25. Oktober 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen von morgen blicken auf den zu Ende gegangenen CSU-Parteitag - genauer gesagt auf Ilse Aigner, die dort zwar als Bundespräsidentinnen-Kandidatin beklatscht wurde, aber noch nicht von der CDU mitgetragen wird.

llse Aigner klatscht und blickt in die Kamera. Hinter ihr auf einer Bühne stehen Bundeskanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder.
Die Zeitungen befassen sich mit Ilse Aigner, der von CSU-Chef Markus Söder vorgeschlagenen Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. (Peter Kneffel / dpa / Peter Kneffel)
Die NÜRNBERGER ZEITUNG beobachtet:
"Die demonstrative 'Wahl' Aigners per Akklamation auf dem CSU-Parteitag bedeutet auch: Sowohl Merz wie auch Söder könnten Probleme bekommen, wenn Aigner bei der Unions-Nominierung den Kürzeren ziehen sollte."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE schreibt über die Kandidatin:
"Aigner ist herzlich und verbindlich im Auftreten und klar in ihrer Haltung gegen Extremisten. Zudem ist sie als erfahrene Politikerin bestens vernetzt. Sie bringt die Voraussetzungen mit, um eine Präsidentin zu werden, wie sie das Land jetzt braucht."
Dem stellt die SAARBRÜCKER ZEITUNG gegenüber:
"Die CDU hat bisher niemanden zu bieten, der innerparteilich und über Parteigrenzen hinweg ähnlich überzeugt. Der Kanzler hat die Personalfrage zu lange treiben lassen."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG wirft ein:
"Gehandelt werden etwa Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Familienministerin Karin Prien. Klöckner wäre wohl bereit, das Amt zu übernehmen. Aber kann sie auch so überparteilich agieren, wie es von diesem Amt verlangt wird?"
Der MÜNCHNER MERKUR warnt:
"Jetzt einen drögen CDU-Technokraten aus irgendeiner Stube hervorzuziehen, wäre für CSU-Chef Söder ein Rückschlag, für den kippelnden Merz kein Erfolg und für Deutschland ein Verlust."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kritisiert:
"Mit jeder Woche, die verstreicht, wächst der Eindruck, dass Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Partei eine überzeugende Idee fehlt und er nicht in der Lage ist, den Prozess professionell und geräuschlos zu organisieren. Anstatt das Verfahren zu steuern, wird Merz getrieben, vor allem von der CSU."
Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg bilanziert:
"Die Bürger haben Anspruch auf eine überzeugende Kandidatur für das höchste Staatsamt. Die Auswahl ist groß. Das Führungsvermögen des Kanzlers hält bislang nicht Schritt."
Abschließend zwei Stimmen zu den Plänen für eine Audi-Fabrik in den USA, die Konzernchef Gernot Döllner gemeinsam mit Donald Trump verkündete.
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER wundert sich:
"Dass ein globaler Autobauer in einem wichtigen Absatzmarkt investiert, ist ökonomisch vernünftig und nicht zu beanstanden. Doch hätte die Ankündigung nicht problemlos nach den Midterms am 3. November erfolgen können?"
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der die PASSAUER NEUE PRESSE gehört, sieht es so:
"Faktisch ist der Schritt freilich nichts anderes als eine Art Unterwerfung. Und das Eingeständnis der Audianer, dass Trump mit seiner Zollpolitik schlicht am längeren Hebel sitzt."