04. November 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Der Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA ist das dominierende Thema in den Kommentarspalten der Zeitungen.

Das Kapitol im Licht des Sonnenaufgangs.
Die Demokraten haben nach den Midterm-Wahlen in den USA die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses - dies ist das dominierende Thema auf den Kommentarseiten der Zeitungen. (AFP / JEMAL COUNTESS)
"US-Präsident Trump hat ein regelrechtes Debakel erlebt",
schreibt der TAGESSPIEGEL aus Berlin, um dann in Anlehnung an die Parteifarbe der Demokraten fortzuführen:
"Eine 'blaue Welle' überspülte selbst tief konservative Bastionen seiner Republikaner wie Texas, South Carolina, Kansas und Iowa. Für Trump, der explizit dazu aufgerufen hatte, so zu tun, als ob er selbst auf dem Wahlzettel stünde, entpuppte sich der erste große Stimmungstest seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 als eine der schwersten Niederlagen in seiner politischen Laufbahn."
"Donald Trump erlebt eine überwältigende Zurückweisung",
stimmt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG zu:
"Es zeichnet sich das Ende einer desaströsen Episode der US-Geschichte ab: der des geschrumpften Möchtegern-Königs Donald Trump."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg konstatiert:
"Für die Zukunft der Vereinigten Staaten gibt es damit eine Befürchtung weniger: Dass Trump versuchen könnte, Kurs auf eine dritte Präsidentschaft zu nehmen."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf hat eine Erklärung für die Niederlage:
"Die großen Fehler des Präsidenten waren der Krieg gegen den Iran, der die Teuerung in den USA noch zusätzlich verstärkte und seine Zollpolitik, die Amerika eigentlich stark machen sollte. Und auch die Einwanderungspolitik, die vor zwei Jahren noch auf Zustimmung stieß, ist mit dem Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE völlig über das Ziel hinausgeschossen."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN rechnen damit, dass der Sieg der Demokraten in Texas Konsequenzen für die Präsidentschaftswahl 2028 haben könnte:
"Ohne die Wahlleutestimmen aus Texas werden die Republikaner das Weiße Haus nicht halten können. Das wusste Elon Musk. Er pumpte fast 500 Millionen Dollar in die Midterms, um seinen Freunden in Texas und Trump zu helfen. Aber das Geld reichte nicht, den Aufstand an der Urne zu stoppen."
CICERO aus Berlin mahnt:
"Die Demokraten sollten aus ihrem Triumph nicht die falschen Schlüsse ziehen, denn ein Votum gegen Trump ist noch kein Votum für das gesamte demokratische Programm."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG gibt zu bedenken:
"Das Ergebnis in Amerika wird vielen in Deutschland weltanschaulich gefallen. Aber die Bundesregierung wird es weiter mit Trump zu tun haben. Es ist weitgehend der Präsident, der den Kurs der US-Außenpolitik bestimmt, nicht der Kongress."
Auch die TAZ rechnet nicht damit, dass sich Trump in der internationalen Politik nun zurücknimmt:
"Der Albtraum ist noch nicht vorbei. Viele könnten die Wut dieses Präsidenten noch zu spüren bekommen, von Havanna bis Kiew, ohne dass der Kongress viel dagegen unternehmen könnte."