06. Oktober 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Beherrschendes Thema in den Zeitungskommentaren ist die Wahl des AfD-Politikers Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt.

Von einer historischen Zäsur spricht die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen:
"Erstmals steht ein AfD-Politiker an der Spitze eines Landesparlaments. Tobias Rausch ist oberster Repräsentant des Landtags von Sachsen-Anhalt. Der politisch folgenreichste Befund dieses Tages aber betrifft die CDU. Durch ihre Fraktion geht ein doppelter Riss. Nur ein Teil folgte der Empfehlung von Fraktionschef Sven Schulze, sich zu enthalten. Ein anderer Teil stimmte offenbar gegen Rausch, ein weiterer mutmaßlich sogar für ihn."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG gibt zu bedenken:
"Niemand weiß, ob die vier zusätzlichen Stimmen von der CDU kamen. Es würde aber in die Strategie der AfD passen, die darauf zielt, einzelne CDU-Abgeordnete als Überläufer oder zumindest Mehrheitsbeschaffer zu gewinnen. Im Übrigen ist das eine Strategie, die weit über Sachsen-Anhalt hinausreicht. Der AfD-Mann Maximilian Krah formulierte es mal so: Er setze nicht auf die CDU als Partner, er setze auf die 'Implosion der CDU'. Es könnte sein, dass die AfD diesem Ziel heute einen Schritt näher gekommen ist."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg konstatiert:
"Die Ankündigung von Fraktionschef Schulze, dass sich die CDU bei der Präsidentenwahl enthalten werde, hat offensichtlich nicht gehalten. Schulzes Ankündigung, kein CDUler werde AfD-Mann Ulrich Siegmund zum Ministerpräsident wählen, ist damit so gut wie wertlos. Die CDU im Landtag ist geschwächt wie nie, und nun auch noch mit einer neuen Personal- und Brandmauerdebatte konfrontiert."
Mit der Festnahme des ehemaligen Chefs des Bundesnachrichtendienstes, Hanning, befasst sich die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
"Ausgerechnet Ex-BND-Chef August Hanning steht im Zentrum von Spionagevorwürfen - was für eine Ironie. Noch vor wenigen Wochen forderte er mehr Befugnisse für die Nachrichtendienste und weniger Misstrauen. Nun sitzt er wegen des Verdachts auf Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit in Untersuchungshaft. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung. Doch wenn ausgerechnet jene, die die Bürger schützen sollen, selbst zum Sicherheitsrisiko werden, bringt das den Staat beim Bürger in Verruf."
Und die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus notiert:
"Wer glaubt, die Sache sei halb so schlimm, weil sie einen Ehemaligen betreffe, der täuscht sich. Die Auswirkungen können gravierend sein. Wenn Geheimdienste von verbündeten Staaten nur den Verdacht haben, dass ihre Erkenntnisse beim BND nicht sicher sein könnten, werden sie diese kaum mehr mit Deutschland teilen. Gerade in dieser angespannten Weltlage braucht Deutschland einen professionellen und leistungsfähigen Geheimdienst. Dabei hat der BND offenbar noch ein ganzes Stück Arbeit vor sich."