
Zwischen 2019 und 2025 wurden rund 560 Vorfälle registriert, teilte der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus, kurz RIAS, mit. Bei insgesamt mehr als 30.000 Meldungen seien das lediglich 1,8 Prozent. Der Anteil von Bedrohungen, Angriffen oder extremer Gewalt dabei sei indes mehr als doppelt so groß wie der Anteil gewaltsamer Vorfälle an der Gesamtzahl.
Antisemitismus beschränke sich nicht auf islamistische Milieus, sondern finde sich mitten unter Muslimen, hieß es. Der Verband unterscheidet hier zwischen Fällen mit "politisch-ideologischem" und mit "religiös-kulturellem" Charakter. Beim Großteil der antisemitischen Vorfälle ließ sich den Angaben zufolge der ideologische Hintergrund nicht eindeutig klären. RIAS dokumentiert auch Vorkommnisse, die nicht als Straftaten gelten.
Bundesgeschäftsführer Steinitz forderte sowohl rechtsstaatliche Mittel als auch Präventionsangebote ein. Die Auseinandersetzung mit Islamismus dürfe nicht rechtsextremen Akteuren und ihrer islamfeindlichen Agenda überlassen werden.
Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
