30. September 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Volkswagen hat nach eigenen Angaben fast alle Tarifverträge gekündigt und dies mit dem verschärften Wettbewerbsdruck begründet.

    Das Volkswagen-Logo auf einer Steele vor dunklem Himmel mit vielen Wolken.
    In den Kommentaren geht es unter anderem um die Kündigung von Tarifverträgen bei Volkswagen (Archivbild). (IMAGO I Sven Simon)
    Dazu bemerken die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN:
    "Lange Zeit wurde die deutsche Autoindustrie gerühmt für die kommoden Verhältnisse, die sie ihren Beschäftigten bot. Die Mischung aus überschaubaren Arbeitszeiten, bequemer Heimarbeit und luxuriösen Gehältern war geradezu unschlagbar. Doch damit ist es vorbei. Die Unternehmen sind längst im Krisenmodus, inzwischen geht es ans Eingemachte. Bei Mercedes soll wieder länger gearbeitet werden, und vor allem in Präsenz. BMW dünnt sein Management aus. Und VW kündigt Haustarifverträge, es geht an die Gehälter."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert den jüngsten Anstieg der Inflation in Deutschland:
    "Die steigenden Preise sind inzwischen die größte Sorge der Deutschen. Das Leben, so scheint es, wird unbezahlbar. Und es stimmt ja auch: Tanken tut weh, die Inflation ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen. Und dennoch muss einmal gesagt werden: Es ist halb so schlimm. Die 'Bezahlbarkeitskrise' ist in weiten Teilen ein Mythos. Denn was chronisch ausgeblendet wird, sind die gestiegenen Löhne. Ja, die Preise sind hoch, aber die Löhne und Mindestlöhne sind in den vergangenen Jahren mindestens genauso stark gestiegen."
    Der TAGESSPIEGEL aus Berlin verweist auf tieferliegende Ursachen:
    "Zugleich hat das Wohlstandsversprechen, für das Erwerbsarbeit in der Bundesrepublik lange Jahre stand, Risse bekommen. Eine bezahlbare Mietwohnung in einer Großstadt zu finden, ist zu einem unbezahlten Zusatzjob nach ganz eigenen Regeln mutiert. Von Eigentum oder einer auskömmlichen Rente wagen viele kaum zu träumen - geschweige denn von einer besseren Zukunft. Natürlich stiftet Arbeit für viele Sinn. Aber wenn das einstige Versprechen nach Aufstieg und Sicherheit brüchig wird, ist das kein schlechtes Zeugnis für die Beschäftigten."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG befasst sich mit einer Studie des Versicherers HDI, die auf einen deutlichen Wandel im Verhältnis vieler Menschen zu ihrer Arbeit hinweist:
    "Die Zahlen lassen einen unbequemen Schluss zu: Viele Menschen wollen nicht mehr arbeiten, jedenfalls nicht unter den Bedingungen, die sie heute erleben. Ausgerechnet in einem Land, in dem man beim Kennenlernen gern zuerst nach dem Beruf fragt, wächst bei vielen der Wunsch nach weniger Erwerbsarbeit. Wann genau ist den Deutschen die Lust am Arbeiten vergangen? Statt reflexhaft über 'Lifestyle Teilzeit' zu schimpfen, wie es Teile der Union tun, lohnt es sich, über die Gründe für diesen Wunsch nachzudenken."