Über 190 Jahre alt
Ältestes Landlebewesen: Ergutanalyse von Riesenschildkröte "Jonathan" deutet auf junge Mitrochondrien

Die Riesenschildkröte Jonathan hat besonders viele Gen-Varianten, die mit Langlebigkeit zusammenhängen. Das hat eine Erbgutanalyse bei dem ältesten Landlebewesen der Welt gezeigt. Laut des Berichts der Forschenden im Fachjournal Science Advances geht es dabei vor allem um die Mitochondrien.

    Riesenschildkröte Jonathan vor dem Plantation House.
    Riesenschildkröte Jonathan vor dem Plantation House. (Deutschlandradio / Jan-Philippe Schlüter)
    Die Mitochondrien gelten als die Kraftwerke der Zellen. Die Gen-Varianten sorgen bei der geschätzt mehr als 190 Jahre alten Schildkröte den Angaben zufolge dafür, dass die Mitochondrien im Körper des Tieres teilweise genauso gut funktionieren wie bei einer erst fünf Jahre alten Riesenschildkröte. Möglicherweise liefern diese jungen Zellkraftwerke dem DNA-Reparatursystem genug Energie, um Schäden durch das Alter abzuwehren, etwa Krebs. Jung gebliebene Mitochondrien wurden früher auch schon in anderen sehr alten Lebewesen nachgewiesen, auch beim Menschen.
    Laut den Forschenden tragen vermutlich auch die idealen Lebensbedingungen zu Jonathans hohem Alter bei. Seit 1882 lebt das Tier auf der Atlantikinsel St. Helena in einem geschützten Bereich. Dort bekommt er Futter und wird von Tierärzten betreut.
    Diese Nachricht wurde am 08.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.