Schule
Appell zum Ende der Herbstferien: Genauer auf Anzeichen sexueller Gewalt gegen Kinder achten

Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat zum Ende der Herbstferien dazu aufgerufen, genauer auf mögliche Opfer sexueller Gewalt unter Kindern und Jugendlichen zu achten. Die Zeit nach den Schulferien sei entscheidend, um Anzeichen zu erkennen, teilte die Behörde mit.

    Zwei Kinder sitzen in ihrem Klassenzimmer am Tablet und schauen gemeinsam darauf. Sie sind von hinten zu sehen und damit nicht zu erkennen.
    "Die Zeit nach den Schulferien sei entscheidend, um Anzeichen sexueller Gewalt zu erkennen." (picture alliance / dpa / Matthias Balk)
    Lehrkräfte und pädagogisches Personal sollten besonders aufmerksam sein. Da sexuelle Gewalt häufig im familiären Umfeld geschehe, könne das Risiko für gefährdete Kinder während der Ferien steigen. Kindesmissbrauch betreffe im Schnitt ein bis zwei Schüler pro Klasse. In den meisten pädagogischen Ausbildungen und Studiengängen fehle das Thema Prävention von sexuellem Missbrauch bis heute, sodass in Schulen ein großer Bedarf an Basiswissen bestehe.
    Die Behörde bietet unter anderem einen kostenlosen Online-Kurs zum Schutz von Schülern vor sexuellem Missbrauch. Als Signale von Kindern für einen möglichen Missbrauch gelten unter anderem plötzliche Verhaltensänderungen, altersuntypisches sexualisiertes Verhalten oder ungeklärte körperliche Verletzungen.
    Die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Claus, hatte Mitte Oktober ihren ersten gesetzlich verankerten Bericht vorgelegt. Für Kinder und Jugendliche sei das Risiko, sexualisierte Gewalt zu erleben, noch nie so hoch gewesen wie heute, erklärte sie. Laut Kriminalstatistik zählte die Polizei im vergangenen Jahr mehr als 17.000 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs und damit rund 1.600 mehr als noch vor fünf Jahren.
    Diese Nachricht wurde am 30.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.