Programm: Vor- und RückschauSamstag, 29.01.2022

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  • 00:05 Uhr

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

  • 01:05 Uhr

    Jazz
    Peanuts, Flintstones, Paulchen Panther
    Jazz und Zeichentrick
    Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt

    Viele Menschen sind dem Jazz das erste Mal über das Medium Radio begegnet - aber viele auch über Film und Fernsehen. Vor allem das Treiben der frühen Zeichentrick-Helden wurde häufig von swingender Musik begleitet. Als 1927 mit „The Jazz Singer“ der erste Tonfilm über die Leinwände flackert, inspiriert dies Walt Disney, auch die Protagonisten seiner gezeichneten Geschichten swingen zu lassen. Die gelungene Kombination zieht sich durch die lange Historie des Genres - von Betty Boop und The Jetsons über The Peanuts und The Flintstones bis zu Fat Albert Rotunda und Roger Rabbit. In der „Radionacht Jazz” sind Originalaufnahmen der Serienthemen und Interpretationen der bekanntesten Melodien zu hören, gespielt u.a. von Cab Calloway, Herbie Hancock, Woody Shaw, der Marsalis-Familie, Vince Guaraldi, Jacob Collier, Miles Davis u.v.a.

  • 06:05 Uhr

    Bedingt bündnistauglich - Deutschlands wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    06:35 Uhr  Morgenandacht

    Pfarrer Michael Müller, Hünfeld
    Katholische Kirche

    06:50 Uhr  Interview

    Interview mit Jürgen Hardt, CDU, außenpolitischer Sprecher, zu: Burkina Faso und Mali

    07:15 Uhr  Interview

    Interview mit Joana Cotar, AfD, zu: Ausrichtung nach Meuthen-Rücktritt

    07:35 Uhr  Börse

    Der internationale Wochenrückblick

    08:10 Uhr  Interview

    Interview mit Heinz Bude, Soziologe, zu: Orientierung in unentlasteten Zeiten?

    08:35 Uhr  Börse

    Der nationale Wochenrückblick

    08:50 Uhr  Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

    Am Mikrofon: Stephanie Rohde

  • 09:05 Uhr

    Vor 100 Jahren: Der Alpenschützer Karl Partsch geboren

  • 09:10 Uhr

    Überwintern bei Minusgraden - Wie Menschen der Kälte trotzen

    Am Mikrofon: Michael Watzke

    Trotz Klimawandel und Erderwärmung: In Deutschland kann es bisweilen zapfig kalt werden. Gerade in diesen Tagen Ende Januar, der - statistisch gesehen - kältesten Zeit im Jahr mit einer Durchschnittstemperatur um die null Grad. Bayern-Korrespondent Michael Watzke hat für das Wochenendjournal Menschen begleitet, die im Winter tagtäglich und Nacht für Nacht der Kälte trotzen. Draußen im Schnee, auf der Straße, in den Bergen. Manche dieser Menschen müssen in den Frost hinaus, obwohl sie eigentlich lieber im Warmen sitzen würden. Andere zieht es förmlich in die Kälte. Ob Wintercamper, Eisschwimmer oder Obdachlose: Unser Reporter hat sie getroffen, um zu erfahren, wie sie sich warmhalten und bei Minusgraden durch den Winter kommen.

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Der Komponist und Posaunist Mike Svoboda

    Mike Svoboda ist im Jazz ebenso zu Hause wie in der klassischen Musik. Er trat als Posaunist mit großen Sinfonieorchestern und in Opernhäusern auf, war Composer in Residence der Festivals in Hitzacker und Saarbrücken, spielte den Lucifer in Karlheinz Stockhausens Opernzyklus „Licht” in London und Mailand. Seine Begeisterung für die Kunstform Oper schlug sich in Kompositionen wie „Love Hurts - Carmen Remix” oder „14 Versuche, Wagner lieben zu lernen” nieder. Er schrieb die Kinderopern „Erwin das Naturtalent” und „Der unglaubliche Spotz”, tritt aber weiterhin auch mit seinem eigenen Ensemble und in verschiedenen Jazzformationen auf. Mike Svoboda wurde auf Guam im westlichen Pazifik geboren und lebt heute in der Schweiz, er macht nicht nur Musik, sondern er schreibt auch darüber. Zum Beispiel über die Komponisten Erik Satie, Helmut Lachenmann oder Vinko Globokar. Auch dort ist die ungeheure Bandbreite seiner musikalischen Interessen ablesbar sowie auf seinen CDs, wo er beispielweise im Zusammenspiel mit so ungewöhnlichen Instrumenten wie Toy Piano, Spieldosen und Drehorgeln zu hören ist.

  • 11:05 Uhr

    Besetzt und ausgeraubt - Die Leerstellen nach der NS-Okkupation der Ukraine
    Von Sabine Adler

    Gleich vier Nazi-Einheiten raubten im Krieg gegen die Sowjetunion ab 1941 ganz systematisch das, was bei der mörderischen Eroberung der Gebiete nicht zerstört wurde: Kunstgegenstände, Bücher, historische Dokumente, Verwaltungsakten und archäologische Exponate. Das Material sollte der Erforschung der beiden „Hauptfeinde des deutschen Volkes“ dienen, der Juden und der Bolschewisten. Anhand der „arischen“ Ausgrabungsfunde sollte der deutsche Anspruch auf den künftigen Lebensraum im Osten für 15 bis 20 Millionen Deutsche untermauert werden. Hohe Nazi-Funktionäre haben auch privat Kunst mitgehen lassen, die sich wohl bis heute in deutschen Wohnzimmern befindet. Bei aller Aufarbeitung ist der koloniale Raubzug während der Nazi-Diktatur kaum beleuchtet. Eine Reise durch die Ukraine, die während der deutschen Besatzung besonders viele Schätze verloren hat, weit mehr als das heutige Russland.

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

  • 13:10 Uhr

    Kommunikation in der Corona-Politik - Das Wirrwarr um den Genesenenstatus

    Bedingt bündnistauglich - Deutschlands wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland

    Nach Missbrauchgutachten und #OutinChurch - Katholische Kirche am Scheideweg

    Am Mikrofon: Christoph Schäfer

  • 13:30 Uhr

    Politische Instabilität und Terror, Gespräch mit Ulf Laessing zum Sahel (KAS)
    Demokratiebewegung im Sudan - Ein Land zwischen Protesten und Militärherrschaft
    Deutsche in Paraguay - Ein Paradies für Impfgegner?
    In Freiheit geboren - Sperma-Schmuggel aus israelischen Gefängnissen

    Am Mikrofon: Andreas Noll

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    Umorientierung in der Krise - Fernarbeit als sinnstiftende berufliche Alternative?
    In „Campus & Karriere" gehen wir diesen Fragen nach: Was bewegt die Menschen, ausgerechnet in der Krise sich neu zu orientieren? Für wen taugt „Remote work"? Was passiert, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschiedliche Vorstellungen von der Arbeitsaufteilung zwischen Büro und Fernarbeit haben?

    Gesprächsgäste:
    Dr. Oliver Stettes, Leiter Kompetenzfeld Arbeitsmarkt- und Personalökonomik, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln
    Prof. Dr. Florian Kunze, Lehrstuhl für Organisational Studies, Universität Konstanz
    Alexander Dammann, Coach, Berater und Trainer, Hildesheim
    Am Mikrofon: Henning Hübert

    Hörertel.: 00800 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de

    Daheim, auf Reisen, auf einer Parkbank oder am Strand arbeiten - ist das nur ein Traum oder realisierbar? Tatsache ist, dass es immer mehr Jobangebote gibt, die auf Fernarbeit angelegt sind. Im Zuge der Pandemie wurde auch dieser Trend deutlich verstärkt. War zu Beginn noch Sicherheit in der Krise wichtig, haben sich mehr und mehr Menschen nach dem Sinn ihres beruflichen Daseins gefragt und umorientiert. In den Industriestaaten haben viele ihren alten Job quittiert. Die Fernarbeit also als Alternative? „Remote work“ ist längst auch in Deutschland ein Begriff und nicht nur unter den Jüngeren gefragt.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin

    Tocotronic mit „Nie wieder Krieg“: Das schöne Spiel mit den Slogans
    „Nie wieder Krieg" ist bereits das 13. Studioalbum von Tocotronic. Produktionstechnisch habe die Band diesmal neue Wege beschritten, sagt Sänger Dirk von Lowtzow im Corsogespräch. Inhaltlich gehe das Album noch tiefer in die Psyche als der Vorgänger. Geblieben sind die sloganhaften Songtitel. „Wir nehmen zum Beispiel das berühmte Käthe Kollwitz-Motto ,Nie wieder Krieg' und subsumieren dann etwas ganz anderes darunter", so von Lowtzow

    Amewu mit „Haben und Sein“: Weniger Tempo, noch mehr Botschaft
    Nur zwei Alben hat der Berliner Hip-Hop-Künstler Amewu seit 2009 veröffentlicht, und das letzte ist fast zehn Jahre alt. Auf beiden verband er herausragende Doubletime-Raptechnik, also extrem schnellen Sprechgesang, mit inhaltsstarken, durchaus politischen Texten. Nun legt er mit „Haben und Sein" sein drittes Album vor. Das Tempo hat er in einigen Songs deutlich zurückgenommen und dadurch noch mehr Raum für präzise Beobachtungen über Massenkonsum und soziale Ausgrenzung gewonnen

    Eels mit „Extreme Witchcraft“: Brüchig ermächtigend
    Gut drei Jahre ist es her, da hat Kimberly Thompson, die ehemalige Drummerin von Beyoncé eine einstweilige Verfügung gegen den Weltstar beantragt. Ihr Vorwurf: Beyoncé hätte sie verflucht mittels „Extreme Witchcraft“. Dieser Vorwurf hat E, den Frontmann von Eels, nun zum Titel des 14. und ersten vollständig in der Pandemie aufgenommenen Album verholfen. Könnte es noch etwas Extremeres geben als Hexerei?

    Clubkolumne Januar: Techno auf neuen Wegen?
    Von der Prager Rave-Szene, zu den großen Erwartungen der Partyinsel Ibiza für das Jahr 2022 und einem Star-DJ am Rollator - es ist mal wieder viel los in der Welt der Clubs. Und dann bleibt da noch eine wichtige Frage zu klären: „Ist Jazz der neue Techno?“

    Am Mikrofon: Fabian Elsäßer

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    Astrid Lindgrens 20. Todestag (28.01.2002)
    100. Geburtstag von Celestino Piatti (05.01.1922)

    Jordan Scott/Sydney Smith (Ill.): „Ich bin wie der Fluss“
    Aus dem Englischen von Bernadette Ott
    (Aladin imThienemann Verlag, Stuttgart)
    Ein Beitrag von Thomas Linden

    Kirsten Fuchs: „Mädchenmeuterei“
    (Rowohlt Verlag, Hamburg)
    Ein Beitrag von Nora Koldehoff

    Die Nacht im Bilderbuch:
    Britta Teckentrup: „Warte doch mal! Der große und der kleine Igel“
    (Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin)

    Raphaël Kolly: „Ein Licht im Wald“
    (Atlantis Verlag, Zürich)

    Kitty Crowther: „Kleine Gutenachtgeschichten“
    Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
    (Verlag Antje Kunstmann, München)

    Seng Soun Ratanavanh: „Freunde sind das Funkeln in der Nacht“
    Aus dem Französischen von Tatjana Kröll
    (Knesebeck Verlag, München)

    Lea-Lina Oppermann/Maren Profke (Ill.): „Sinas Reise in die Welt der Schatten“
    (Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim)
    Ein Beitrag von Anne-Kathrin Weber

    Am Mikrofon: Ute Wegmann

  • 16:30 Uhr

    Computer und Kommunikation

    Angriffsreserve:
    Die Ransomware-Szene stellt sich nach Verhaftungen neu auf

    Notfallreserve:
    Ein Cyber-Hilfswerk soll nach digitalen Angriffen helfen

    Fernabfrage:
    Remote Attestation soll für Sicherheit im Internet der Dinge sorgen

    Das Digitale Logbuch

    Info Update
    I love you

    Sternzeit 29. Januar 2022
    Preisgekröntes Projekt für dunklen Himmel


    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

  • 17:05 Uhr

    Digitalisierung der Arbeit: Be- oder Entlastung?
    Der Arbeitssoziologe Nick Kratzer und der Digital- und Medienwissenschaftler Gerald Lembke im Gespräch
    Am Mikrofon: Dörte Hinrichs

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Der Ring des Nibelungen" - Christopher Rüpings Wagner-Überschreibung in Zürich

    "I am a problem" - Die neue Premiere des Balletts am Rhein im Opernhaus Düsseldorf

    "Gods Moving in Places" - Karibische Kultur in der ifa-Galerie Berlin

    Hoch hinaus oder breit aufgestellt? Preis für herausragende Architektur im DAM Frankfurt am Main

    Am Mikrofon: Antje Allroggen

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  Sporttelegramm
  • 18:40 Uhr

    Vor 50 Jahren: Wie der Bloody Sunday Nordirland veränderte

  • 19:10 Uhr

    Tennis - Australian Open in Melbourne

    Ski Alpin - Weltcup in Garmisch-Partenkirchen
    Skispringen - Weltcup in Willingen
    Nord. Kombination - Weltcup in Seefeld
    Biathlon - Die Kunst des Schießens im Biathlon

    US-Unternehmen ignorieren Olympia - Druck auf die IOC-Sponsoren
    Bob - Teilzeit-Bobsportlerin Alexandra Burghardt

    Fußball - Africa Cup: Interview mit Trainer Gernot Rohr

    Der etwas andere Investor - Porträt über den serbischen Medienmogul Dragan Solak

    Regeln für trans*Athletinnen - Gruppe von Wissenschaftlern warnt vor unfairen Vorteilen

    Handball-EM - vor dem Finale am Sonntag

    Am Mikrofon: Tobias Oelmaier

  • 20:05 Uhr

    Lesung: Uwe Timm
    Gesprächspartner: Marie Schmidt und Matteo Galli
    Am Mikrofon: Maike Albath

    Wer der Bundesrepublik auf die Spur kommen will, muss Uwe Timm lesen. 1940 in Hamburg geboren und gelernter Kürschner, hörte er schon am Küchentisch seiner Tante den Geschichten der Kapitäne, Schwarzmarkthändler und Prostituierten zu und schärfte seine Weltwahrnehmung. Von der Studentenbewegung über die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und die Auswüchse der Nazizeit bis zu den Luftnummern übermütiger Anlageberater und den Utopien deutscher Auswanderer fließt alles in Timms Romane ein. Über zwei Dutzend Bücher umfasst sein Werk inzwischen. 1978 legte Uwe Timm mit „Morenga“ den ersten deutschsprachigen postkolonialen Roman vor: Im Mittelpunkt steht der Völkermord an den Herero und Nama im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Im „Studio LCB” liest Uwe Timm aus unveröffentlichten Essays und diskutiert mit der Literaturredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“ Marie Schmidt und dem Germanistikprofessor und Übersetzer Matteo Galli über politisches Denken und Literatur.

  • 22:05 Uhr

    Revisited Forum neuer Musik 2014
    Verwandlungen des Heroischen

    Jung-Eun Park
    Krieg
    Ensemble Schwerpunkt

    Niklas Seidl, Paul Hübner, Florian Zwissler
    „The Clotilde Entertainment” (Ausschnitt)
    Radiofassung

    Stefan Pris
    „Generation Kill” (Ausschnitt)
    Nadar Ensemble

    Aufnahmen vom 4.4.2014 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    Am Mikrofon: Frank Kämpfer

    Unter dem Motto „Die wilden Jungen“ versprach das Forum neuer Musik 2014 nicht weniger, als das Jahrhundert seit Beginn des Ersten Weltkriegs zu durchmessen und dabei Krieg, technischen Fortschritt und Kunst im Zusammenhang mit Männlichkeit und Männlichkeitsforschung zu betrachten. Prof. Dr. Melanie Unseld und Dr. Karina Seefeldt hatten im Veranstaltungsrahmen dafür wichtige Impulse vermittelt. In der Rückschau knapp acht Jahre später bietet es sich an, drei seinerzeit aufgeführte musikalische Arbeiten erneut zu befragen: das politisch-ästhetisch eher konservativ angelegte Blechbläserstück „Krieg“ der jungen Südkoreanerin Jung-Eun Park, die multi-medial avancierte Arbeit von Stefan Prins und die aus Medienschnipseln zusammengebaute Persiflage „The Clotilde Entertainment“. Park spiegelt Krieg als Ausdruck entfesselter gewaltsamer Männlichkeit, Prins rückt hingegen den Computer-Nerd als neuen Helden ins Zentrum. Seidl, Hübner und Zwissler arbeiteten subversiv - assoziationsreich persiflierten sie das Milieu deutscher Körperkultur als Brutstätte soldatischen Geists.

  • 22:50 Uhr
  • 23:05 Uhr

    Geboren in Buczacz
    Eine Lange Nacht über Zeugen der Shoah
    Von Lorenz Hoffmann und Lars Meyer
    Regie: Tobias Barth

    „Ich errichte eine Stadt!“ - beschließt der Schriftsteller Samuel Agnon, als er 1943 in Palästina von der Auslöschung des jüdischen Lebens in seinem Heimatort Buczacz erfährt. Große Teile seines Spätwerkes widmet der Literatur-Nobelpreis-Träger von 1966 der literarischen Rekonstruktion des ostgalizischen Schtetls, in dem er aufgewachsen ist, und der Kultur der chassidischen Ostjuden. Auch für Alicia Jurman, die mehrfach dem sicheren Tod entkommt und als Einzige aus ihrer Familie den Holocaust in Buczacz überlebt, wird das Erinnern zur Lebensaufgabe. In Büchern und Vorträgen berichtet sie über ihre Erlebnisse. Der Historiker Emanuel Ringelblum aus Buczacz sammelt alle Zeugnisse jüdischer Kultur und richtet im Warschauer Ghetto das für Forscher so bedeutende Geheimarchiv Oneg Schabbat ein. Ein vierter Kämpfer gegen das Vergessen ist der „Nazijäger“ Simon Wiesenthal, der in seinem berühmten Wiener Institut einen dicken Ordner mit Dokumenten über die Morde in seiner Heimatstadt Buczacz füllt.