Programm: Vor- und RückschauSonntag, 16.01.2022

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  • 00:05 Uhr

    Kindheitsmuster, Herkunftsmonster
    Eine Lange Nacht über Christa Wolf und Franz Fühmann und ihre deutsche Vergangenheit
    Von Uwe Wittstock
    Regie: Rita Höhne
    (Wdh. v. 9./10.11.2019)

    In den Jahren nach dem Fall der Mauer gerieten etliche westdeutsche Intellektuelle wie Günter Grass, Martin Walser, Walter Jens und andere ins Zwielicht, weil sie zeitlebens verschwiegen hatten, wie nahe sie als Jugendliche dem Nationalsozialismus gestanden hatten. Das warf und wirft bis heute ein besonderes Licht auf zwei miteinander befreundete Schriftsteller aus der DDR, die offen mit ihrer Vergangenheit als Parteigänger des NS-Regimes umgegangen waren: Christa Wolf (1929 - 2011) und Franz Fühmann (1922 - 1984). Die „Lange Nacht" erzählt von ihren literarischen Expeditionen in die eigene Vergangenheit. Als Kinder zu Anhängern Hitlers erzogen, wurden sie schnell zu glühenden Verfechtern des Sozialismus. Später gehörten Wolf und Fühmann zu den profilierten Kritikern des DDR-Regimes. Diese radikalen literarischen Selbstprüfungen gewinnen eine besondere Aussagekraft in einer Zeit, in der politische Extreme erneut die Liberalität des Landes bedrohen.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Klassik live

    Natacha Diels
    Strange Attractors für Pikkolo, Schlagzeug und Elektronik

    Clara Ianotta
    Limun für Violine, Viola und zwei obligate Seitenwender

    Malin Bång
    Hyperoxic für Bassflöte und Klangobjekte

    Sarah Nemtsov
    Brief.Kasten für Viola, Posaune und Elektronik

    Elnaz Seyedi
    3 audible landscapes für Posaune und Schlagzeug

    Ensemble Garage

    Aufnahmen vom 29.11.2020 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    03:05 Uhr  Heimwerk

    Sergej Prokofjew
    aus: Romeo und Julia. Ballett in 4 Akten, op. 64

    Michail Glinka
    Variationen über das Lied "Die Nachtigall" von Alexander Aljabjew. Für Klavier e-Moll. Bearbeitet für Viola und Klavier

    Tatjana Masurenko, Viola
    Roglit Ishay, Klavier

  • 06:10 Uhr

    Heinrich Schütz
    "Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes". Motette für Chor a cappella, SWV 371
    Dresdner Kammerchor
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

    Komponist: Georg Böhm
    "Jauchzet Gott, Alle Land". Kantate für Soli, Chor und Instrumentalensemble
    Irmela Brünger, Sopran
    Inga Schneider, Sopran
    Beat Duddeck, Countertenor
    Jörn Lindemann, Tenor
    Markus Flaig, Bass
    Capella Sancti Georgi
    Leitung: Ralf Popken

    Johann Gottfried Walther
    Concerto für Orgel G-Dur
    Reinhardt Menger, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    "Meine Seufzer, meine Tränen". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 13
    Susanne Seitter, Sopran
    Jan Börner, Countertenor
    Jakob Pilgram, Tenor
    Wolf Matthias Friedrich, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung
    Leitung: Rudolf Lutz

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Wenn das Publikum fehlt - Muss sich das Theater nach Corona neu erfinden?

    Schweden und Finnland im Ukraine-Konflikt - Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Tobias Etzold

    Corona in Berlin, Cholera in Wien - Seuchen in Vergangenheit und Gegenwart. Ein Interview mit dem Publizisten Alexander Bartl

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Omikron und die Bedeutung von Zahlen - Ein Interview mit dem Medizinstatistiker Gerd Antes

    Denk ich an Deutschland: die Schauspielerin Svenja Jung

    Am Mikrofon: Britta Fecke

  • 08:30 Uhr
  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Vollkommene Geborgenheit. Was beim Beten geschieht
    Von Georg Magirius
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 475 Jahren: Iwan der Schreckliche wird zum ersten Zaren Russlands gekrönt

  • 09:10 Uhr

    Kammermusik

  • 09:30 Uhr

    Working Class
    Das Kapital - Aktuelle Brisanz der Marxschen Kategorie
    Von Mathias Greffrath
    (Wdh. v. 13.11.2016)

    Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche, Pandemie - die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon überall, auch unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel, diskutiert.
    Es war eines der Hauptwerke des deutschen Philosophen, Ökonomen und Gesellschaftstheoretikers Karl Marx - „Das Kapital“. Mitte September 1867 erschien der erste Band beim Hamburger Verleger Otto Meissner in einer Startauflage von 1.000 Exemplaren. Die Welt gibt Anlass und Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen. Der Publizist Mathias Greffrath kennt das Werk und beschreibt, wie die Marxsche Kategorie des Mehrwerts heute noch politische Brisanz entfalten kann.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche St. Kilian in Iserlohn-Letmathe
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Christian Dürr, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Quartett für das Ende der Zeit
    Der Komponist Olivier Messiaen und das ehemalige Kriegsgefangenenlager der deutschen Wehrmacht in Zgorzelec

    Jenseits der feinen Strände
    Die Hünengräber der dänischen Insel Langeland

    Untertagebuch
    Die „Fremden- oder Grubenbücher“ im Bergbau des Oberharzes

    Sehenswürdigkeiten, die man nicht sehen kann
    Teil 2: Das Grab von John Maynard in Buffalo

    Udo Jürgens, Conny Froboess, Eko Fresh…
    Musik über und von GastarbeiterInnen

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Journalistin Navina Sundaram im Gespräch mit Marietta Schwarz

    1945 in Indien geboren, war sie die erste nicht-weiße Journalistin im deutschen Fernsehen. Als Tochter aus großbürgerlichem Elternhaus ungarisch-indischer Einwanderer kam sie 1963 nach Deutschland. Sie arbeitete für die TV-Sendungen „Panorama“ und „Weltspiegel“. Migration, Menschenrechte und die Auslandsberichterstattung wurden ihr Metier, der Satz „bekennen, nicht berichten” ihre Losung.

  • 15:05 Uhr

    Noch eine Runde im Pferdekarussell
    Die amerikanische Alternative-Band Band of Horses
    Von Kai Löffler

    Ohne den Schauspieler Don Johnson hätte die Band of Horses heute vermutlich einen anderen Namen, denn dessen ehemalige Band hieß Horses - genauso wie die von Sänger und Songwriter Ben Bridwell. Um also einen Rechtsstreit zu vermeiden, musste Bridwell sich für sein Projekt etwas anderes einfallen lassen: Band of Horses. Seit 2014 spielen Bridwell und seine Bandkollegen unter diesem Name eine Fusion aus Alt-Rock und Americana, mit Anleihen von Dream Pop, ein bisschen Bonnie „Prince“ Billy, ein bisschen Arcade Fire. Nach fünf Jahren Funkstille erschien Ende 2021 mit dem Uptempo-Song „Crutch“ ein erneutes Lebenszeichen der Band. Und wer sich fragt, wie es Band of Horses geht, nachdem Ben Bridwell vor kurzem zwei der fünf Musiker ausgetauscht hat, bekommt eine eindeutige Antwort mit dem neuen Album: „Things are great”.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Michel Houellebecq „Vernichten“
    Aus dem Französischen von Stephan Kleiner und Bernd Wilczek
    (DuMont Verlag, Köln)
    Ein Beitrag von Sigrid Brinkmann

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Schmutzige Weiten
    Wie viel Raumfahrt verträgt die Erde?
    Von Karl Urban

    Über unseren Köpfen entwickelt sich eine neue Industrie. Es geht um schnelles Internet an jedem Ort der Erde; Start-ups planen Raumstationen als Fabriken und Hotels. Solarkraftwerke, hundertmal größer als jede Raumstation, könnten Energie für die Erde liefern. Noch ist vieles Vision, aber die Zahl der Objekte im Orbit wächst immer schneller. Weltweit werden Raketen weiterentwickelt und etliche neue Startplätze aus dem Boden gestampft. Über den Hype ums Geschäft im Erdorbit wird aber eines vergessen: der ökologische Fußabdruck der Raumfahrt. Die Abgase der vielen Raketen hinterlassen Ruß und andere Aerosole in der Atmosphäre. Verglühende Satelliten belasten Luftschichten, die bisher vom Menschen weitgehend unbelastet waren. Was das für Ozonschicht oder Klima bedeutet, beginnt die Raumfahrt gerade erst zu erforschen.

  • 17:05 Uhr

    Denkfabrik 2022: Über den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Arbeitslosigkeit. Die Journalistin und Buchautorin Anna Mayr im Gespräch mit Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    "2027-die Zeit, die bleibt": Gernot Grünewald untersucht Klimakrise & Pandemie am Nationaltheater in Mannheim

    Wannsee-Konferenz - Historiker Peter Klein über den neuen ZDF-Fernsehfilm

    Wenn das Publikum fehlt - Muss sich das Theater nach Corona neu erfinden?

    „Wie können wir Ökonomie(n) neu denken?“ Online-Talk mit Mitglieder*innen des Künstler*innenkollektivs ruangrupa

    Am Mikrofon: Henning Hübert

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  Sporttelegramm
  • 18:40 Uhr

    Angst vor den Taliban - Afghanische Flüchtlinge ersuchen Zuflucht in Deutschland

  • 19:10 Uhr

    Handball - EM in der Slowakei&Ungarn: Deutschland - Österreich

    1. Fußball-Bundesliga, 19. Spieltag:
    FC Augsburg - Eintracht Frankfurt

    2. Fußball-Bundesliga, 19. Spieltag:
    FC Schalke 04 - Holstein Kiel
    DSC Arminia Bielefeld - SpVgg Greuther Fürth

    WM in Katar - Verantwortung deutscher Unternehmen in Doha

    Olympia-Serie: Teil 3 - Hongkong

    Wintersport

    Tennis - Vor dem Start der Australian Open
    Tennis - Wie geht es Peng Shuai?

    Rechtsextremismus im Sport

    Boxen - Muhammed Ali würde 80 am Montag

    Am Mikrofon: Matthias Friebe

  • 20:05 Uhr

    Kleine Klötze in großen Händen
    Der wiedererwachte Kult um Lego
    Von Jan Rähm
    Regie: Thomas Wolfertz
    Produktion: Deutschlandfunk 2018

    Knapp einen Zentimeter breit, etwas weniger hoch und doppelt so lang, oben zwei mal vier Noppen: der klassische Lego-Stein. Generationen bauten damit, was die kindliche Fantasie sich vorstellen kann. Doch nicht nur Kinder lieben Lego.
    Der dänische Schreiner Ole Kirk Christiansen eroberte mit den Lego-Steinen die Kinderzimmer dieser Welt. Doch auch Erwachsene weltweit sammeln Lego, bauen damit und begeistern sich für die bunten Steine. Manche von ihnen sind kaum dem Kinderzimmer entwachsen, andere finden erst mit ihren Enkeln zurück zum Spielzeug aus Kindertagen. Wobei diese „Adult Fans of Lego“ ihre geliebten Steine nur selten als Spielzeug betrachten. Es geht ums Tüfteln und die Herausforderung, einen bestimmten Mechanismus hinzubekommen oder eine Form möglichst perfekt nachzubauen. Es geht darum, Neues zu kreieren, sich ganz darauf zu konzentrieren und den Alltag auszublenden.
    Das Feature beleuchtet die Faszination Lego bei den erwachsenen Fans: begeisterte Hobby-Bricker, ernsthafte Sammler und professionelle Lego-Bauer.

  • 21:05 Uhr

    Internationale Kölner Orgel-Mixturen 2021
    Dominik Susteck - „Orgellabyrinth"
    Albert Breier - „Stiller Dienst" (Ausschnitt)
    Zaneta Rydzewska - „Außerhalb der Zeit"
    Tobias Tobit Hagedorn - „Folgen"
    Aufnahmen vom 28./30.7.2021 und 1.8.2021 aus Sankt Peter, Köln
    Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller

    Eineinhalb Jahrzehnte war die Kölner Kunst-Station Sankt Peter so etwas wie das Epizentrum der Neuen Musik für die Orgel. Das weltweit einzigartige Instrument ist mit einer Vielzahl ungewöhnlicher Register ausgestattet: von Saxofon, Trillerpfeife und einem reich besetzten Schlagwerk bis zu einer Vielzahl von Obertonregistern, die die Orgel dissonanzfähig machen sollen. Zukunftweisend auch die MIDI-Schnittstelle, die es erlaubt, zusätzliche Instrumente - sofern elektronisch steuerbar - anzuschließen und vom Orgelspieltisch aus zu bedienen. Seit 2007 war Dominik Susteck hier Organist - als direkter Nachfolger von Peter Bares, der das Instrument entworfen und disponiert hatte. Vor seinem Wechsel zum Erzbistum Paderborn kuratierte Susteck im Sommer 2021 letztmalig die Kölner „Orgel-Mixturen“. Maximilian Schnaus, Organist der Berliner Sophienkirche, spielte dabei Sustecks neue Komposition „Orgellabyrinth” als auch den großen meditativen Orgelzyklus „Stiller Dienst” von Albert Breier. Dominik Susteck wiederum stellte neue, vom Deutschlandfunk beauftragte Kompositionen von Zaneta Rydzewska und Tobias Tobit Hagedorn vor.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    Johannes-Wilhelm Rörig - Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung im Gespräch mit Andrea Schültke