
Das politische System gehört zu den komplexesten der Welt. Im Fokus steht die Neubesetzung des dreiköpfigen Staatspräsidiums. Es besteht aus jeweils einem Vertreter der drei konstitutiven Volksgruppen der Bosniaken, Serben und Kroaten. Des Weiteren wird das Abgeordnetenhaus des gesamtstaatlichen Parlaments gewählt. Hinzu kommen die Abstimmungen über die Mandatsverteilung in den Parlamenten der beiden Entitäten: die "Republika Srpska" und die "Föderation Bosnien und Herzegowina". Während erstere serbisch dominiert ist, überwiegt in der zweiten die bosniakische und kroatische Bevölkerung. In der Republika Srpska werden zudem ein Präsident und zwei Stellvertreter gewählt. Ebenso neu besetzt werden die Parlamente der zehn Kantone der Föderation Bosnien und Herzegowina.
Insgesamt sind mehr als 7.000 Kandidaten für 518 Mandate und Ämter registriert. Zur Stimmabgabe aufgerufen sind rund 3,4 Millionen Menschen. Das komplizierte Staatsgebilde geht auf das Friedensabkommen von Dayton von 1995 zurück, das den 1992 ausgebrochenen Bosnienkrieg beendete.
Die Wahllokale sind bis 19 Uhr geöffnet. Mit ersten Ergebnissen wird bereits am Abend gerechnet. Bei der Wahl kommt erstmals landesweit neue Technik zum Einsatz. Dazu gehören Geräte zur biometrischen Identifizierung der Wähler und Scanner für die Stimmzettel.
Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
