09. Oktober 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Viel kommentiert wird der Besuch von Gerhard Schröder bei Russlands Staatschef Wladimir Putin in Moskau.

    Zwei Männer stehen vor einem Kamin und schütteln sich herzlich die Hände
    Der frühere Bundeskanzler Schröder sorgt mit seinem Besuch bei Russlands Staatschef Putin für Empörung in Deutschland. (AFP PHOTO / RUSSIAN PRESIDENTIAL PRESS OFFICE)
    Das HANDELSBLATT findet das Verhalten des Altkanzlers "zum Fremdschämen" und führt aus: "Die Außenwirkung ist verheerend für das deutsche Ansehen in der Welt. Denn während Schröder mit Putin feierte, starben in der Ukraine Dutzende Menschen bei russischen Luftangriffen".
    Ähnlich lautet ein Kommentar der FUNKE-MEDIEN: "Mit Wladimir Putin zu dessen Geburtstag gemeinsam am Kamin zu sitzen, nachdem Russland gerade wieder Dutzende Zivilisten in der Ukraine getötet hat, ist der neueste Gipfel der Schamlosigkeit."
    Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle/Saale meint: "Dennoch hat SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner recht, dass Schröder aktuell der einzige Politiker ist, der überhaupt persönlich mit Putin sprechen kann. So wie sich die Lage in der Ukraine entwickelt, ist ein Waffenstillstand oder gar Frieden nur mit Putin möglich. Vielleicht wird Schröder da noch einmal wichtig."
    Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER sieht das anders: "Das Argument, dass er als Vermittler einspringen könnte, führt in die Irre. Denn Schröder hat zwar Zugang zu Putin, aber nicht das Vertrauen der Bundesregierung."
    Auch der KÖLNER STADT-ANZEIGER mahnt: "Putin gibt nichts auf solche Kontakte. Er nutzt Leute wie Schröder und Trump für Fotos, PR und eigene Imagepflege. Kein noch so unverfrorenes Hofieren wird den russischen Präsidenten dazu bewegen, seinen grausamen Krieg zu beenden."
    Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die LANDSHUTER ZEITUNG hält die Entscheidung für "elegant": "Die Spitzenjuristin war nicht nur UN-Kommissarin für Menschenrechte, sondern auch mehrere Jahre Richterin am Internationalen Strafgerichtshof. Die Würdigung ihrer Arbeit ist ein klares Plädoyer für das Völkerrecht und eine Mahnung zur rechten Zeit."
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG notiert: "Die 85-Jährige steht für den Glauben daran, dass Frieden nicht allein durch Macht entsteht, sondern durch verbindliches Recht, unabhängige Gerichte, die Verfolgung von Kriegsverbrechen und internationale Kooperation. Damit verkörpert Pillay jene Ordnung, die nicht nur US-Präsident Trump mit seiner Skepsis gegenüber den UN, internationalen Verträgen und supranationalen Gerichten so gern geschwächt sehen will."
    Dem Nobelpreiskomitee ging es aus Sicht der NÜRNBERGER NACHRICHTEN "um eine Stärkung des völkerrechtlichen Gedankens. Und da können vermutlich sogar die zustimmen, die Pillays Wirken in der UNO-Kommission zu Menschenrechtsverletzungen in Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten mit Skepsis betrachten."