Sachsen-Anhalt
AfD stellt erstmals den Landtagspräsidenten in Magdeburg

In Deutschland gibt es erstmals einen Parlamentspräsidenten aus den Reihen der in Teilen als rechtsextrem eingestuften AfD.

    Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Sven Schulze (r, CDU) gratuliert Tobias Rausch (AfD) zu der Wahl zum Landtagspräsidenten, während der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt.
    Der AfD-Politiker Rausch ist neuer Landtagspräsident in Magdeburg. (Jan Woitas / dpa pool / dpa)
    Der Landtag in Sachsen-Anhalt wählte den Abgeordneten Rausch zu seinem Präsidenten. Zudem wurde der AfD-Politiker Tillschneider zu ​einem der Vizepräsidenten gewählt. Er gilt als rechtsextremer Vordenker mit einer großen Nähe zu Russland. Beide erhielten mehr Stimmen als erwartet. Die BSW-Fraktion hatte angekündigt, Rausch zu wählen und ihm damit zur Mehrheit zu verhelfen - er bekam aber vier Stimmen mehr, als AfD- und BSW-Fraktion zusammen Abgeordnete haben.
    Die SPD forderte deshalb von der CDU Aufklärung, ob von ihren Abgeordneten Stimmen für Rausch gekommen sind. Dies werde auch ⁠Thema ⁠im Koalitionsausschuss morgen in Berlin werden, kündigte Fraktionschef Miersch an. CDU/CSU-Fraktionschef Frei sagte, er sehe die Wahl mit allergrößter Besorgnis. Er wies es aber als Spekulation zurück, dass CDU-Abgeordnete der AfD geholfen haben könnten.
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.