über 20.000 Hertz finden eigentlich ohne unser Zuhören statt. Elefanten und Fledermäuse, Wale und Delfine sind uns hier voraus. Wie klingen Infrasound und Ultraschall?
    Ausgerüstet mit Detektoren und Sensoren hören Menschen erst seit wenigen Jahrzehnten in diese nur scheinbar stillen Geräuschwelten, um zu berichten, was unterhalb der tiefsten Basstöne und oberhalb der fiepsigsten Hochtöne zu hören ist. Künstlerinnen und Künstler erschließen sich langsam diese Klanggebiete als Kulturräume, verwandeln Erdbeben in Musik, bringen die Kurzwellen unserer Umgebung zum Klingen oder führen uns mit ihren Kunstklängen an die Ränder des Gerade-noch-so-Erfahrbaren. Eine Berg-und-Tal-Fahrt durch die Frequenzen.

  • 21:05 Uhr

    Beethovenfest Bonn 2021

    Ludwig van Beethoven
    Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 5 D-Dur, op. 102 Nr. 2

    Johann Sebastian Bach
    Suite für Violoncello solo Nr. 6 D-Dur, BWV 1012

    Vassos Nicolaou
    „Feuer“ für Violoncello und Live-Elektronik (Uraufführung)

    Felix Mendelssohn-Bartholdy
    Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2 c-Moll, op. 66 (MWV Q33)

    Linus Roth, Violine
    Isang Enders, Violoncello
    Yekwon Sunwoo, Klavier
    SWR Experimentalstudio
    Simon Spillner, Klangregie

    Aufnahme vom 2.9.2021 aus La Redoute in Bonn-Bad Godesberg

    Am Mikrofon: Norbert Hornig

    Mit „Cello im Feuer“ hatten die Musiker ihr Konzert überschrieben. Und feurig, abwechslungsreich und spannend ging es tatsächlich zu im Konzert am 2. September 2021 in der Godesberger La Redoute. Mit Beethovens letzter Cellosonate, op. 102/2 setzten Isang Enders und Yekwon Sunwoo gleich zu Beginn einen markanten Akzent. Souverän meisterte Isang Enders dann die sechste Solosuite von Johann Sebastian Bach, die als technisch besonders anspruchsvoll gilt. Einen zeitgenössischen Akzent setzte die Uraufführung eines neuen Werkes des in Köln lebenden zypriotischen Komponisten Vassos Nicolaou. „Feuer“ heißt das Stück für Violoncello und Live-Elektronik - mit dem Komponisten als Klangregisseur am Computer. Die hoch komplexe Cellostimme und die Elektronik traten in eine nicht vorhersehbare Interaktion, über Lautsprecher verteilte sich das komplexe Klanggeschehen im Raum. Mit Mendelssohns Klaviertrio Nr. 2 setzten Yekwon Sunwoo, Linus Roth und Isang Enders den klangvollen Schlusspunkt des Programms.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    Play the game - Korruption, Missbrauch, Diktatoren - ist der Sport noch zu retten?

    Eine Gesprächsrunde mit:
    Jules Boykoff, Autor und Politikwissenschaftler an der Pacific University in Oregon,
    Nikki Dryden, ehemalige Schwimmerin sowie
    Miguel Maduro, portugiesischer Jurist und Politiker.

    Die Fragen stellt Maximilian Rieger.