
Zu den für morgen geplanten Jugend-Protesten in Deutschland schreibt der Berliner TAGESSPIEGEL:
"Kritisiert werden marode Schulen und ein Sparkurs in der Bildungspolitik, steigende Lebenshaltungskosten und die Vernachlässigung durch die Politik. Die Jugend fühlt sich, salopp formuliert, doppelt gegängelt: Erst werden mit einem sogenannten Sondervermögen auf ihre Kosten Schulden gemacht, und dann sollen sie in einen Krieg ziehen, den sie mit ihren Zukunftsanleihen finanzieren."
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN zeigen Verständnis für die Anliegen der jungen Menschen:
"Seit mehr als 20 Jahren wird in der Bildungspolitik nur Stillstand verwaltet. Keine Idee, keine Innovation, kein Fortschritt, das System ist unterfinanziert, die Bauten marode."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf warnt:
"Wenn nun von Regierungsmitgliedern wie Bundestagsabgeordneten in erster Linie vor Krawallmachern oder linksextremer Unterwanderung gewarnt wird, noch bevor man sich mit den Anliegen inhaltlich auseinandersetzt, verstärkt das nur den Politikverdruss und vergrößert die Gräben. Die Jugend wird weiter vergrault."
Das Magazin STERN mahnt zur Gelassenheit:
"Es ist schließlich weder die erste Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik, noch wäre es das erste Mal, dass am Rande eines Protests eine Schaufensterscheibe zu Bruch geht oder eine Mülltonne brennt. Aber mögliche Straftaten Einzelner sind kein Grund, eine ganze Demonstration und eine ganze Generation vorab unter Generalverdacht zu stellen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG lobt die Asien-Reise von Bundeskanzler Merz:
"Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, in der Industrie ist es sogar jeder zweite. Die aggressive Handelspolitik Chinas vernichtet jeden Monat bis zu 15.000 Jobs. Die deutsche Wirtschaft braucht mehr Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Es ist gut, dass Merz das zur Chefsache macht."
Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bewertet die Asienreise des Kanzlers wohlwollend und verweist dabei auf die außenpolitischen Herausforderungen.
"Russland terrorisiert die Ukraine mit unverminderter Härte. Donald Trump könnte nach den Zwischenwahlen in den USA noch mehr Unheil stiften. China nutzt das Erpressungspotenzial seiner Seltenen Erden. Ans Völkerrecht und an Handelsregeln fühlen sich Großmächte allenfalls noch nach Bedarf gebunden. Merz hat in Südostasien den Vorschlag unterbreitet, eine lose Allianz jener zu begründen, denen am Erhalt einer auf Regeln und nicht auf dem Recht des Stärkeren fußenden globalen Weltordnung sowie am freien Welthandel gelegen ist. Ihm schwebt eine Art Netz der Freihandelsblöcke vor."
