Menschenrechtspreis
Amnesty ehrt palästinensischen Anwalt Quzmar - Kritik an deutscher Israel-Politik

Amnesty International verleiht ihren diesjährigen Menschenrechtspreis an den palästinensischen Rechtsanwalt Khaled Quzmar. Die Organisation teilte in Berlin mit, Quzmar werde für seinen langjährigen Einsatz für die Rechte von Kindern in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten geehrt.

    Das Logo von Amnesty International auf einer transparenten Schild an einer Fassade in Berlin. Es zeigt eine brennende Kerze, die mit Stacheldraht umwickelt ist.
    Das Logo von Amnesty International (Archivbild). (IMAGO / epd / IMAGO / Christian Ditsch)
    Nach Angaben von Amnesty dokumentierte Quzmar Menschenrechtsverletzungen im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem für UNO-Gremien und internationale Gerichte. Zudem habe er Kindern und ihren Familien Rechtsbeistand sowie psychosoziale Unterstützung ermöglicht.

    Repressionen und Diffamierungen

    Quzmar leitete lange als Generaldirektor die Organisation "Defense for Children International – Palestine". Laut Amnesty schloss er die Organisation in diesem Frühjahr nach mehr als 35 Jahren "aufgrund der anhaltenden Schikanen". Der im Westjordanland ansässige Rechtsanwalt sei wegen seiner Arbeit Repressionen und Diffamierungen durch israelische Behörden ausgesetzt.
    Die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Duchrow, würdigte Quzmar als Stimme palästinensischer Kinder. Zugleich warf sie auch Deutschland als Verbündetem der israelischen Regierung vor, die Augen vor Menschenrechtsverletzungen zu verschließen und mit Waffenlieferungen zu Verstößen beizutragen.
    Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und soll am 25. November in Berlin verliehen werden. Zuletzt wurde die kolumbianische Fischerorganisation Fedepesan ausgezeichnet.
    Diese Nachricht wurde am 13.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.