
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, rücken die äthiopische Armee und ihre Verbündeten im nördlichsten Bundesstaat Tigray auf eine Stadt nahe der Grenze zum Nachbarland vor. Mit dem Vorrücken der äthiopischen Kräfte verlagert sich die Front zunehmend in Richtung der eritreischen Grenze. Beide Länder könnten nach Einschätzung von Beobachtern wie der Denkfabrik International Crisis Group erneut in einen offenen Krieg geraten.
Die Unruheregion Tigray wird eigentlich von der TPLF (Tigray People’s Liberation Front) beherrscht. Im September erhob diese die Waffen gegen die äthiopischen Bundeskräfte. Äthiopiens Regierung beschuldigt Eritrea, die TPLF trotz deren jahrzehntelanger Feindschaft zu unterstützen und Truppen auf äthiopisches Gebiet entsandt zu haben. Tausende sollen in Tigray stationiert worden sein. Eritrea wirft dem Nachbarland vor, einen Angriffskrieg vorzubereiten.
Konflikt in Tigray führte zwischen 2020 und 2022 zu einem verheerenden Krieg
Zuletzt hieß es, Äthiopiens Armee sei kampflos in die tigrayischen Städte Adwa und Aksum eingerückt. In den vergangenen Tagen waren zudem fünf ranghohe Vertreter der TPLF von der Armee festgenommen worden, darunter der stellvertretende Kommandeur der Streitkräfte. Anfang Oktober hatte die Armee bereits die Regionalhauptstadt Mekelle unter ihre Kontrolle gebracht. Zu Wochenbeginn sollen die eritreischen Streitkräfte auch die Grenzstadt Zalambessa verlassen haben. Die äthiopische Armee und die mit ihr verbündete tigrayische TPF-Miliz (Tigray Peace Force) attackierten sie vor allem mit Drohnenangriffen.
Der Konflikt in Tigray hatte zwischen 2020 und 2022 zu einem verheerenden Krieg geführt. Ein Friedensabkommen beendete die Kämpfe zwar offiziell, die Spannungen zwischen der Regionalführung und der Zentralregierung blieben jedoch bestehen.
Diese Nachricht wurde am 14.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
