
"Rechte Radikale sind die großen Gewinner der Wahl in Schwerin, linke Radikale sind es in Berlin. Deutschland wird so nicht einfacher zu regieren. Beide Landtagswahlen führen noch einmal vor Augen, was daraus folgt, falls die Mitte keinen Kurs vorgibt."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE weist darauf hin, dass
"die Regierungsparteien der alten Bundesrepublik ihren Fußabdruck beinahe überall im Osten verlieren. Mal wankt die SPD an der Fünf-Prozent-Hürde, mal ist es die CDU."
Im Berliner Wahlergebnis sieht die FRANKFURTER RUNDSCHAU die Möglichkeit für eine "linke Alternative" zur AfD:
"Die Bundesrepublik rückt nach rechts. Die ganze Republik? Nein! Ein gallisches Dorf, das dem allgemeinen Trend trotzt wie in den Asterix-Comics, befindet sich ausgerechnet in der Hauptstadt. In Berlin hat die noch vor wenigen Monaten völlig unbekannte Linken-Politikerin Elif Eralp einen überraschend klaren Wahlsieg eingefahren. Die Erfolgsgeschichte zeigt: Wenn es gelingt, sozialen Protest mit dem Kampf gegen rechts zu verbinden, sind auch Wahlsiege auf der linken Seite des politischen Spektrums möglich."
Für die MEDIENGRUPPE BAYERN ist Manuela Schwesig, die SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, "die eigentliche Siegerin des Wahltags":
"Noch zum Jahresbeginn dümpelte ihre Partei in den Umfragen bei 23 Prozent. Dann setzte die Amtsinhaberin zu einer Aufholjagd an – und je mehr Boden sie gutmachte, desto mehr geriet ihr Wahlkampf zu einer Ego-Show. Zu der auch gehörte, sich auf Kosten der eigenen Partei zu profilieren. Schwesig kann also weiter regieren. Ein erstaunliches Comeback."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN gehen auf die Stellungnahme des Bundeskanzlers am Wahlabend ein:
"Dass Merz unmittelbar nach der Prognose vor die Kameras trat, zeigt den Ernst der Lage, nicht nur für die CDU. Noch nie hat sich ein Kanzler unmittelbar nach Landesabstimmungen an die Nation gewandt. Dass der „Rückenwind aus Berlin“ ausgeblieben ist, räumte der Kanzler unverblümt ein. An den umstrittenen Reformen will er dennoch festhalten. Ob ihm das gelingt, ist ungewiss."
Der WESER-KURIER aus Bremen befasst sich mit der politischen Zukunft von Merz:
"Eines haben insbesondere die Ergebnisse der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt: Das beste Mittel, die AfD in Schach zu halten, ist ein starker und anerkannter Regierungschef. Friedrich Merz ist dagegen in der Bevölkerung so unbeliebt wie kein Bundeskanzler zuvor. Sollte sich das nicht grundlegend ändern wird es die Union kaum wagen, mit dem Sauerländer an der Spitze erneut in einen Bundestagswahlkampf zu ziehen."
