Brasilien
Bolsonaro erkennt Niederlage bei Präsidentenwahl nicht an

In Brasilien erkennt der unterlegene Präsidentschaftskandidat Bolsonaro das Ergebnis der Stichwahl gegen Amtsinhaber Lula da Silva nicht an.

    Handtücher mit den Porträts der Kandidaten für die Präsidentschaftswahl in Brasilien am 4. Oktober 2026 - Luiz Ignácio Lula da Silva und Flávio Bolsonaro hängen auf einer Leine.
    Richtungswahl für Brasilien: Der als rechtsradikal geltende Flávio Bolsonaro will den linken Amtsinhaber Lula da Silva als Präsident ablösen. (AFP / SERGIO LIMA)
    Der Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro kündigte an, die Annullierung zu beantragen. Der rechtsgerichtete Politiker bezeichnete eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die Wahllokale zwei Stunden länger offenzuhalten, als "inakzeptabel". Zunächst hatte es geheißen, sowohl Bolsonaro als auch Lula hätten sich wegen Problemen mit dem öffentlichen Nahverkehr und wegen Unwettern in einigen Landesteilen für eine Verlängerung ausgesprochen.
    Laut Oberstem Wahlgericht gewann der linksgerichtete Präsident Lula die Wahl mit fast 52 Prozent der Stimmen. Bolsonaro erreichte etwas mehr als 48 Prozent. Lula steht vor seiner vierten Amtszeit. In der ersten Wahlrunde hatte der 80-Jährige noch zwei Prozentpunkte hinter Bolsonaro gelegen. Lula erklärte in einer Siegesrede, das Votum der Brasilianer sei ein Votum zur "Sicherung der Demokratie". Zugleich rief er zur nationalen Versöhnung und Einheit auf. Ab jetzt gebe es keinen wahltaktischen Rivalen mehr. Er wolle das Land für alle 215 Millionen Brasilianer regieren.
    Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.