Sonntag, 02. Oktober 2022

Programm: Vor- und RückschauSonntag, 02.10.2022

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    Sun
  • 00:05 Uhr

    „Ich weiß - du schwarz“
    Eine Lange Nacht über Widerstand und Schwarze Selbstbefreiung
    Autorin: Kerstin Kilanowski
    Regie: die Autorin

    Black Lives Matter - Widerstand gegen Unterdrückung und rassistische Willkür gibt es, seit der Europäer das Narrativ vom „Schwarzen“ erfunden hat. Die Formen des Widerstands sind dabei höchst unterschiedlich: Ende des 18. Jahrhunderts führen in Haiti geheime Voodoo-Zeremonien und Sklavenaufstände zum ersten vom Kolonialismus befreiten Staat; in Zimbabwe ruft ein spirituelles Medium durch die Stimmen der Ahnen zum Krieg gegen die Kolonialherren auf. Intellektuelle wie der senegalesische Dichter und Präsident Léopold Senghor prägen den kulturpolitischen Begriff der Négritude. Der brillante Denker Frantz Fanon aus Martinique wiederum dekonstruiert schon in den 50er-Jahren den Begriff „Rasse“. Auch hinter einer scheinbar unpolitischen Bewegung wie dem modebesessenen Sapeurs in der Kolonie Belgisch-Kongo steckt der Wunsch nach Selbstermächtigung. In den USA stellen Schwarze Jazzmusiker und Blues-Ikonen den Hörgewohnheiten der weißen Mittelschicht radikale Klänge entgegen, denn in den 60er-Jahren gilt: „Black is Beautiful“. James Baldwin dagegen verwehrt sich mit seinen Essays gegen jegliche Zuschreibungen und politischen Aktivismus mit der elementaren Einsicht: „I am not your negroe“. Gefragt wird auch und immer wieder: Wer bestimmt, ab welchem Grad von Pigmentierung ein Mensch als schwarz gilt? Kann Hautfarbe und Haarstruktur Identität stiften? Oder führt sie zurück zu Kategorien von Rassifizierung? Achtung: Das N-Wort wird in den Originaltexten der Schwarzen Autoren als Selbstbezeichnung mehrmals vorkommen. Eine „Lange Nacht" mit Texten unter anderem von Frantz Fanon, Zora Neal Hurston, James Baldwin, Alain Mabanckou, Chenjerai Hove, Alejo Carpentier. Mit Musiken von Stella Chiweshe, Nina Simone, Archie Shepp, Billie Holiday, Grand Kalle, Leyla McCalla.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Raderbergkonzerte 2021/2022

    Werke von Scarlatti, Mozart und Ravel

    Elisabeth Brauß, Klavier

    Aufnahme vom 11.1.2022 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Manfred Trojahn

    Ein Brief
    Text von Hugo von Hofmannsthal

    Holger Falk, Bariton
    Beethoven Orchester Bonn
    Leitung: Dirk Kaftan

  • 06:05 Uhr

    Kein Einheitsbrei - über die Vielfalt des Ostens

  • 06:10 Uhr

    Georg Philipp Telemann
    "Nun danket alle Gott." Kantate für Alt, Tenor, Baß, Chor, Orchester und Basso continuo, TVWV 1:1166
    Gerhild Romberger, Alt
    Hans Jörg Mammel, Tenor
    Gotthold Schwarz, Bass
    Basler Madrigalisten
    L'arpa festante
    Leitung: Fritz Näf

    Johann Hermann Schein
    "Lobe den Herrn, meine Seele". Geistliches Konzert für 10 Stimmen und Basso continuo
    Capella Ducale
    Musica Fiata Köln
    Leitung: Roland Wilson

    Arvo Pärt
    "Annum per annum". Für Orgel
    Aare-Paul Lattik, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    "Liebster Gott, wenn werd ich sterben". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 8
    Deborah York, Sopran
    Ingeborg Danz, Alt
    Mark Padmore, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Collegium Vocale Gent
    Leitung: Philippe Herreweghe

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Die Kultur und die Energiekrise - Wie sich Theater und Museen in Sachsen auf den Winter vorbereiten

    Europa auf dem Weg nach rechts? Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Kiran Klaus Patel

    Wahlen in Bosnien - Krisenregion Balkan. Ein Interview mit der Historikerin Marie-Janine Calic

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Gewaltfreie Zukunft? Zum Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit ein Interview mit dem Theologen Thomas Nauerth

    Denk ich an Deutschland: der Schauspieler Daniel Christensen

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Über die Einheit. Ökumene und Ökologie
    Von Pfarrerin Mechthild Werner
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 175 Jahren: Der Politiker Paul von Hindenburg geboren

  • 09:10 Uhr

    Neue Musik

  • 09:30 Uhr

    Kunst und Gegenwart (2/3)
    Mehr als nur Zukunftsmusik
    Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter Ars Electronica in Linz, im Gespräch mit Pascal Fischer
    (Teil 3 am 3.10.2022)

    „Wir begeistern uns nicht für Technologie, sondern für das, was wir mit ihr machen können.“ Laut Gerfried Stocker ist die Ars Electronica ein Expeditionsschiff, welches uns mitnimmt auf eine Reise in die Widersprüchlichkeiten unserer Zeit, um unterschiedliche Handlungsfelder in Kunst, Technologie, Gesellschaft zu testen und bisherige Denkstrukturen aufzubrechen. Welche Diskurse und welche Fragen an die digitalen Künste dabei eine Rolle spielen, darüber sprechen wir mit dem langjährigen Künstlerischen Leiter. Gegründet 1979 als Bühne für die Medienkunst, inzwischen erweitert um ein Festival für digitale Musik, Showcase für Kreativität und Innovation, Labore und vieles mehr, trägt das Konzept mehr als 40 Jahre nach ihrer Gründung auch heute zu entscheidenden Diskursen und Debatten der Digitalisierung bei. (Die Ars Electronica 2022 findet vom 7.-11. September in Linz unter dem Titel „Welcome to Planet B“ statt.)
    Gerfried Stocker ist Medienkünstler und Ingenieur der Nachrichtentechnik und seit 1995 Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer von Ars Electronica.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Sankt-Peter-und-Paul-Kirche in Barleben
    Zelebrant: Pfarrer Willi Kraning
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, SPD

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Zu Fuß von Bayern bis zur Ostsee
    Unterwegs entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze

    Wildniswandern in Schweden
    Durch das Dickicht des hohen Nordens

    Wahrhaft "süßes" Leben
    Eine deutsche Familie auf der Ostseeinsel Öland

    Was mich bewegt (Folge 1)
    Eine Stimme aus dem Iran

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Fotograf Akinbode Akinbiyi im Gespräch mit Marietta Schwarz

    Seine Fotografien sind auf Kunstbiennalen und -festivals auf der ganzen Welt zu sehen. Der britisch-nigerianische Fotograf verfolgt seit über 40 Jahren die rasante Veränderung der Megastädte auf dem afrikanischen Kontinent. Seine Annäherung an die Motive beschreibt er, der in Heidelberg Literaturwissenschaft studierte und in Berlin lebt, als einen Tanz, ein Schlendern, eine Verhandlung.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Velimir Chlebnikov: „Werke“
    Herausgegeben von Peter Urban
    (Suhrkamp Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Tobias Lehmkuhl

    Am Mikrofon: Nora Karches

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Europas versunkene Welten - Expedition auf den Grund der Nordsee
    Von Tomma Schröder

    Dort, wo heute Stürme über die Nordsee fegen, war während der Steinzeit der vielleicht beste Lebensraum in ganz Europa: Ertrunkene Landschaften, Mammutknochen oder Flintsteine zeugen von dieser Zeit. Auch aus späteren Epochen finden sich am Meeresboden der Nord- und Ostsee sowie in den Küstengebiete einzigartige Fundstücke von untergegangenen Städten, Schiffen und Siedlungen, die durch technologische Fortschritte immer besser erforscht werden können. Doch gerade jetzt gerät dieses einzigartige Erbe in Gefahr. 

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Von Dreadlocks bis Moonwalk - der Kulturanthropologe Julian Warner im Gespräch mit Matthias Dell über kulturelle Aneignung,

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    "Die Stille" - Falk Richter auf den Spuren von Vater-Sohn-Beziehungen am 
    Nationaltheater Strasbourg

    Auf die Barrikaden! Ausstellung zur Revolution 1848 im Frankfurter Stadtmuseum

    Cranach gegen Corona - Das bayerische Pilotprojekt "gesundmitkunst"
    Kulturmanagerin und Projektleiterin Christine Fuchs im Gespräch

    Die Kultur und die Energiekrise - Wie sich Theater und Museen in Sachsen auf den Winter vorbereiten

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  
  • 18:40 Uhr

    Mit und ohne Waffen: Wie die Menschen gegen die Militärjunta in Myanmar kämpfen

  • 19:10 Uhr

    WM 2022 - Sportswashing mit deutscher Unterstützung?

    1. Fußball-Bundesliga, 8. Spieltag
    Hertha BSC - TSG Hoffenheim
    FC Schalke 04 - FC Augsburg

    2. Fußball-Bundesliga, 10. Spieltag
    1. FC Kaiserslautern - Eintracht Braunschweig

    Krieg in der Ukraine - Die Arbeit des Skeletonis Vladyslav Heraskevych
    Sportlotsen für ukrainische Kinder und Jugendliche: Bewegung fürs Vergessen

    Volleyball-WM - Vorrundenfazit

    Formel 1 - 17. Lauf zur Formel-I-WM "Großer Preis von Singapur“

    Skispringen - Finale Sommersaison in Klingenthal

    Basketball - Bundesliga: Brose Bamberg - Alba Berlin
    Basketball - Auftakt zur neuen Bundesliga-Saison

    Handball - THW Kiel - HSV Hamburg

    Coming out eines Sportlers

    Collegesport - Neuer Markt und Millionengeschäft?

    Brasilien - Warum das Nationaltrikot nur von Bolsonaro-Anhängern getragen wird

    Fußball - Bundesliga Frauen: SV Meppen - TSG Hoffenheim
    Fußball - Bundesliga Frauen: MSV Duisburg - FC Bayern München

    Fußball - 500. Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs"


    Am Mikrofon: Matthias Friebe

  • 20:05 Uhr

    Ministerium der Einsamkeit
    Eine halbdokumentarische Farce
    Von Jochen Rack
    Regie: Stephanie Metzger
    Produktion: BR 2021

    Einsamkeit ist so schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag, sagt die Wissenschaft. Einsamkeit verursacht Kosten und bedroht den sozialen Zusammenhalt. Was kann die Politik dagegen tun?
    Im neu geschaffenen deutschen Einsamkeitsministerium zerbricht man sich den Kopf darüber, wie man die im Koalitionsvertrag definierte Aufgabe, die Einsamkeit in der modernen Gesellschaft zu bekämpfen, in politisches Handeln umsetzen soll. Dem Einsamkeitsminister fehlt die nötige Einsamkeitskompetenz, seine Referenten machen nicht immer überzeugende Vorschläge, und die Lobbyisten der Sozialverbände fordern wie üblich nur mehr Geld. Kann man sich womöglich an der Agenda des britischen Ministeriums für Einsamkeit orientieren? Interdisziplinäre Hearings und Sachverständigen-Kommissionen werden eingesetzt, um die Fragen zu klären: Was ist Einsamkeit überhaupt? Kann man sie mithilfe eines Guten-Miteinander-Gesetzes regulieren? Ist das eigentlich wünschenswert? Ist Einsamkeit wirklich immer schlecht? Im Ministerium kommen Zweifel auf, die entwickelten Ideen finden bei den Betroffenen nicht den erwünschten Anklang. Zeit für den Minister, über einen Rücktritt nachzudenken? Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.

  • 21:05 Uhr

    Internationaler Aeolus Bläserwettbewerb 2022

    Wolfgang Amadeus Mozart
    Konzert für Horn und Orchester Nr. 4 Es-Dur, KV 495
    Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur, KV 622

    Pierre-Philippe Bauzin
    Poème für Saxofon und Orchester, op.20

    Preisträger und Preisträgerinnen des Internationalen Aeolus Bläserwettbewerbs 2022
    Düsseldorfer Symphoniker
    Leitung: Vitali Alekseenok

    Aufnahme vom 11.9.2022 aus der Tonhalle, Düsseldorf

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    Es wehte wieder frischer Wind durch Düsseldorf, als im September die junge Bläserelite beim internationalen Aeolus-Wettbewerb antrat. Eigentlich sollte die Ausschreibung für Klarinette, Horn und Saxofon bereits 2020 stattfinden. Weil der Wettbewerb vor zwei Jahren coronabedingt ausfallen musste, wurde er nun für diese Instrumente nachgeholt. Über 300 Bläserinnen und Bläser aus mehr als 40 Ländern hatten sich auch diesmal beworben. Die drei Finalisten spielten nach aufreibenden Wettbewerbsrunden in der Tonhalle Düsseldorf um hohe Preisgelder und künftige Karrierechancen. Viele ehemalige Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs besetzen heute Solopositionen in führenden Orchestern. Es lohnte sich also, vor den strengen Ohren der hochkarätig besetzten Jury sein Bestes zu geben. Nicht zuletzt im Preisträgerkonzert mit dem gesanglichen vierten Hornkonzert und dem lyrisch-weichen Klarinettenkonzert von Mozart sowie dem farbenreichen Poème für Saxofon und Orchester von Pierre-Philippe Bauzin.

  • 23:05 Uhr