Medizin
Bei Frauen werden Autoimmunerkrankungen oft später erkannt

Wenn es um Autoimmunerkrankungen geht, dann sind Frauen davon häufiger betroffen - allerdings bekommen sie auch häufiger falsche Diagnosen. Laut einer neuen Studie wird Frauen da auf dem Weg zur richtigen Diagnose oft suggeriert, dass ihre Erkrankung gar nicht körperlich sei, sondern seelische Ursachen hätte.

    Eine Frau sitzt in einem Behandlungszimmer beim Arzt auf einer Liege. Sie wartet dort und hält dabei einen kleinen grünen Gummiball in den Händen.
    Autoimmunerkrnakungen werden bei Frauen später erkannt als bei Männern. (Imago | Westend61 (Symbolbild))
    Das berichtet ein britisches Forschungsteam im Fachmagazin eClinicalMedicine. Bei Autoimmunerkankungen greift das eigene Immunsystem fälschlicherweise gesundes Gewebe und Organe an, weil es sie als fremd einstuft. Beispiele sind Multiple Sklerose, Typ-1-Diabetes und Schuppenflechte.
    Für die neue Studie wurden Diagnosedaten von Frauen und Männern aus einer Onlinebefragung ausgewertet. Da hatten mehr als 6.600 Patientinnen und Patienten beantwortet, wie lange es vom Auftreten der ersten Symptome bis zur richtigen Diagnose gedauert hat. Frauen gaben deutlich häufiger als Männer an, dass es Verzögerungen gab, sie öfter zu Ärzten gehen mussten und dass sie psychische und psychosomatische Fehldiagnosen bekamen.
    Diese Nachricht wurde am 14.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.