Sonntag, 05. Dezember 2021

Programm: Vor- und RückschauSonntag, 05.12.2021

  • Mon
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    Sun
  • 00:05 Uhr

    Nicht zu früh an die Kamera denken!
    Eine Lange Nacht über Stanley Kubrick
    Von Rainer Praetorius
    Regie: Fabian von Freier
    (Wdh. v. 2./3.3.2019)

    „Ich habe Angst, Dave!“, „Das hier bin ich, Alex, und meine drei Droogs.“ Zwei Sätze - und schon startet in vielen Köpfen das Kino des Regisseurs Stanley Kubrick (1928-1999). Der erste Satz stammt von einem Computer, der um sein Leben fürchtet. Die andere zitierte Filmfigur ist ein jugendlicher Schläger, der erst Täter und dann Opfer wird. Doch es ist nicht in erster Linie die menschliche Sprache, die Kubricks Kinowelt ausmacht. Kaum einem anderen Regisseur ist es so gelungen, Bild und Musik zu einer vollständigen Einheit zu verschmelzen. Kubricks Perfektionismus ist berühmt-berüchtigt. Viele hielten dieses Streben nach Vollkommenheit für überzogen. Kubrick-Fans sind dem Regisseur von Filmen wie „2001: Odyssee im Weltraum", „Uhrwerk Orange" und „Shining" bis heute dankbar, dass er nicht davor zurückschreckte, ein Filmhandwerk zu praktizieren, das so konsequent gründlich war. In der griechischen Mythologie schwang sich Ikarus mit Hilfe einer Flügelkonstruktion aus Vogelfedern in den Himmel. Die Federn waren durch Wachs verbunden. Als er immer höher stieg und der Sonne zu nahe kam, schmolz das Wachs. Ikarus stürzte ab. „Versuche nicht, zu hoch zu fliegen!" lautet die gängige Moral dieser Geschichte. Zwei Jahre vor seinem Tod zog Stanley Kubrick eine ganz andere Erkenntnis aus dem alten Mythos. In einer letzten öffentlichen Video-Ansprache erklärte er: „Vergesst Wachs und Federn. Baut bessere Flügel!"

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Klassik live

    „Hier und Jetzt“
    Kompositionen von C.F.Abel, De Sainte Colombe, Ali Ufki, Martin Y Coll u.a.

    Hille Perl, Viola da gamba, E-Gambe
    Murat Coşkun, Perkussion, Hang, Stimme und Moderation

    Aufnahme vom 12.4.2021 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    03:05 Uhr  Heimwerk

    Georgi Catoire
    Konzert für Klavier und Orchester As-Dur, op. 21

    Oliver Triendl, Klavier
    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
    Leitung: Roland Kluttig

  • 06:05 Uhr

    US-Justiz - Recht auf Abtreibung in Gefahr

  • 06:10 Uhr

    Georg Philipp Telemann
    "Was für ein jauchzendes Gedränge". Advents-Kantate für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Instrumentalensemble und Basso continuo, TWV 1:1509
    Hanna Herfurtner, Sopran
    Carola Günther, Alt
    Mirko Ludwig, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

    Johann Sebastian Bach
    "Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe". Kantate für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Chor, Oboe, Oboe da caccia, Clarino, Streicher und Basso continuo, BWV 167
    Joanne Lunn, Sopran
    Wilke te Brummelstroete, Alt
    Paul Agnew, Tenor
    Dietrich Henschel, Bass
    Monteverdi Choir
    English Baroque Soloists
    Leitung: John Eliot Gardiner

    Gottlieb Muffat
    Toccata Nr. 3 a-Moll für Orgel
    Jörg-Andreas Bötticher, Orgel

    Johannes Brahms
    aus: 2 Motetten für gemischten Chor a cappella, op. 74. Fassung für Vokalensemble a cappella
    Nr. 2: "O Heiland, reiß die Himmel auf"
    Singer Pur

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Trotzdem auf der Bühne - Belarussische Künstler*innen im Exil in Warschau

    Fragile Demokratie in Frankreich? Ein Interview mit der Politikwissenschaftlerin Claire Demesmay

    Droht die Klimabewegung militant zu werden? Ein Interview mit dem Politologen Armin Pfahl-Traughber

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Zur Krise in Österreich - Ein Interview mit dem Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici

    Denk ich an Deutschland: der Comedian Bülent Ceylan

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    „Du fehlst mir." Von der (adventlichen) Kunst des Vermissens und Erwartens
    Von Pfarrer Gotthard Fuchs
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 90 Jahren: Die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau wird gesprengt

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

  • 09:30 Uhr

    Reflexionen über ein gespaltenes Land
    Bürgerrechte, Gruppenidentität und Demokratie in Israel
    Von Daniel Cil Brecher

    Das Primat der Gruppenidentität in Israel schuf eine Ordnung, die einzelne Gruppen privilegierte, andere marginalisierte, aber die Zusammenarbeit erschwerte. Braucht Israel 74 Jahre nach der Staatsgründung eine gemeinsame staatsbürgerliche Identität?
    Der ehemalige Staatspräsident Reuven Rivlin nannte sie „die vier Stämme Israels“, die ultra-orthodoxen Juden, die zionistisch gesinnten religiösen Juden, die weltlichen Juden und die Palästinenser. Sie leben nicht miteinander, sondern nebeneinander und oft gegeneinander. Die Gruppenidentitäten sind Teil eines 1948 geschaffenen institutionalisierten Kommunalismus, der sich in separaten Parteien, getrennten Schulsystemen und in einer gesetzlich verankerten Hierarchie ausdrückt. Das autonome Personenstandsrecht der Gruppen (Heirat, Scheidung, Erbrecht) schränkt zudem individuelle Bürgerrechte stark ein. Das System gerät jetzt unter Druck, u.a. durch demografischen Wandel und Entideologisierung. Im Juni 2021 trat zum ersten Mal eine palästinensische Partei einer israelischen Regierung bei. Gleichzeitig kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Juden und Palästinensern in gemischten Städten. Mit den palästinensischen Bürgern Israels als neuer politischen Kraft wird sich Daniel Brecher im kommenden Jahr auch in einem Feature beschäftigen.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kirche St. Sebald in Nürnberg
    Prediger: Pfarrer Axel Töllner
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen, CDU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    „Tour de Grass“ - von Lübeck nach Mölln
    Auf den Spuren des Nobelpreisträgers Günter Grass

    Das Märchenschloss des Dichters Wilhelm Hauff
    Schloss Lichtenstein auf der Schwäbischen Alb

    Novena di Natale
    Im vorweihnachtlichen Tessin

    Sagenhaftes Museum
    Die „Grimmwelt“ in Kassel

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Publizist Per Leo im Gespräch mit Joachim Scholl

    Mit einem Roman über seinen SS-Großvater wurde er bekannt: der 1972 geborene, promovierte Historiker Per Leo. Mit vielen Essays ist er zu einer der energischsten Stimmen in den aktuellen Diskursen um Antisemitismus, den Holocaust und die neuen deutschen Rechten geworden. In seinem jüngsten Buch „Trauer ohne Tränen“ entwickelt Per Leo Gedanken zu einer neuen Erinnerungskultur.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Uwe Johnson: „Zwei Ansichten“
    Werkausgabe in 43 Bänden: Abteilung Werke: Band 5
    Herausgegeben von Yvonne Dudzik, Katja Leuchtenberger, Greg Bond
    (Suhrkamp Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Katharina Teutsch

    Der Literarische Adventskalender
    Ein Beitrag von Catherine Newmark

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt

    Ausgebremst
    Deutschlands klinische Studien in der Corona-Pandemie
    Von Volkart Wildermuth

    Drosten-Test, BioNTech-Impfstoff - Corona-Schlagzeilen aus Deutschland für die Welt. Abseits dieser Leuchtturmprojekte sind die Ergebnisse weniger überzeugend. Zu Beginn gab es zu wenig klinische Studien, sie waren zu klein und brachten kaum Erkenntnisse. Wie ein Vergrößerungsglas hat die Corona-Pandemie Schwachstellen im deutschen System sichtbar gemacht.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Museen als Energiefresser - Stefan Simon, Rathgen-Forschungslabor, im Gespräch mit Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Uralter Mythos, neu besehen - Matthew Aucoins Oper "Eurydice" an der MET

    Start ins Futur - Constanza Macras neue Arbeit "Future" an der Volksbühne Berlin

    Falk Richter inszeniert Thomas Bernhards "Heldenplatz" in München

    Trotzdem auf der Bühne - Belarussische Künstler*innen im Exil in Warschau

    Am Mikrofon: Jörg Biesler

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  Sporttelegramm
  • 18:40 Uhr

    Leeres Label oder echter Wandel - Was steckt hinter dem Versprechen der „Klimaneutralität“

  • 19:10 Uhr

    Fußball - Bundesliga, 14.Spieltag
    VfB Stuttgart - Hertha BSC
    Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg
    Nachbericht Borussia Dortmund - FC Bayern München

    Fußball - 2. Liga, 16. Spieltag
    Hannover 96 - Hamburger SV
    1. FC Heidenheim 1846 - SSV Jahn Regensburg
    SG Dynamo Dresden - Karlsruher SC

    Fußball - Bundesliga Frauen: TSG Hoffenheim - Werder Bremen

    Fußball - Wenn Männerfußball und Frauenfußball gleich aussehen

    DOSB - Nach der Mitgliederversammlung und der Präsidentenwahl

    Handball - WM der Frauen: Vor dem 3. Gruppenspiel der deutschen Mannschaft
    Handball - Bundesliga, Männer: HSV Hamburg - THW Kiel

    Badminton - World Tour-Finale in Bali

    Tennis - Davis-Cup Finale

    Sportpolitik - Die (fehlende) Kraft der Sportdiplomatie

    Schach - 8. WM-Partie zwischen Carlsen und Nepomnjaschtschi in Dubai

    Skispringen - Weltcup in Wisla und in Lillehammer
    Biathlon - Weltcup in Östersund: Verfolgung Männer + Staffel Frauen
    Ski Alpin - Speedrennen in USA und Kanada: Abfahrt Männer
    Rodeln - Weltcup in Sotschi
    Bob- und Skeleton-Weltcup in Altenberg
    Eisschnelllauf - Olympia-Qualifikation in Salt Lake City

    Politik - Angela Merkel und der emotionale Fußball

    Formel 1 - 21. Lauf zur Formel-I-WM "Großer Preis von Saudi-Arabien" in Dschidda

    Am Mikrofon: Matthias Friebe

  • 20:05 Uhr

    Missglückte Menschenliebe
    Über Misanthropie
    Von Rolf Cantzen
    Regie: Philippe Brühl
    Produktion: Deutschlandfunk 2021

    „Edel sei der Mensch, hülfreich und gut“ - so die Wunschvorstellung. Doch die Realität sieht oft düster aus. Da sagt sich der eine oder die andere doch lieber gleich von der gesamten Menschheit los. Aber ist das mehr als bloße Attitüde?
    Menschen bringen sich gegenseitig um - nicht selten freudig und im Namen irgendwelcher Ideale - sie betrügen einander und sind im Alltag häufig unangenehm oder einfach nur anstrengend. Misanthropie, Menschenverachtung oder die abgeschwächte Variante der Menschenflucht scheint da manchmal die bessere Alternative zu sein. Vor allem Philosophen und Schriftstellerinnen finden in der Misanthropie aber auch einen Raum, um ihre Kreativität zu entfalten und sich in die anziehende Aura der Unnahbaren zu hüllen.
    Oder es hilft ihnen einfach, sich selbst, die Menschheit und die eigenen Reflexionen über eben diese zu ertragen. Ganz nach dem Motto: Ein mehr oder weniger freundlicher Abstand zu den Menschen kann helfen, es mit ihnen auszuhalten.

  • 21:05 Uhr

    Kammermusikfest Spannungen 2021

    Benjamin Britten
    6 Hölderlin-Fragmente für Tenor und Klavier, op. 61

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Trio für Violine, Violoncello und Klavier Nr. 2 c-Moll, op. 66

    Ralph Vaughan Williams
    „Along the field". Acht Lieder für Singstimme und Violine (Auswahl)

    Dmitri Schostakowitsch
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 15 es-Moll, op. 144

    Ian Bostridge, Tenor
    Saskia Giorgini, Klavier
    Martin Helmchen, Klavier
    Byol Kang, Violine
    Christian Tetzlaff, Violine
    Antje Weithaas, Violine
    Jan Larsen, Viola
    Bryan Cheng, Violoncello
    Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello

    Aufnahme vom 24.6.2021 aus dem Wasserkraftwerk Heimbach

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    Mit Reflexionen über vergangene Jugend und verlorene Heimat begann das fünfte Konzert beim Kammermusikfest „Spannungen”. Benjamin Britten setzte in seinen sechs Hölderlin-Fragmenten Sprache in Musik, die mit ihren schroffen Brüchen und überraschenden Perspektivwechseln ihrem ganz eigenen Klang und Duktus folgt. So manche Passage sei für Pianisten ein bisschen eklig zu spielen, warnte Felix Mendelssohn Bartholdy vor seinem zweiten Klaviertrio. Dramatische Höhepunkte und überraschende harmonische Wendungen stoßen hier das Tor zur Spätromantik auf. Von englischer Volksmusik ließ sich der britische Sinfoniker Ralph Vaughan Williams in seinem Liederzyklus „Along the field” inspirieren. Vom Tod umkreist fühlte sich dagegen Dmitri Schostakowitsch, als er sein letztes Streichquartett schrieb. Sechs Adagios reihen sich in einem großen Atemzug aneinander: ein Werk des Abschieds und der Resignation.

  • 23:05 Uhr