
Dazu schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Oft hieß es, die Anliegen der Jugend würden ignoriert, die Krawalle hingegen würden herbeigeschrieben. Da die Berichterstattung insbesondere über die wirtschafts- und bildungspolitischen Anliegen tatsächlich ausgewogen war, meldete sich schnell auch die andere Seite zu Wort: Alles viel zu lasch, man habe viel zu viel Verständnis für die künstlich depressiven jungen Jammerlappen. Dabei hatte sich weder die eine noch die andere Seite der Berufsunzufriedenen die Mühe gemacht, zu lesen, was seit Tagen in großer Breite geschrieben stand - über Bildung, Rente, Klima, Wohnen."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER führt aus:
"Wer mit blinder Wut sogar Feuerwehrleute und Rettungskräfte angreift, zeigt unmissverständlich, dass es ihm ausschließlich um Gewalt und Chaos geht. Dabei ist die intensive Debatte über die Zukunft des deutschen Bildungssystems tatsächlich überfällig. Die Demos haben diese Debatte nicht befördert - im Gegenteil."
"Der Protest der jungen Menschen ist verständlich und berechtigt", ist im WESER-KURIER aus Bremen zu lesen:
"Denn neben den zahlreichen notwendigen Investitionen in die Infrastruktur, in den Klimaschutz und in die Verteidigungsfähigkeit dieses Landes ist der Bildungssektor zuletzt viel zu kurz gekommen. Deshalb muss mehr Geld in die Schulen gesteckt werden.
Die TAZ merkt an:
"Es ist ein Erfolg, dass 120.000 Menschen solidarisch und friedlich protestiert haben, obwohl nach Kräften versucht wurde, das zu verhindern. Oder vielmehr: Obwohl von rechts maximal versucht wurde, das Krawallnarrativ für die eigene Agenda zu instrumentalisieren."
Themenwechsel. In Polen ist es zu einem Machtkampf um die Besetzung des polnischen Verfassungsgerichts gekommen. Dazu merkt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG an:
"Für viele Polinnen und Polen ist der eskalierte Streit ums Verfassungsgericht nicht nur beunruhigend, sondern auch peinlich. Ein angesehener Rechtswissenschaftler schrieb am Wochenende, das Land zeige sich als 'Bananenrepublik'."
"Verfassungskrise in Polen", titelt das Magazin CICERO und wirft ein:
"Faktisch hat die PiS die Kontrolle über das Verfassungsgericht verloren, Staatspräsident Nawrocki hat keine Instrumente, diesen Prozess rückgängig zu machen. Ganz offensichtlich hatte er sich vorgenommen, eine Mehrheit des proeuropäischen Lagers in diesem höchsten Rechtsorgan bis zu den Parlamentswahlen in genau einem Jahr zu verhindern."
