26. Oktober 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Wahlergebnisse in Brasilien, wo Präsident Lula im Amt bleibt, und in Serbien, wo die Studentenliste klar gewinnt, sind Thema.

Ein Mann schwenkt eine Serbien-Flagge auf einem Auto
Die Freude in Serbien nach der Wahl war groß: Präsident Vucic wurde abgewählt, die Studentenliste hat die absolute Mehrheit (imago / ZUMA Press / Daniel Alfoldi)
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf findet:
"Die Wahlen in Brasilien und Serbien machen Hoffnung: Politiker, die für autoritäre Machtpolitik stehen, haben eine Niederlage erlitten. Und demokratische Kräfte haben die Wähler trotz schwieriger Ausgangslage überzeugt. In einer Welt mit großen Problemen, die sich egoistische Alleingänge von Machthabern eigentlich nicht leisten kann, sind das gute Nachrichten."
In der ZEIT heißt es mit Blick auf Serbien:
"Alexander Vučić ist besiegt, Europas Regierungen wurden blamiert. So kann man das Wahlergebnis der serbischen Parlamentswahlen zusammenfassen. Und dieser Sieg gehört der serbischen Jugend. Niemandem sonst."
Das DARMSTÄDTER ECHO überlegt:
"Das Ziel, Vučić loszuwerden, hat die Opposition geeint. Wie weit diese Einheit trägt, ist die Frage. Auch lässt sich die Abhängigkeit von Russland nicht so einfach abstreifen. Trotzdem sitzt am Tag nach der Wahl auch im Kreml ein Verlierer. Von größter Bedeutung wird sein, ob die EU nach dem wohlfeilen Schulterklopfen die neue Regierung in Belgrad aktiv unterstützt. Dazu gehört dringend eine konkrete Beitrittsperspektive für ein neues Serbien."
Der Berliner TAGESSPIEGEL notiert mit Blick auf Brasilien:
"Auch wenn Lula weiter Staatschef bleiben wird: Die Rechtspopulisten um den wegen eines Putschversuches verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro haben trotzdem erheblich an Machtgewonnen. Und das hat Lula auch sich selbst zuzuschreiben."
In Deutschland gibt es Empörung über einen Auftritt des Audi-Vorstandsvorsitzenden Döllner bei einem Wahlkampfauftritt von US-Präsident Trump.
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN urteilen:
"Der Bau einer Audi-Fabrik jenseits des Atlantiks ist ökonomisch folgerichtig. Völlig unakzeptabel aber ist, diese Entscheidung ganz offen zum Wahlkampfgeschenk für einen europafeindlichen Präsidenten zu machen, der sich damit in seinen protektionistischen Zoll-Orgien bestätigt fühlen kann. Dem Ansehen der Premium-Marke in Europa ist das abträglich."
Das Magazin "Stern" bewertet das Verhalten des Audi-Chefs so:
"Der Auftritt von Gernot Döllner ist ein Tiefpunkt in den transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen."
Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG analysiert:
"Was Döllner in Trumps Jubelveranstaltung offenbar nicht sagen durfte: Voraussetzung für das neue Audi-Werk in den USA sind hohe Subventionen und/oder Zollvorteile. Die Wahlkampfhilfe des Unternehmenschefs gehört zur Gegenleistung wie die Zahl der Arbeitsplätze. Man kann nur hoffen, dass Trump das Audi-Engagement wenigstens teuer eingekauft hat."