Europa
Albanischer Ministerpräsident Rama bezeichnet Versprechungen eines ukrainischen EU-Beitritts als "Lüge"

Der albanische Ministerpräsident Rama hat der Europäischen Union vorgeworfen, die Ukraine mit Versprechungen eines EU-Beitritts zu belügen.

    Edi Rama im dunklen Jackett steht vor der albanischen und der europäischen Flagge und spricht.
    Der albanische Regierungschef Edi Rama. (picture alliance / Anadolu / Olsi Shehu)
    Rama sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", auf dem regulären Beitrittsweg mit allen Kriterien werde das Land gewiss nicht aufgenommen. Das wüssten alle. Der Regierungschef warnte davor, aus geopolitischen Gründen Zugeständnisse zu machen. Er schlug vor, der Ukraine erst nach einem leistungsbezogenen Prozess die Vollmitgliedschaft zu gewähren.
    Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den Überfall Russlands und erhält dafür von den westlichen Partnern unter anderem Militärhilfen.
    Rama warb zugleich für einen raschen EU-Beitritt seines Landes. Bundeskanzler Merz und Europa müssten hier den Mut von Helmut Kohl wiederfinden, forderte er. Als 1989 die Mauer fiel, habe Kohl den Ostdeutschen nicht gesagt, sie hätten 33 Verhandlungskapitel, um aufgenommen zu werden.
    Albanien hatte im Jahr 2009 die EU-Mitgliedschaft beantragt. Seit 2014 ist das Land EU-Beitrittskandidat.
    Diese Nachricht wurde am 02.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.